Beratung zur Energieeffizienz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beratung zur Energieeffizienz in Nepal
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nepal
Politischer Träger: Ministry of Energy
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

In Nepal ist der Zugang zu Energie und modernen Energiedienstleistungen unzureichend, die Nutzung von Energie ineffizient. Biomasse ist mit 87 Prozent die anteilig größte Energiequelle. Rund 65 Prozent der Bevölkerung verfügen über Zugang zu Elektrizität.

Die Elektrizitätsversorgung ist durch Stromabschaltungen von bis zu 16 Stunden pro Tag beeinträchtigt. Aufgrund steigender Stromnachfrage und Verzögerungen beim Bau neuer Wasserkraftwerke und Übertragungskapazitäten ist mittelfristig keine Verbesserung der Situation zu erwarten. Bei der Übertragung und Verteilung von Strom kommt es zu unverhältnismäßig großen Verlusten. Verbrauchertarife sind nicht kostendeckend und bieten damit nicht genügend Anreize zur effizienten Stromnutzung.

Die Stromknappheit zwingt Industrie und Handel zunehmend auf eigene Stromversorgung durch Dieselgeneratoren auszuweichen, was zum verstärkten Import fossiler Treibstoffe führt. Noch immer nutzen rund zwei Drittel, das sind etwa drei Millionen ländliche Haushalte, traditionelle, mit Biomasse befeuerte Kochstellen und Herde. Aufgrund ihrer Brennstoffineffizienz und starker Rauchgasentwicklung tragen sie erheblich zu gesundheitlichen Schäden, zu Entwaldungsproblematik und klimarelevanten Emissionen bei.

Ziele

Die Voraussetzungen für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur effizienteren Energienutzung in Nepal sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern:

  1. Die nepalesische Industrie- und Handelskammer, nachgeschaltete Distriktkammern und der Stadtentwicklungsfonds werden dabei unterstützt, Energieeffizienzdienstleistungen anzubieten. Auditoren beraten energieintensive Industrieunternehmen, wie sie ihre Produktionsprozesse energieeffizienter und ökonomischer gestalten können. Den deutschen Beitrag erbringt im Unterauftrag Arge Integration-Adelphi-IP Consult.
  2. Das Vorhaben fördert die Formulierung und Einführung nationaler Mindestqualitätsanforderungen für verbesserte Biomasseherde in Haushalten und für kommerzielle Zwecke. Neben der im Vordergrund stehenden Brennstoffeffizienz werden dabei auch Schadstoffemissionen und die Betriebssicherheit der Herde erfasst.
  3. Das Energieministerium wird dabei unterstützt, eine nationale Strategie zur effizienten Nutzung von Energie, einschließlich Biomasse, einzuführen. Des Weiteren soll eine zentrale nepalesische Energieeffizienz-Institution geschaffen werden.

Wirkung

  • Das Thema Energieeffizienz wurde in den Entwurf der nationalen Energiestrategie aufgenommen.
  • Die Biomasseenergiestrategie liegt den beiden maßgeblichen Ministerien, für Energie und Umwelt, für die Kabinettseingabe vor. Der Energieeffizienzstrategieentwurf ist erstellt.
  • Das nepalesische Kabinett verabschiedete eine Entscheidung, die die Netzeinspeisung von Strom aus Wärme-Kraft-Kopplung der Zuckerindustrie ermöglicht.
  • Das staatliche Testlabor für Biomasseherde wurde eingerichtet, neue verbesserte Herdmodelle eingeführt und erste Richtwerte für nationale Mindestqualitätsanforderungen erstellt.
  • Die Industrie- und Handelskammern bieten Energieeffizienzdienstleistungen an. 65 Energieauditoren wurden nach zertifizierten Standards ausgebildet. In 50 besonders energieintensiven Unternehmen und in mehr als 100 kleinen und mittleren Unternehmen wurden Energieaudits durchgeführt.
  • Ein Energieinformationssystem wurde eingerichtet. Banken sind bereit, Energieeffizienzmaßnahmen der Industrie zu finanzieren.