Ruanda: Sylvie Abagayire, Automechanikerin

Sylvie Abagayire, Automechanikerin in Ruanda

Sylvie Abagayire ist eine junge Autoelektronikerin in einer gut laufenden Kfz-Werkstatt in Ruandas Hauptstadt Kigali. Als einzige weibliche Technikerin in Führungsposition ermuntert sie andere Frauen, eine ähnliche Karriere anzustreben. Gemeinsam mit rund 6.600 anderen Teilnehmern profitierte sie dabei von Schulungen für junge Fachleute, die die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisierte.

Wie ist das Leben in Ruanda?

Ruanda ist ein kleines Land in Afrika. Es ist dicht bevölkert und entwickelt sich schnell. Ich liebe Kigali, weil die Stadt so sauber ist. Aber die Lebenshaltungskosten hier sind sehr hoch. Zum Glück habe ich einen Job.

Wie kommt es, dass Sie gerne an Autos herumbasteln?

Ich habe diesen Beruf gewählt, weil er modern ist und gut bezahlt. Ich liebe Autos und fahre leidenschaftlich gerne – auch wenn ich mir bisher kein eigenes leisten kann. Ich habe Spaß an der Autoelektronik. Es ist nicht nur ein Beruf für Männer. Das ist es auch, was ich anderen Frauen und Mädchen immer wieder sage: wir können in technischen Berufen gute Leistungen erbringen!

Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?

Als Kind wollte ich eigentlich nie Mechanikerin werden. Es gab Momente während meiner Ausbildung, wo ich lieber aufhören und mich nach einem typisch weiblichen Job umsehen wollte: Krankenschwester, Sekretärin oder Buchhalterin. Aber jetzt liebe ich was ich mache und auch meine Familie, meine Kollegen und Freunde wissen meine Tätigkeit zu schätzen.

Wie kam es dazu, dass sie ihre Einstellung geändert haben?

Ich bin die einzige Frau in unserer Werkstatt – und ich mache meine Arbeit gut. Egal welche Vorurteile andere mir gegenüber hatten, das hat meinen Dienst nie beeinflusst. Ich habe während meiner Ausbildung gepaukt, viel praktische Erfahrung gesammelt und wurde zur Leitung der Elektronikabteilung befördert. Ich konnte meinen Chef und die Kunden von meinen Fähigkeiten überzeugen.

Was erwarten Sie von der Zukunft?

Ich habe den Ehrgeiz, weiter zu studieren und mein Wissen über Autotechnologie und -elektronik zu vertiefen. Später würde ich gern mein eigenes Unternehmen im Bereich Autoindustrie haben. So könnte ich mehr Geld verdienen, um für meine Zukunft aufzukommen und anderen zu helfen.


        
    
Sylvie Abagayires Arbeitsplatz liegt in Kigali, der hügeligen Hauptstadt Ruandas. Zwei Drittel der Ruander sind wie Sylvie unter 25 Jahre alt. Fotos: Alena Gärtner
Sylvie Abagayires Arbeitsplatz liegt in Kigali, der hügeligen Hauptstadt Ruandas. Zwei Drittel der Ruander sind wie Sylvie unter 25 Jahre alt. Fotos: Alena Gärtner

        
    
Wie viele Unternehmen in Ruanda ist die Werkstatt ATECAR auf gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen – oft mangelt es an fachlichen Kompetenzen.
Wie viele Unternehmen in Ruanda ist die Werkstatt ATECAR auf gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen – oft mangelt es an fachlichen Kompetenzen.

        
    
Die junge Mechanikerin legt Wert auf eine gute Ausbildung. Sie nahm an der GIZ-Initiative „Upgrade your skills“ teil, wo sie ihren späteren Chef beeindruckte.
Die junge Mechanikerin legt Wert auf eine gute Ausbildung. Sie nahm an der GIZ-Initiative „Upgrade your skills“ teil, wo sie ihren späteren Chef beeindruckte.

        
    
Schleifen, sägen, löten… Alles dreht sich ums Auto. Lärm und schmutzige Hände gehören zum Arbeitsalltag. Da darf man nicht zimperlich sein.
Schleifen, sägen, löten… Alles dreht sich ums Auto. Lärm und schmutzige Hände gehören zum Arbeitsalltag. Da darf man nicht zimperlich sein.

        
    
ATECAR hat 50 Mitarbeiter. Insbesondere die technischen Berufe im Bereich der KfZ-Mechanik ziehen eher männliche Arbeitssuchende an.
ATECAR hat 50 Mitarbeiter. Insbesondere die technischen Berufe im Bereich der KfZ-Mechanik ziehen eher männliche Arbeitssuchende an.

        
    
In der technischen Abteilung ist Sylvie Abagayire die einzige Frau. Durch ihren guten Service wurde sie zur Leitung der Elektronik bei ATECAR befördert.
In der technischen Abteilung ist Sylvie Abagayire die einzige Frau. Durch ihren guten Service wurde sie zur Leitung der Elektronik bei ATECAR befördert.

        
    
Eine berufliche Perspektive ist wichtig für Ruandas Jugend. Berufsbildung und Beschäftigung tragen zur Konfliktprävention im Land bei.
Eine berufliche Perspektive ist wichtig für Ruandas Jugend. Berufsbildung und Beschäftigung tragen zur Konfliktprävention im Land bei.

        
    
Der Job verschafft Sylvie Unabhängigkeit und ein gesichertes Einkommen. Die inzwischen erfahrene Automechanikerin wird von Kunden und Kollegen geschätzt.
Der Job verschafft Sylvie Unabhängigkeit und ein gesichertes Einkommen. Die inzwischen erfahrene Automechanikerin wird von Kunden und Kollegen geschätzt.

        
    
Die moderne Städterin ist zufrieden mit ihrem Leben. Nur könnte es ein bisschen günstiger sein: die Lebenshaltungskosten in Kigali sind hoch.
Die moderne Städterin ist zufrieden mit ihrem Leben. Nur könnte es ein bisschen günstiger sein: die Lebenshaltungskosten in Kigali sind hoch.

        
    
Den wohlverdienten Feierabend verbringt Sylvie auch gerne mal unter Frauen. Hier in einem Café mit einer Freundin.
Den wohlverdienten Feierabend verbringt Sylvie auch gerne mal unter Frauen. Hier in einem Café mit einer Freundin.