Wirtschaft und Beschäftigung fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Ministry of Economic Planning and Finance (MINECOFIN)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Trotz des hohen Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre gehören Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weiterhin zu den größten Herausforderungen Ruandas. Die Mehrheit der Bevölkerung im dichtbesiedelten Ruanda arbeitet in der Landwirtschaft, die dort erzielten Einkommen sind niedrig. Zudem steigt die Zahl der auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Menschen kontinuierlich an.

Die Förderung von Beschäftigung und die Entwicklung weg von der Landwirtschaft hin zu einer wissens- und servicebasierten Wirtschaft stehen weit oben auf der nationalen Entwicklungsagenda. Ruanda möchte die berufliche Qualifizierung verbessern, die Privatwirtschaft fördern und in den Arbeitsmarkt lenkend eingreifen. 

Ziel

Ausgewählte öffentliche und private Akteure haben beschäftigungswirksame Maßnahmen umgesetzt.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verbindet drei Arbeitsgebiete: Es verbessert die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in den Branchen Holzwirtschaft, Tourismus, Informations- und Kommunikationstechnologie, Kreativwirtschaft sowie E-Commerce und Logistik genauso wie die Qualität des nachfrageorientierten Berufsbildungssystems. Gleichzeitig baut es Arbeitsvermittlungszentren und -dienstleistungen aus. Bei seiner Arbeit achtet das Projektteam darauf, die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen zu erhöhen und Menschen mit Behinderungen in das Wirtschafts- und Arbeitsleben einzubeziehen.

Um für Unternehmen ein besseres wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, hat das Vorhaben das Industrie- und Handelsministerium, die nationale Wirtschaftsförderorganisation und die Organisationen der verfassten Wirtschaft wie Verbände oder Wirtschaftskammern fachlich und methodisch beraten. Letztere unterstützte das Projekt dabei, Dienstleistungen für ihre Mitglieder zu erbringen und die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen zu vertreten. 

Mit Verantwortlichen aus Berufsschulen, privaten Bildungsinstituten und dem Bildungsministerium erarbeitet das Projektteam ein arbeitsmarktorientiertes Angebot zur beruflichen Qualifizierung. Die Partner führen in den vier Branchen die kooperative, duale Berufsausbildung ein. Mit dem Bildungsministerium, der Berufsbildungsbehörde und Vertreter*innen der Privatwirtschaft entwickelt das Projekt das nachfrageorientierte Berufsbildungssystem weiter. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung eines Systems der Aus- und Fortbildung von Berufschullehrer*innen und die Qualifizierung betrieblicher Ausbilder*innen.

Um Arbeitssuchende und Arbeitgeber*innen effizienter in Kontakt zu bringen, unterstützt das Projektteam die Jobcenter in Kigali und Musanze, damit es seine Dienstleistungen verbessern und erweitern kann. Dazu kooperiert das Projekt mit Unternehmerverbänden, der Handelskammer und auch einzelnen Unternehmen, um die Anzahl der gemeldeten freien Stellen zu erhöhen. Mit dem Ministerium für öffentliche Dienstleistungen und Arbeit sowie anderen Partnerorganisationen baut das Projekt ein Arbeitsmarktinformations- und Analysesystem auf und unterstützt den Aufbau weiterer öffentlicher Jobcenter.

Wirkung

Das Ziel des Vorhabens ist, Arbeitsplätze in Ruanda zu schaffen. Zwischen Juni 2016 und Februar 2019 wurden durch den integrierten Ansatz von Privatwirtschaftsförderung, beruflicher Bildung und Arbeitsmarktinterventionen 916 Jobs geschaffen. 31 Prozent davon werden von Frauen besetzt. Bei den Jobcentern in Kigali und Musanze haben sich 2.241 Arbeitssuchende registriert. Durch die Arbeitsvermittlung konnten 817 Menschen in eine Beschäftigung oder ein Praktikum gebracht werden. Im akademischen Jahr 2019 sind in den 20 unterstützten Berufsschulen 3.085 Schüler*innen engschrieben. Der Mädchenanteil liegt bei 40 Prozent. Zum Ende des Jahres werden 1.028 Absolvent*innen gefragter Berufsabschlüsse in den Branchen Tourismus, Informations- und Kommunikationstechnik und Holz in den Arbeitsmarkt eintreten. Etwa 1.000 Personen haben an nachfrageorientierten Trainings und Weiterbildungen teilgenommen, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Bisher haben 300 Teilnehmer*innen drei Monate nach Trainingsende eine Beschäftigung gefunden. Der Frauenanteil liegt bei 38 Prozent.