Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Ministry of Economic Planning and Finance (MINECOFIN)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Die Ausbildung von Frauen in technischen Berufen steht im Fokus von Berufsausbildung und Lehrerfortbildung. © GIZ

Ausgangssituation
Die Mehrheit der Bevölkerung im dichtbesiedelten Ruanda arbeitet in der Landwirtschaft, die dort erzielten Einkommen sind niedrig. Da die Zahl der auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Menschen kontinuierlich steigt, plant Ruanda, jährlich 200.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft zu schaffen und bis 2020 ein Land mittleren Einkommens zu werden. Die Schaffung von nachhaltiger Beschäftigung durch Verbesserung der beruflichen Qualifizierung, Stärkung der Privatwirtschaft und gezielte Arbeitsmarktinterventionen stehen daher im Fokus der nationalen Entwicklungsstrategien.

Ziel
Die individuelle und gemeinschaftliche Leistungsfähigkeit von öffentlichen und privaten Institutionen zur Entwicklung nachhaltiger Beschäftigung ist verbessert.

Ruanda. Berufsschüler der ETEKA-Schule in Muhanga lernen Kfz-Elektronik kennen. © GIZ

Vorgehensweise
Das Vorhaben unterstützt den Aufbau von Kompetenzen staatlicher und privater Organisationen, die sich für nachhaltige Beschäftigung im Land einsetzen, und fördert ihre Vernetzung. Dabei sollen ein qualifizierteres Arbeitskräfteangebot und die Nachfrage wettbewerbsfähiger Unternehmen besser zusammengebracht werden. Dies bedeutet: Förderung einer an den Bedarfen der Wirtschaft orientierten nachhaltigen Berufsbildung, Verbesserung von Rahmenbedingungen sowie Trainings und Beratung für Unternehmen, Beratung zur Entwicklung und Umsetzung des nationalen Beschäftigungsprogramms und zur Einführung von Arbeitsvermittlungszentren. Umweltfreundliches Wirtschaften, eine erhöhte Teilhabe von Frauen in der Wirtschaft und die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt werden in allen Handlungsfeldern verfolgt. Consultingunternehmen unterstützen das Vorhaben in den Bereichen der Fortbildung von Ausbildern, der Entwicklung von Unternehmensdienstleistungen gemeinsam mit Kammern und Verbänden sowie im Bereich der Arbeitsmarktinterventionen.

Wirkungen
Privatwirtschaftsentwicklung. Durch Unterstützung des von Privatsektor und Staat getragenen Nationalen Sekretariats für den öffentlich-privaten Dialog konnten Dialogmechanismen in allen 30 Distrikten des Landes erfolgreich eingeführt werden. Vertreter des Privatsektors werden heute auf Kommunalebene in Entscheidungen einbezogen, die zum Beispiel die Festlegung lokaler Steuern und die von Unternehmen benötigte Infrastruktur betreffen. Unternehmerverbände und Kammern bieten ihren Mitgliedern zunehmend nachfrageorientierte Dienstleistungen wie die Gruppenbetriebsberatung (Nukleus-Ansatz) an. Als Ergebnis haben zum Beispiel Unternehmer des KfZ-Handwerks technische Fortbildungen in Berufsschulen für ihre Mitarbeiter organisiert. Ein Netzwerk von lokalen Managementtrainern bietet Kurse in Unternehmertum und Betriebsführung für Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen an. Neuerdings werden diese Kurse auch erfolgreich für Kooperativen und Unternehmen angeboten, die von Menschen mit Behinderungen geführt werden.

Förderung der beruflichen Bildung. Vertreter aus Staat und Privatwirtschaft haben gemeinsam einen Rahmen für die Arbeit von Berufsbildungsausschüssen erarbeitet. Die Partner entwickeln zukünftig Berufsprofile und Prüfungen gemeinsam. Zusammen mit der Berufsschulbehörde wurde ein Qualitätsmanagementsystem für Berufsschulen entwickelt und ein Praktikumsprogramm initiiert, das mittlerweile landesweit umgesetzt wird. Zusammen mit dem Verband der privaten Berufsschulen haben Entwicklungshelfer des Programms rund 1300 Lehrer für Kfz-Mechanik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Bauwesen, Elektronik und Elektrotechnik sowie Pädagogik fortgebildet. 300 Ausbilder in Berufsschulen und Betrieben nahmen an Fortbildungen zu kompetenzbasierter Ausbildung teil, etwa 100 Lehrer wurden in Berufsberatung ausgebildet.

Stärkung des Arbeitsmarktes. Das Programm berät die ruandische Regierung bei der Entwicklung und Umsetzung ihres nationalen Beschäftigungsprogramms. Eine Entwicklungshelferin unterstützt die Stadt Kigali bei der Entwicklung von Dienstleistungen ihres ersten Jobcenters, das bereits fast 200 Arbeitssuchenden zu einer Beschäftigung oder einem Praktikum verhalf. Über 700 junge Arbeitssuchende haben Berufsberatung, Unterstützung bei der Vorbereitung von Bewerbungsunterlagen und Interviews sowie Kurse in Grundlagen zu IT und Unternehmertum in Anspruch genommen.

Ruanda. Berufsberatung für junge Arbeitssuchende im Kigali Employment Service Centre. © GIZ

Kontakt

Petra Mueller-Glodde
petra.mueller-glodde@giz.de