Biologische Vielfalt eröffnet Chancen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz der Agrobiodiversität im ländlichen Raum Albaniens (CABRA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für Tourismus und Umwelt
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2018

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Ausgangssituation

Albanien ist durch eine große biologische und landschaftliche Vielfalt gekennzeichnet. Obwohl das Land weniger als 0,3 Prozent der Fläche des europäischen Kontinents einnimmt, beherbergt es 30 Prozent aller bekannten europäischen Tier- und Pflanzenarten. Die teils schwer zugänglichen Bergregionen sind besonders artenreich. Auch die geografische Lage und die jahrzehntelange wirtschaftliche Isolation haben zu der enormen Artenvielfalt beigetragen.

Mit der politischen Öffnung des Landes nahm der Verlust der natürlichen wie auch der landwirtschaftlich genutzten biologischen Vielfalt (Agrobiodiversität) zu. Wildtierarten sind durch die Fragmentierung ihres Lebensraumes und nicht nachhaltige Jagd- oder Sammelpraktiken gefährdet. Heimische Nutzpflanzen und -tiere gehen wegen der Abwanderung der ländlichen Bevölkerung und fehlender Kontrolle des Handels mit Saatgut und Haustieren verloren – und mit ihnen das Wissen über ihre Bewirtschaftung und wirtschaftlichen Potenziale.

Ziel

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Programm verfolgt einen integrierten Ansatz der ländlichen Entwicklung. In diesem geht der Schutz der biologischen Vielfalt einher mit der Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft und Tourismus. 

Auf nationaler Ebene berät das Programm das Umweltministerium dabei, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen zum Schutz der Biodiversität, einschließlich der Reform der Schutzgebietsverwaltung, zu verbessern. Zugleich fördert es die Zusammenarbeit mit den für Landwirtschaft und Tourismus zuständigen Ministerien. Dazu werden die Fachkompetenzen sowohl der Ministerien als auch der nachgeordneten Behörden verbessert. 

Auf regionaler und lokaler Ebene unterstützt das Programm Partnerschaften zwischen der öffentlichen Verwaltung, privaten Unternehmen und Zivilgesellschaft mit dem Ziel, gemeinsam gender- und vorteilsgerechte Entwicklungsperspektiven zu entwickeln. In diesen werden Natur- und Biodiversitätsschutz, Landwirtschaft sowie Tourismus gleichermaßen verankert. Lokale Aktionsgruppen im Sinne des LEADER-Ansatzes der EU – ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es Menschen vor Ort ermöglicht, regionale Prozesse mit zu gestalten – sowie informelle, temporäre und themenbezogene Gruppierungen bilden dafür die Kooperationsformen.

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Wirkung

Die interministerielle Zusammenarbeit hat sich erheblich verbessert. So rückt die nationale Biodiversitätsstrategie 2014 erstmals die Bedeutung von Land- und Forstwirtschaft für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Vordergrund. Die nationale Tourismusstrategie widmet dem Thema nachhaltige ländliche Entwicklung und Natur-Tourismus ein eigenes Kapitel. Das Ministerium für Landwirtschaft gestaltet seine ländlichen Entwicklungsprogramme zunehmend unter Berücksichtigung der Tourismus- und der Biodiversitätsstrategie.

Die von dem Programm unterstützte Reform der Schutzgebietsverwaltung und die Neufassung der nationalen Biodiversitätsstrategie schaffen verbesserte institutionelle und politische Rahmenbedingungen für den Schutz der biologischen Vielfalt. Die zuvor der Forstverwaltung unterstellte Schutzgebietsverwaltung wird nunmehr als eigenständige Verwaltungseinheit geführt.

Zwei regionale Naturparks wurden in den Albanischen Alpen eingerichtet. Sie erweitern das Angebot an Destinationen für den Berg- und Wandertourismus. Davon gehen wichtige Impulse für die lokale wirtschaftliche Entwicklung und den Erhalt der Agrobiodiversität aus. Die regionale Vermarktung lokaler Produkte, wie Heil- und Wildkräuter, Kastanien oder Milcherzeugnisse, nimmt zu. Kleinbäuerliche Betriebe in den Bergregionen bauen vermehrt heimische Sorten an, die Bestände seltener Ziegenrassen haben sich fast verdoppelt.

Darüber hinaus wurde ein tragfähiges und nachhaltiges Marketing- und Markenkonzept für die Albanischen Alpen entwickelt, das sich gerade in der Umsetzung befindet. Dazu gehören die Erstellung von Richtlinien, die Etablierung und Förderung der Albanischen Alpen als regionale Marke und ihre Anerkennung als Natur-, Wander- und Outdoor-Destination. Hierbei besteht das Ziel darin, die tradierten Werte zu bewahren und gleichzeitig für einen nachhaltigen Tourismus nutzbar zu machen.

Mit der Einrichtung des Forums für Agrobiodiversität hat Albanien eine Verbindung zu europäischen Wissensnetzwerken hergestellt. Damit wurde der notwendige Rahmen für eine verbesserte Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit auf lokaler und nationaler Ebene geschaffen.