Afghanistan: Shukoor Ullah Yaar, Fluglotsenschüler

Shukoor Ullah Yaar, Fluglotsenschüler in Afghanistan

Shukoor Ullah ist einer von 16 angehenden zivilen Fluglotsen in Afghanistan – die ersten nach langen Jahren voller Kriege und Konflikte. Er setzte sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren gegen 240 Bewerber durch. Jetzt ist er stolz, dass er an der Zukunft der zivilen Luftfahrt in Afghanistan arbeiten kann. Die GIZ unterstützt die Ausbildung der zivilen Fluglotsen sowie den Aufbau einer zivilen Flugsicherheitsbehörde im Auftrag des Auswärtigen Amtes.

Sie werden zum Fluglotsen ausgebildet. Was bedeutet Ihnen das?

Sehr viel. Die ganze afghanische Luftfahrt ist praktisch nicht existent, alle Piloten haben das Land verlassen wegen dem Dauerkriegszustand. Unser Land braucht Fluglotsen wie mich. Ich wollte immer Pilot werden, aber in meinem Land schien das unmöglich. Als ich mit der Schule fertig wurde, wusste ich nicht, was ich machen sollte, ich war unentschlossen. Die Ausbildung hat mein Leben verändert: meine Haltung, meine Art zu lernen. So bin ich meinem Traum sehr nah gekommen.

Der Lehrplan ist bestimmt sehr straff. Was haben Sie bisher gelernt?

Wir haben mit Luftfahrtenglisch angefangen. Dann ging es weiter mit Luftfahrtrecht, Phraseologie, Meteorologie und dem internationalen Luftfahrtabkommen. Wir waren für ein viermonatiges Simulator-Training in Indien – das war toll. Gerade werden wir auf ein Training on the Job in Bangladesch vorbereitet.

Wie finanzieren Sie die Ausbildung?

Wir bekommen ein kleines monatliches Gehalt, um uns auf den Unterricht konzentrieren zu können und nicht noch nebenher arbeiten zu müssen.

Bleiben Sie danach Ihrem Land erhalten oder zieht es Sie in die Ferne?

Ja, das war der Plan von Anfang an: wenn die ISAF-Truppen weg sind als lizenzierte Fluglotsen den Turm vom Masar-Flughafen zu übernehmen. Wir werden in meiner Heimatstadt Masar-e Scharif zum Einsatz kommen, das kommt mir sehr gelegen. Ich möchte gerne in der Nähe meiner Familie bleiben – bei meinen zwei Brüdern und sechs Schwestern und meinen Eltern.

Was ist das Besondere an Afghanistan?

Afghanistan ist das schönste Land der Welt – ich liebe es. Die Menschen hier sind herzlich und sanft und alles andere als Terroristen.


        
    
Shukoor macht eine Ausbildung zum Fluglotsen. Er und seine Kommilitonen bilden nach Abschluss die erste Generation ziviler Flugsicherung in Afghanistan.
Shukoor macht eine Ausbildung zum Fluglotsen. Er und seine Kommilitonen bilden nach Abschluss die erste Generation ziviler Flugsicherung in Afghanistan.

        
    
Die Gruppe hat bereits ein viermonatiges Simulator-Training in Indien hinter sich. Bevor sie ihre Lizenz erhalten geht es noch zu einem Praktikum nach Bangladesch.
Die Gruppe hat bereits ein viermonatiges Simulator-Training in Indien hinter sich. Bevor sie ihre Lizenz erhalten geht es noch zu einem Praktikum nach Bangladesch.

        
    
Anfang 2014 ist der junge Afghane fertig mit seiner Ausbildung. Wenn mit seiner Lizenzierung alles klappt, will er im Flughafen von Masar-e Scharif arbeiten.
Anfang 2014 ist der junge Afghane fertig mit seiner Ausbildung. Wenn mit seiner Lizenzierung alles klappt, will er im Flughafen von Masar-e Scharif arbeiten.

        
    
An die fordernden deutschen Ausbilder musste sich die Klasse erst noch gewöhnen. Die GIZ führt den theoretischen Teil der Ausbildung durch. Fotos: Sandra Calligaro
An die fordernden deutschen Ausbilder musste sich die Klasse erst noch gewöhnen. Die GIZ führt den theoretischen Teil der Ausbildung durch. Fotos: Sandra Calligaro

        
    
Im Unterricht werden die Schüler an die Arbeit am Radar herangeführt. Höchste Konzentration beim Einüben der Funkanweisungen ist hier das A und O.
Im Unterricht werden die Schüler an die Arbeit am Radar herangeführt. Höchste Konzentration beim Einüben der Funkanweisungen ist hier das A und O.

        
    
Die Schüler müssen sich viel Theorie aneignen: Luftfahrtrecht, Wetterkunde und weitere Fächer, die noch bis in die Pausen hinein studiert werden.
Die Schüler müssen sich viel Theorie aneignen: Luftfahrtrecht, Wetterkunde und weitere Fächer, die noch bis in die Pausen hinein studiert werden.

        
    
Im Stundenplan ist genug Zeit für das rituelle Gebet vorgesehen.
Im Stundenplan ist genug Zeit für das rituelle Gebet vorgesehen.

        
    
In den Vierbettzimmern, die sich die Auszubildenden im Trainingszentrum in Kabul teilen, wird nach Feierabend Musik gehört…
In den Vierbettzimmern, die sich die Auszubildenden im Trainingszentrum in Kabul teilen, wird nach Feierabend Musik gehört…

        
    
…oder doch noch ein paar Vokabeln Luftfahrtenglisch gebüffelt.
…oder doch noch ein paar Vokabeln Luftfahrtenglisch gebüffelt.