Integrierte Rohstoffinitiative

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Integrierte Rohstoffinitiative
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mongolei
Politischer Träger: Ministerium für Industrie
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Mongolei. Deutsche Unternehmer in der Mongolei Januar 2012. Besuch bei Oyutolgoi, Energy Resources und Erdenes Tavantolgoi mit Botschafter Dr. Schaller und Counsellor Wendelberger. © GIZ

Ausgangssituation

Die Mongolei ist weltweit eines der an mineralischen Rohstoffen reichsten Länder, mit bedeutenden Kohle-, Kupfer-, Gold-, Flussspat- und Wolframvorkommen. Die Entwicklung des Rohstoffsektors kann zu substanziellem Wachstum und breitem Wohlstand für die gesamte Bevölkerung führen. Gleichzeitig sind die Rohstoffreserven eine zentrale Ursache für strukturelle Ungleichgewichte des Landes. Um den Rohstoffsektor zu entwickeln und gleichzeitig die Wirtschaft zu diversifizieren, braucht das Land ausländische Direktinvestitionen und technische Expertise.

Viele rohstoffreiche Länder sehen sich mit dem sogenannten Ressourcenfluch konfrontiert. Das Risiko, den natürlichen Reichtum in Zeiten hoher Rohstoffpreise nicht oder falsch zu nutzen, besteht auch in der Mongolei.

Die Wachstumsraten des mongolischen Bruttoinlandsproduktes bewegen sich in einer Bandbreite von minus 1,3 Prozent (2009), plus 17,5 Prozent (2012) und nominalen 4,5 Prozent (Prognose 2014). In diesen starken Schwankungen spiegeln sich die deutlich verminderte Rohstoffnachfrage des wichtigsten Abnehmers China sowie ein verschärfter internationaler Wettbewerb durch andere Rohstoffländer.

Um den mineralischen Reichtum in ein starkes, nachhaltiges und breitenwirksames Wirtschaftswachstum zu übersetzen, sind strukturierte makroökonomische Maßnahmen sowie eine kohärente politische Rahmensetzung zur Unterstützung ausländischer Direktinvestitionen nötig. Es fehlen Dialogplattformen, die einen konstruktiven Austausch zwischen lokaler Bevölkerung, Verwaltungen und Unternehmen ermöglichen. Des Weiteren fehlen die notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten, um den Rohstoffreichtum, mittels einer langfristig orientierten Entwicklungsstrategie, in breitenwirksames Wachstum zu übersetzen. Als langjähriger Partner unterstützt Deutschland die Mongolei bei der Umsetzung ihrer Entwicklungsstrategie.

Ziel

Die Fähigkeit nationaler und lokaler Partnerinstitutionen, ein auf Rohstoffreichtum basierendes breitenwirksames und nachhaltiges Wachstum zu fördern, ist verbessert.

Vorgehensweise

In der Rohstoffinitiative (IMRI) arbeiten drei Bundesressorts partnerschaftlich zusammen: das Bundesentwicklungsministerium, das Bundeswirtschaftsministerium und das Auswärtige Amt. Neben der GIZ beteiligen sich ferner die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und die Privatwirtschaft.

Die Handlungsfelder der Initiative umfassen:

  • Nachhaltige Standortentwicklung in Bergbauregionen
  • Volkswirtschaftliches Management einer rohstoffbasierten Marktwirtschaft
  • Begleitung des deutsch-mongolischen Rohstoffabkommens

Das Vorhaben verfolgt einen Multiakteurs- und einen Mehrebenenansatz. Es stärkt die Leistungsfähigkeit der Partnerministerien für volkswirtschaftliches Management einer rohstoffbasierten Ökonomie. Medienvertreter, Universitäten und die Wirtschaft werden dabei unterstützt, den wirtschaftlichen Diskurs zu befördern. Regional wird ein integrierter Ansatz der Standortentwicklung verfolgt: Dialogplattformen und Capacity-Development-Maßnahmen werden umgesetzt und die Akteure befähigt, an wirtschaftlicher, sozialer und politischer Diskussion und Entwicklung besser teilzuhaben.

An der Vermittlung aktuellen Wissens und der Qualifizierung des Personals mongolischer Partnerinstitutionen sind deutsche und internationale Consultingunternehmen beteiligt.

In Kooperation mit der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) werden Ansätze verfolgt, eine lokale Wertschöpfungskette für Gold, insbesondere Goldschmuck, aufzubauen sowie lokale Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.

Gute wirtschaftliche Regierungsführung ist ein zentrales Anliegen der IMRI. Der Aufbau von Kompetenzen und Qualifikationen von Mitarbeitern ausgewählter Ministerien und Fachbehörden soll ebenso dazu beitragen wie die Erweiterung von Kenntnissen zur Bewertung von Rohstoffvorkommen, zur Erarbeitung von Rahmenbedingungen, Gesetzen und Verträgen im Rohstoffsektor sowie für deren Monitoring.

Wirkungen

Von 2011 bis 2014 hat das erste IMRI-Vorhaben bereits wichtige Impulse und Beiträge geleistet. Das Vorhaben ist eng in staatliche Aktivitäten zur Verbesserung der institutionellen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, insbesondere im Bergbausektor, eingebunden. Darüber hinaus trägt das Vorhaben zur erhöhten Wertschöpfung in der Mongolei sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen rund um den Bergbausektor bei. Rund 70 kleine und mittlere Unternehmen wurden intensiv beraten und dabei unterstützt, als regionale Zulieferer für Bergbauunternehmen zu fungieren.

In der deutschen und mongolischen Privatwirtschaft wurden im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Mongolischen Unternehmensverband (DMUV) die personellen Ressourcen und das Leistungsprofil des Verbandes verbessert. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Mitglieder.

Internationale und größere mongolische Unternehmen konnten für Themen wie sozial verantwortliche Unternehmensführung (Corporate Social Responsibility), Arbeitssicherheit sowie Gender- und Menschrechtsfragen sensibilisiert werden. Diese Themen sind in der Mongolei nun betrieblich verankert.

Durch die Einbindung deutscher Unternehmen in entwicklungspolitische Maßnahmen trägt das Vorhaben zur Umsetzung des deutsch-mongolischen Rohstoffabkommens bei. Deutsche Unternehmensvertreter unterrichten als Referenten bei Dialogveranstaltungen und Fortbildungen; gleichzeitig wird der Marktzutritt deutscher Unternehmen unterstützt.

Kooperationen und der Transfer von Produkt- und Managementwissen werden gezielt gefördert. Auf diese Weise können lokale Unternehmen auf ihren Märkten anspruchsvolle, kundengerechte Lösungen, basierend auf deutschen Technologien, anbieten.