Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Ghana / Programme for Sustainable Economic Development (PSED)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: Europäische Union (EU)
Land: Ghana
Politischer Träger: Ministry of Finance (MoF)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2019

Ghana. Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Ausgangssituation

Die wirtschaftliche Entwicklung Ghanas seit Mitte der 1990er Jahre zählt zu den größten Erfolgsgeschichten in Subsahara-Afrika. Allerdings gibt es bei der Verteilung der Einkommen und von Vermögen innerhalb der Bevölkerung große Unterschiede. Für viele Menschen erschwert unzureichende berufliche Qualifizierung den Zugang zu Beschäftigung. Von den wirtschaftlich Aktiven in Ghana (geschätzte 11,5 Millionen) sind etwa 85 Prozent im informellen Sektor beschäftigt, wo Finanzdienstleistungen schwer verfügbar und kaum bezahlbar sind. Dies zeigt, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen die gleichen wirtschaftlichen Chancen haben. Eine große Herausforderung liegt für Ghana darin, seine wirtschaftliche Entwicklung inklusiver zu gestalten.

Ziel

Der Zugang zu innovativen und nachfrageorientierten Mikrofinanzdienstleistungen und zu Erwerbstätigkeit in Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet an der Schnittstelle von öffentlichem Sektor, Privatwirtschaft sowie Finanzsektor und umfasst drei Arbeitsfelder:

1. Finanzsystementwicklung
Die Förderung des Mikrofinanz- bzw. Versicherungssektors durch verbesserte Aufsicht und Regulierung bilden die Grundlage für Verbraucherschutz und finanzielle Grundbildung für Kleinstunternehmer und Geringverdiener.

2. Berufsbildungsinitiative Ghana
Seit 2012 setzt das Programm die Ghana Skills Development Initiative (GSDI) um, die sich auf die Modernisierung der traditionellen Lehre im informellen Sektor konzentriert und diese mit Kursen an formalen Berufsbildungseinrichtungen verbindet. In diesem Zusammenhang wird Ghanas Berufsbildungsagentur (COTVET) bei der Umsetzung von kompetenzbasierten Trainings an den Arbeitsplätzen und Schulen unterstützt. Die Rolle von Unternehmerverbänden und ihren Mitgliedern in der beruflichen Bildung wird gestärkt und Trainingsanbieter werden bei der Umsetzung der für Meister, Arbeiter und Auszubildende entwickelten Kurse unterstützt. Seit 2016 wird die von der EU mitfinanzierte dritte Phase der GSDI zusätzlich in weiteren Regionen, Sektoren und entlang landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten eingeführt. Die GSDI arbeitet eng mit dem von der KfW Entwicklungsbank geförderten Bildungsgutschein-Programm (GTVP) zusammen, das die Kurse an Schulen finanziert.

3. Beschäftigungsförderung für Rückkehrer und potenzielle Migranten
Seit Oktober 2017 zielt diese Maßnahmen darauf ab, die Beschäftigungs- und Einkommenssituation von ghanaischen Rückkehrern sowie Menschen mit Migrationsabsicht in drei ausgewählten Regionen zu verbessern und damit einen Beitrag zur Reintegration beziehungsweise eine Alternative zur Migration zu schaffen. Die Zielgruppen werden durch passgenaue Aus- und Fortbildungskurse, sowie Begleitung bei der Unternehmensgründung (Mentoring/Coaching, Zugang zu Finanzdienstleistungen) unterstützt, um selbstständige oder unselbstständige Beschäftigung zu finden.

Wirkung

Der Zugang zu Finanzdienstleistungen für die einkommensschwache Bevölkerung hat sich von 1,14 Millionen Kunden im Jahr 2012 auf 1,41 Millionen im Jahr 2016 verbessert. Die Mikroversicherungsabdeckung ist auf 7,5 Millionen Geringverdiener gestiegen, was einem Bevölkerungsanteil von 28 Prozent entspricht.

Der Berufsbildungsansatz wurde in drei Regionen und fünf Handwerken erfolgreich erprobt, wobei insgesamt 16 Ausbildungsanbieter und zehn Wirtschaftsverbände bei der Umsetzung der entwickelten Kurse für je 232 Auszubildende und Handwerksmeister unterstützt wurden. Im März 2016 bestanden 81 Prozent der Auszubildenden erfolgreich ihre Prüfung und erhielten ein national anerkanntes Zertifikat. Durch die Implementierung von GTVP soll die Anzahl der Begünstigten auf bis zu 12.000 Teilnehmende steigen.

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Im Bereich Beschäftigung und Migration wurden bislang mehr als 300 Menschen trainiert, darunter ca. 40 Rückkehrer.