Berufliche Bildung im Norden und Osten Sri Lankas

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung im Norden und Osten Sri Lankas
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sri Lanka
Politischer Träger: Ministry of Science, Technology, Research, Skills Development & Vocational Training and Kandyan Heritage
Gesamtlaufzeit: 04/2015 bis 12/2018

Ausgangssituation

Seit dem Ende des bewaffneten Konflikts im Jahr 2009 hat die Regierung von Sri Lanka ihre Politik des Wiederaufbaus mit einer Reihe von Infrastrukturprojekten in den nördlichen und östlichen Provinzen umgesetzt. Beide Regionen waren stark vom bewaffneten Konflikt betroffen, weisen aber derzeit einerseits ein rasantes Wirtschaftswachstum und andererseits einen deutlichen Mangel an qualifiziertem Personal auf. Um Jugendliche für eine nachhaltige sozioökonomische Entwicklung im Norden und Osten Sri Lankas zu qualifizieren, müssen in der Region Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung der Berufsbildung und der technischen Ausbildung sowie zur Förderung der Aussöhnung durchgeführt werden.

Ziel

Eine arbeitsmarktorientierte Berufsausbildung verbessert die Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen im Norden und Osten Sri Lankas.

Vorgehensweise

Derzeit unterstützt das Projekt ein Netzwerk von 15 Berufsbildungszentren mit dem Ziel, die Qualität und Quantität der Berufsausbildung zu verbessern. Diese Bestrebungen gehen einher mit dem Aufbau starker Verbindungen zu privatwirtschaftlichen Unternehmen, die den Übergang von der Berufsausbildung in die Arbeitswelt erleichtern. Kernstück des Netzwerks ist das Sri Lanka-German Training Institute (SLGTI). Diese Einrichtung bietet Studierenden eine Ausbildung für die nationalen Berufsqualifikationen (NVQ) der Stufen 4, 5 und 6 in den Bereichen Automobiltechnik, Lebensmittelverarbeitung, IKT, Elektrotechnik, Maschinenbau und Bauwesen. Durch studentenfreundliche Berufsausbildungsansätze vermittelt das SLGTI seinen Studierenden sowohl das theoretische Wissen als auch die praktischen Fähigkeiten, die von der Industrie gefordert werden.

Der Bau des SLGTI wurde von der Deutschen Entwicklungsbank (KfW) finanziert, während die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) für die Lehrerausbildung (Ausbildung von Ausbildern) und den Kapazitätsaufbau der Führungsstrukturen des SLGTI zuständig ist. Darüber hinaus stellt die GIZ dem SLGTI auch technische Experten zur Verfügung, einschließlich eines erfahrenen Schulleiters und eines Supportmitarbeiters. Neben dem neuen Ausbildungszentrum werden 14 bereits bestehende Berufsbildungszentren durch das VTN-Projekt unterstützt. Diese Satellitenzentren befinden sich in Jaffna, Kilinochchi, Mullaitivu, Vavuniya, Mannar und Trincomalee. Die Projektaktivitäten in diesen Zentren umfassen die Ausbildung von Ausbildern und die Aufwertung von Zentren, die darauf abzielen, diese Einrichtungen an die aktuellen Akkreditierungsstandards anzupassen. Studierende dieser vierzehn Zentren können sich auf den Stufen 3 und 4 des NVQ qualifizieren. Erfolgreiche Absolventen können entweder ihre Ausbildung am SLGTI fortsetzen oder direkt ins Berufsleben einsteigen. Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft ist für fast alle Projektaktivitäten von entscheidender Bedeutung und wird daher mit dem übergeordneten Ziel, Berufsschüler auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten und Unternehmen in diese Bemühungen einzubeziehen, angemessen berücksichtigt. Das Projekt arbeitet intensiv mit Unternehmen aus der Privatwirtschaft zusammen, um die Ausbildung am Arbeitsplatz, die Entwicklung von Lehrplänen und den fachlichen Austausch zwischen Unternehmen und Ausbildungszentren zu erleichtern.

Nicht zuletzt bietet das Projekt Frauen und Männern auf dem Land, die keinen Zugang zu formalen Bildungsmaßnahmen haben, eine informelle Ausbildung und technische Unterstützung für einkommensschaffende Maßnahmen. Diese Strategie zielt darauf ab, die notwendigen technischen und kommerziellen Fähigkeiten für die Gewinnung von Sesamöl, die Nahrungsmittelproduktion (Poppadum und Snacks) und die Herstellung von Taschen zu erwerben.

Wirkung

  • Seit der Eröffnung der ersten neuen Ausbildungsstätte für Studierende im Juni 2012 wurden insgesamt 3.093 Studierende mit Ausbildungsaktivitäten des Projekts erreicht. Die Gesamtzahl der Studierenden in den 15 geförderten Berufsbildungseinrichtungen ist um fast 50 Prozent gestiegen, d.h. von 2300 Studierenden im Jahr 2015 auf 3093 Studierende (August 2017). Davon sind über 40 Prozent weibliche Studierende und über 85 Prozent aller Studierenden aus marginalisierten Familien. Diese Studenten besuchen Kurse in den Bereichen Elektronik, Elektrotechnik, Automobiltechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Bauwesen, Schneiderei, Friseur- und Kosmetikkultur, Lebensmittelverarbeitung, Hotelmanagement und Pflegeberufe.
  • Die ersten SLGTI-Studierenden (129) haben den Unterricht am Institut abgeschlossen und absolvieren nun ein Praktikum in der Industrie. Die zweite Gruppe von SLGTI-Schüler/innen (318) begann ihre Ausbildung Anfang September 2017.
  • Insgesamt 151 Lehrkräfte wurden technisch und pädagogisch geschult, 30 Verwaltungsmitarbeiter/innen erhielten eine Managementausbildung.
  • Basierend auf einer Partnerschaft zwischen Jetwing Hotels Ltd. und VTA startete das Projekt eine Initiative, die es 64 Studierenden aus dem Ausbildungszentrum in Karainagar ermöglichte, ihre Ausbildung in der Hotellerie zu absolvieren. Diese trilaterale Zusammenarbeit ist eine der Erfolgsgeschichten von privat-öffentlichen Partnerschaften in der beruflichen Bildung und wird fortgesetzt. Heute sind 32 dieser ehemaligen Auszubildenden im neu eröffneten Jetwing Hotel in Jaffna beschäftigt, während die anderen hauptsächlich für andere Arbeitgeber im Gastgewerbe tätig sind.
  • Die Jugend spielt eine wichtige Rolle im Versöhnungsprozess. Das Projekt initiierte daher verschiedene Sport- und Kulturveranstaltungen, um junge Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser und sozialer Herkunft zusammenzubringen, um gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zwischen ihnen zu schaffen.. Zusätzlich zu diesen Bemühungen wurde ein Trainingsmodul zu sozialen Kompetenzen entwickelt, das in allen unterstützten Zentren zum Einsatz kommt.
  • 70 Frauen vom Land erhielten eine informelle Ausbildung und sind dabei, ihre Geschäftstätigkeit aufzunehmen.

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