Hachem Chaabene, Bauingenieur aus Tunesien

Hachem Chaabene, Bauingenieur aus Tunesien

Hachem Chaabene ist einer von 100 ausgewählten Ingenieuren aus Tunesien, der auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Chance suchte. Mit Erfolg: Der junge Bauingenieur arbeitet heute bei der Firma MEA Water Management GmbH. Für die deutsche Firma, die Entwässerungssysteme entwickelt und produziert, fungiert Chaabene als Brückenbauer zu Kunden in der arabischen Welt. Im Auftrag des Auswärtigen Amts und in Kooperation mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) führt die GIZ das Vorhaben mit den Ingenieuren aus Tunesien durch.

Sie haben mit 24 Jahren Tunesien verlassen. Wie fühlt sich das an?

Ich komme eigentlich aus einer kleinen Stadt im Nordwesten von Tunesien. Im Alter von 15 Jahren bin ich von zu Hause weg, um auf ein Internat zu gehen. Zum Studieren bin ich dann nach Tunis umgezogen. Daher fiel es mir nicht schwer, nach Deutschland zu ziehen. Das Internet macht die Welt so klein und mit meiner Familie halte ich Kontakt über Skype. Außerdem kann ich, wenn es mich nach Hause zieht, in ein Flugzeug steigen und hinfliegen.

Warum reizte es Sie, nach Deutschland zu kommen?

Die deutsche Wirtschaft ist stark. Ingenieure werden gebraucht, auch Bauingenieure. Es gibt gute Chancen, eine Stelle zu finden und das Bauingenieurwesen ist hier auf sehr hohem Standard. Als ich über die GIZ-Anzeige von dem Pilotprojekt erfahren habe, dachte ich mir, das ist eine tolle Möglichkeit, um meinem Profil mehr Internationalität zu verleihen. So kann ich Deutsch lernen, von der deutschen Infrastruktur profitieren, meine Fachkompetenzen erweitern und wenn es gut läuft einen Job finden.

Wie haben Sie sich in den vergangenen Monaten eingelebt?

Mein Aufenthalt begann mit einem intensiven Deutschkurs. Ich habe von Null angefangen und in nur sechs Monaten ein gutes Niveau erreicht. Ansonsten hatten wir interkulturelle Schulungen, die uns auf das Leben und die Arbeit in Deutschland vorbereitet haben: Zeit- und Konfliktmanagement, Arbeitsplanung, Umgang mit Kollegen, deutsche Mentalität. Für das Praktikum bei MEA Water Management bin ich nach Augsburg gezogen. Es gefällt mir hier sehr gut, die Menschen sind freundlich und ich habe Anschluss gefunden.

Wie wünschen Sie sich Ihre Zukunft?

Ich würde gerne in Deutschland bleiben. Mit meinen Arabischkenntnissen könnte ich für Firmen nützlich sein, die Produkte in Nordafrika oder den Golfstaaten vertreiben wollen. Auch Mea Water Management hat viele Geschäftsbeziehungen zu Tunesien. Als Projektmanager könnte ich so auch von Deutschland aus für mein Land arbeiten. Später möchte ich ein eigenes Ingenieursbüro aufbauen.


        
    
Seit Juli 2013 absolviert Hachem Chaabene in der deutschen Firma MEA Water Management GmbH ein Praktikum. Sie gehört zur internationalen MEA-Gruppe.
Seit Juli 2013 absolviert Hachem Chaabene in der deutschen Firma MEA Water Management GmbH ein Praktikum. Sie gehört zur internationalen MEA-Gruppe.

        
    
MEA Water Management entwickelt und produziert Entwässerungssysteme. Ein Kollege zeigt dem Praktikanten eine vor der Firma installierte Regenwasserrinne.
MEA Water Management entwickelt und produziert Entwässerungssysteme. Ein Kollege zeigt dem Praktikanten eine vor der Firma installierte Regenwasserrinne.

        
    
Für die Rinnenkörper und andere MEA-Produkte finden sich zunehmend Kunden im arabischsprachigen Raum. Hier kann der tunesische Bauingenieur vermitteln.
Für die Rinnenkörper und andere MEA-Produkte finden sich zunehmend Kunden im arabischsprachigen Raum. Hier kann der tunesische Bauingenieur vermitteln.

        
    
Noch denkt Hachem Chaabene auf Arabisch. Seit Januar 2013 lernt er Deutsch und hat bereits das B1-Niveau erreicht, das für selbstständige Sprachverwendung steht.
Noch denkt Hachem Chaabene auf Arabisch. Seit Januar 2013 lernt er Deutsch und hat bereits das B1-Niveau erreicht, das für selbstständige Sprachverwendung steht.

        
    
Anfangs stellte die fremde Sprache eine echte Hürde dar. Doch die Kollegen halfen dem Tunesier, sich in der Firma zurechtzufinden. Fotos: Tristan Vostry
Anfangs stellte die fremde Sprache eine echte Hürde dar. Doch die Kollegen halfen dem Tunesier, sich in der Firma zurechtzufinden. Fotos: Tristan Vostry

        
    
Der 24-jährige Praktikant fühlt sich wohl bei MEA Water Management. Chaabene kann sich gut vorstellen, auch länger in dem Unternehmen zu bleiben.
Der 24-jährige Praktikant fühlt sich wohl bei MEA Water Management. Chaabene kann sich gut vorstellen, auch länger in dem Unternehmen zu bleiben.

        
    
Chaabene pendelt zwischen seinem derzeitigen Wohnort in Augsburg und dem Firmensitz in Aichach. Die halbstündige Fahrt nutzt er zum Lesen.
Chaabene pendelt zwischen seinem derzeitigen Wohnort in Augsburg und dem Firmensitz in Aichach. Die halbstündige Fahrt nutzt er zum Lesen.

        
    
Die tunesische IT-Ingenieurin Wissal Bennasr absolviert als Projektteilnehmerin ihr Praktikum bei Signalis in München. Hachem Chaabene begrüßt sie in Augsburg.
Die tunesische IT-Ingenieurin Wissal Bennasr absolviert als Projektteilnehmerin ihr Praktikum bei Signalis in München. Hachem Chaabene begrüßt sie in Augsburg.

        
    
Bei einem Kaffee tauschen sich die beiden tunesischen Fachkräfte darüber aus, wie sie sich in Deutschland und den aufnehmenden Firmen einleben.
Bei einem Kaffee tauschen sich die beiden tunesischen Fachkräfte darüber aus, wie sie sich in Deutschland und den aufnehmenden Firmen einleben.

        
    
Der junge Mann wohnt  in einer Wohngemeinschaft in Augsburg. Mit seinem deutschen Mitbewohner versteht er sich bestens. Sie spielen zusammen Schach.
Der junge Mann wohnt in einer Wohngemeinschaft in Augsburg. Mit seinem deutschen Mitbewohner versteht er sich bestens. Sie spielen zusammen Schach.

        
    
Seine Freizeit verbringt Chaabene gerne draußen, spielt Tischtennis, geht spazieren und shoppen.
Seine Freizeit verbringt Chaabene gerne draußen, spielt Tischtennis, geht spazieren und shoppen.