Unterstützung des Gesundheitssektors

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Unterstützung des Gesundheitssektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tansania
Politischer Träger: Ministry of Health, Community Development, Gender, Elderly and Children
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Tansania. Zufriedenes Mitglied des Community Health Funds in Nachingwea. © GIZ

Ausgangssituation

Die Gesundheitsstrategie Tansanias (2015-2020) hat das Ziel, den rund 50 Millionen Menschen in Tansania Zugang zu Basisgesundheitsdiensten zu ermöglichen, die objektiven Qualitätskriterien entsprechen und sich stärker an den Bedürfnissen und Erwartungen der Bevölkerung orientieren. Dem stehen finanzielle Zugangsbarrieren und erhebliche Qualitätsmängel in den Gesundheitseinrichtungen gegenüber. Nur knapp ein Fünftel der Bevölkerung ist krankenversichert oder nutzt ein gemeindebasiertes Vorauszahlungssystem. Eine systematische Qualitätssicherung der Gesundheitsdienste erfolgt nicht. Es gibt weder verbindliche Qualitätsstandards, noch ein einheitliches Bewertungssystem oder qualitätsbezogene Berichterstattung. In den Verwaltungen sind wesentliche Rahmenbedingungen geschaffen worden, die Umsetzung der Dezentralisierungsreformen kommt aber nur langsam voran. Der Zugang der Bevölkerung zu qualitätsgesicherten Gesundheitsdiensten ist noch nicht gegeben.

Ziel

Der Zugang der Bürgerinnen und Bürger zu qualitätsgesicherten Gesundheitsdiensten ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben greift die zentralen Ziele der nationalen Gesundheitsstrategie Tansanias auf und trägt dazu bei, dass Qualitätssicherung, soziale Absicherung im Krankheitsfall und Teilhabe der Zivilgesellschaft im Gesundheitssystem verankert und in den Partnerregionen Tanga, Mbeya, Mtwara und Lindi umgesetzt werden. Das Vorhaben unterstützt die Partner bei Qualitätssicherung, Gesundheitsverwaltung und sozialer Absicherung im Krankheitsfall, letzteres in Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank und dem Nationalen Krankenversicherungsfond. Zur Qualitätssicherung berät die britische Consulting OPTIONS. Es berät das Gesundheitsministerium, die Gesundheitsabteilung des President’s Office Regional Administration and Local Government und die dezentralen Verwaltungsstrukturen in den Partnerregionen. Dadurch trägt es zu wirksamerem, effizienterem Management und zu besserer Regierungsführung im Gesundheitssektor bei. Die Politikberatung wird durch die Stärkung der dezentralen personellen und institutionellen Leistungsfähigkeit ergänzt.

Von den nationalen Reformen wird die gesamte Bevölkerung Tansanias, von der Unterstützung der Partnerregionen die rund 7 Millionen Einwohner in Lindi, Mtwara, Tanga und Mbeya profitieren. Der Anteil der Armen ist hier mit 40 Prozent sehr hoch, ebenso der von Kindern und Jugendlichen; mehr als zwei Drittel der Einwohner sind unter 25 Jahre.

Wirkungen

Das Vorhaben hat die Erarbeitung nationaler Strategien für Gesundheitsfinanzierung, Qualitätsverbesserung, Personalentwicklung und die Zusammenarbeit von öffentlichem und privatem Sektor fachlich beraten und somit an der Ausgestaltung wesentlicher Reformen des Gesundheitssektors mitgewirkt. In den Partnerregionen wurden Qualitätsmanagementsysteme in Krankenhäusern institutionalisiert und messbare Qualitätsverbesserungen erzielt. Durch die Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung in der Krankenhausverwaltung konnten Prozesse effizienter gestaltet und Eigeneinnahmen signifikant gesteigert werden.

Die Administration der Community Health Funds, eines dezentralen Krankenversicherungsansatzes, wurde verbessert. Mehr Menschen sind versichert und können Dienstleistungen ohne finanzielles Risiko in Anspruch nehmen.