Ernährungssicherung und friedliche Ressourcennutzung im Umfeld der Flüchtlingslager

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung und Unterstützung der friedlichen Ressourcennutzung im Umfeld der Flüchtlingslager im Osten des Tschad
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tschad
Politischer Träger: Ministère de l’Economie et du Plan
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2013

Ausgangssituation

Extreme klimatische Bedingungen und die Übernutzung der Anbauflächen haben zur Degradierung von zahlreichen Flusstälern im Ost-Tschad geführt. Das resultierende verringerte Produktionspotenzial der landwirtschaftlichen Flächen und die Verknappung der natürlichen Ressourcen (Wasser, Land, Holz) gefährdet die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Die Situation wurde seit 2004 durch den Zustrom von Flüchtlingen aus Darfur sowie von Binnenvertriebenen verschärft.

Ziel

Die Rehabilitierung der degradierten Flusstäler und die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion haben die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert. Ein nachhaltiges und friedliches Ressourcenmanagement hat die Ernährungssicherheit der Bevölkerung langfristig erhöht und Konflikte um die knappen Ressourcen verringert.

Vorgehensweise

Die Flusstäler werden durch den Bau von Flussschwellen und Erosionsschutzwällen rehabilitiert. Die Infrastrukturmaßnahmen werden unter Beteiligung der Bevölkerung und Aufsicht örtlicher Ingenieurbüros von lokalen Firmen umgesetzt. Durch den Einsatz lokaler Materialien, angepasster Techniken und durch den Transfer von Know-how wird gewährleistet, dass die Infrastruktur später instandgehalten werden kann und weitere Maßnahmen von der Bevölkerung selbst durchgeführt werden können. Landwirte werden in verbesserten Anbau- und Produktionsmethoden geschult, um die rehabilitierten Flusstäler in Wert zu setzen. Brunnen und Lagerhäuser tragen ebenfalls zur Steigerung und Sicherung der Produktion bei. Zusammenschlüsse von Landwirten werden gestärkt, um die Erzielung von Einkommen über reine Subsistenzwirtschaft hinaus zu ermöglichen. Örtliche Nutzerkomitees erheben und verwalten Abgaben für die Nutzung der Infrastruktur und organisieren notwendige Instandhaltungsarbeiten.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Im Rahmen des Vorhabens wurden bislang 26 Flussschwellen gebaut, fünf Flussschwellen rehabilitiert und 325 Kilometer Erosionsschutzwälle in fünf Wassereinzugsgebieten errichtet. Durch Erosionsschutzmaßnahmen wurden bereits mehr als 1200 Hektar landwirtschaftlicher Fläche rehabilitiert. 20 gewählte Nutzerkomitees wurden aus- und weitergebildet. Konflikte um die Nutzung natürlicher Ressourcen konnten mit Hilfe von schriftlichen Vereinbarungen zur Nutzung öffentlicher Infrastruktur (Flussschwellen, Brunnen, Lagerhäuser) in 15 Dörfern reduziert werden.