Unterstützung der Gesundheitssystementwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Gesundheitssystementwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Abteilung für Wirtschaftsangelegenheiten; Pakistanisches Gesundheitsministerium; Gesundheitsministerien der Provinzen Khyber Pakhtunkwha und Punjab
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2015

Pakistan. Leistungsempfängerin der Mikro-Krankenversicherung Waseela-e-Sehat. © GIZ (Foto Shabbir Hussain Imam)

Ausgangssituation

Pakistans Gesundheitsindikatoren sind im Vergleich zu anderen Ländern der Region mit einem ähnlichen Entwicklungsstand deutlich schlechter. Dies gilt insbesondere für die Mütter- und Kindersterblichkeit: Jedes elfte Kind in Pakistan erreicht nicht das fünfte Lebensjahr – in Bangladesch oder Nepal ist es jedes neunzehnte Kind. Nichtübertragbare Krankheiten, zum Beispiel Diabetes oder Herzerkrankungen, Verletzungen und psychische Erkrankungen steigen stetig an. Sie machen etwa die Hälfte der Krankheitslast des Landes aus, übertragbare Krankheiten, wie Tuberkulose, die andere Hälfte. Die Institutionen im pakistanischen Gesundheitssystem sind nicht genügend qualifiziert und können der Bevölkerung keine flächendeckende, qualitativ ausreichende und bezahlbare Gesundheitsversorgung anbieten.

Ziel

Bezahlbare Gesundheitsdienste von ausreichender Qualität sind für die Bevölkerung in ausgewählten Regionen Pakistans zunehmend verfügbar.

Pakistan. Gesunde und glückliche Kinder – für eine bessere Zukunft. © GIZ (Foto Shabbir Hussain Imam)

Ansatz

Die Gesundheitsressorts der Provinzen werden dabei beraten, das pakistanische Gesundheitssystem wirkungsvoller, wirtschaftlicher und entsprechend den Bedürfnissen der Patienten zu organisieren. Das Gesundheitsprogramm berät und stärkt die pakistanische Regierung auf Bundes- und auf Provinzebene in ihrer Steuerungsfunktion für den Gesundheitssektor. Das Programm unterstützt die Ressorts dabei, Gesetze zu formulieren und fördert sie bei Personalressourcenentwicklung und Gesundheitsfinanzierung. Weitere Themen betreffen das Qualitätsmanagement sowie Monitoring und Informationsmanagement. Dabei werden diese allgemeinen Themen mit aktuellen Gesundheitsproblemen verknüpft – beispielsweise sichere Bluttransfusion und Bekämpfung der Tuberkulose.

Teils landesweit, teils in ausgewählten Provinzen unterstützt die GIZ in vier Handlungsfeldern:

  1. Gesundheitsversorgung
  2. Blutbankensicherheit
  3. Gesundheitsfinanzierung
  4. Gute Regierungsführung im Gesundheitssektor

Die Maßnahmen richten sich nicht nur an die Anbieter, also die Gesundheitsdienstleister, sondern auch an die Nachfrageseite des Gesundheitssystems, die Bürger, und hier besonders die Armen.

Wirkungen

Bis Ende 2014 wurden 75.000 Familien in den 2011 in der Provinz Punjab eingeführten sozialen Gesundheitsfonds aufgenommen. 40 Prozent der Nutzer nutzen den Fonds für Gesundheitsdienste bei Schwangerschaften und Geburten. Für die klinische Praxis und das Management von Gesundheitseinrichtungen in der medizinischen Grundversorgung konnten umfassende Qualitätsstandards verpflichtend eingeführt werden.

Zur Blutbankensicherheit hat der Nationale Bluttransfusionsdienst einen strategischen Rahmenplan über das Bluttransfusionswesen erarbeitet und verabschiedet, das Leitlinien für die Gesetzesreformen in den Provinzen vorgibt.In der Tuberkulosekontrolle konnte 2011 in Khyber Pakhtunkwha die Heilungsrate auf über 90 Prozent mehr als verdoppelt werden. Der von der GIZ unterstützte Aufbau des Zentrums für Bevölkerung, Gesundheit und Sozialpolitik am Institut für Entwicklungsökonomie fördert die Ausbildung von Fachpersonal für Gesundheitsökonomie. Das 2010 eingeführte computergestützte Personalinformationssystem wird an fünf verschiedenen Standorten erfolgreich genutzt. Im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wurde der Aufbau eines Masterkurses für Personalmanagement im Gesundheitswesen gefördert. Bisher haben 52 Teilnehmende den Kurs erfolgreich abgeschlossen.

Pakistan. Verbesserung der Qualität von Dienstleistungen zur Mütter- und Kindergesundheit in einer Basisgesundheitseinrichtung. © GIZ (Foto Shabbir Hussain Imam)

Mit Unterstützung der GIZ hat die pakistanische Regierung wichtige Gesetze revidiert, die private Einrichtungen regulieren und staatlichen Krankenhäusern zur Autonomie verhelfen. Über eine Stiftung, die Health Foundation, soll die Gründung von privaten Einrichtungen erleichtert werden. Das Gesetz zur Krankenhausautonomie wird es staatlichen Einrichtungen ermöglichen, die bei der Behandlung von Krankenversicherten erwirtschafteten Beträge im Krankenhausbudget zu belassen und für Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung zu nutzen. Erst damit können die sozialen Krankenversicherungen ihre Hebelwirkung auf die Qualitätsverbesserung der medizinischen Versorgung entfalten.