Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Ghana
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ghana
Politischer Träger: Ministry of Finance and Economic Planning (MoF)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2016

Ghana. Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Ausgangssituation

Ghanas wirtschaftliche Entwicklung seit Mitte der 1990er-Jahre zählt zu den größten Erfolgsgeschichten in Subsahara-Afrika. 2011 wuchs die Wirtschaft um 13,6 Prozent. Die Ölförderung brachte seit 2012 weiteres Wachstum. Die Weltbank hat Ghana in der Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen eingestuft.

Doch der Sektor der kleinsten bis mittleren Unternehmen entwickelt sich schleppend. Unternehmerisches Handeln wird durch eine unzulängliche Infrastruktur und zeitraubende Verwaltungsprozesse behindert. Hinzu kommen ein niedriges Berufsbildungsniveau und eine geringe Arbeitsproduktivität. Es mangelt an Angeboten für Kredite und Versicherungen, die auf die Bedürfnisse von Kleinunternehmen zugeschnitten sind.

Ziel

Der Zugang zu innovativen und nachfrageorientierten Mikrofinanzdienstleistungen und zu Erwerbstätigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet an der Schnittstelle von öffentlichem Sektor, Privatwirtschaft und Finanzsektor. Es beteiligt sich an der Gemeinschaftsfinanzierung, mit deren Hilfe ghanaische Strategien zur Finanzsystem- und Privatsektorentwicklung umgesetzt werden sollen. Zudem fördert es die Zusammenarbeit unter den Gebern.

Das Vorhaben wird in Kooperation mit GFA, GOPA und der KfW Entwicklungsbank durchgeführt.

Das Programm umfasst drei Arbeitsfelder:

  1. Bankenaufsicht, finanzielle Grundbildung und Verbraucherschutz
    Bei der Stärkung des Mikrofinanzsektors stehen – neben der Reform der Bankenaufsicht und der gesetzlichen Rahmenbedingungen – der Verbraucherschutz für Kleinunternehmer und Geringverdiener, die Einführung einer finanziellen Grundbildung in weiterführenden Schulen und die Verbesserung des Produktangebots der Banken im Vordergrund.

  2. Versicherungen
    Mit Informationskampagnen werden Kleinunternehmen und Haushalte mit niedrigem Einkommen über Kosten, Nutzen und Risiken von Versicherungen aufgeklärt. Das Programm berät die Nationale Versicherungskommission dabei, gesetzliche Grundlagen zu überarbeiten und für private Versicherungsunternehmen bedarfsgerechte Versicherungsprodukte zu entwickeln. Das Projekt fördert darüber hinaus, dass sich lokale Versicherer mit erfahrenen internationalen Versicherungsunternehmen vernetzen. Es kooperiert dabei mit den Initiativen „Making Finance Work for Africa” und „Access to Insurance Initiative“.

  3. Berufsbildungsinitiative Ghana
    Zusammen mit dem ghanaischen Rat für Berufsbildung erhöht das Programm die Standards in der Berufsausbildung und verbessert die Steuerung des Berufsbildungssektors. Wirtschafts- und Berufsverbände werden dabei unterstützt, Ausbildungsbedarfe festzulegen und Weiterbildungskurse für Ausbilder, Facharbeiter und Auszubildende zu entwickeln. Das Programm fördert die Teilnahme von Frauen an Weiterbildungen in traditionellen Männerberufen. Zusammen mit der KfW Entwicklungsbank unterstützt es innovative Finanzierungsmechanismen im Berufsbildungsbereich. Ein wichtiger Aspekt ist daneben der Erfahrungsaustausch mit deutschen Berufs- und Wirtschaftsverbänden.

Wirkung

Im Bereich beruflicher Bildung konnten Ausbildungsstandards im Dienstleistungssektor und im verarbeitenden Gewerbe erstellt und die Steuerung des Berufsbildungssektors verbessert werden. In diesem Rahmen arbeitet das Programm mit ausgewählten Institutionen wie dem Rat für Berufsbildung oder Verbänden zusammen, um die Ausbildungsfähigkeit von Ausbildern steigern.

Durch innovative Ansätze unterstützt die GIZ den Mikrofinanzsektor und leistet damit einen Beitrag zum Konsumentenschutz und zu finanzieller Grundbildung: Es entwickelte maßgeschneiderte Trainings- und Mentoringprogramme für Mikrofinanzinstitutionen. Daneben werden Informationsmaterialien zur finanziellen Grundbildung für leseunkundige Bevölkerungsgruppen hergestellt.

Ghana: Lokale Unternehmer diskutieren über das ökonomisch und ökologisch nachhaltige Management ihrer Industriezone. © GIZ

Auf Roadshows in Zusammenarbeit mit 110 Mikrofinanzinstitutionen haben zahlreiche Menschen im ganzen Land eine erste finanzielle Grundbildung erhalten. Die beteiligten Mikrofinanzinstitute haben ihre Angebote und den Service verbessert. So konnten sie mehr Kunden gewinnen und die Spareinlagen erheblich steigern. Die Erfahrungen wurden zudem auf internationalen Konferenzen vorgestellt.