Yanqing Chang, Umwelttechnologe aus China

Yanqing Chang, Umwelttechnologe aus China

In Yanqing Changs Leben dreht sich alles um moderne Umweltschutztechnologien – am liebsten „Made in Germany“. Der Chinese arbeitet für eines der größten Abfallentsorgungsunternehmen seines Landes und kommt gerne nach Deutschland. Die GIZ hat für die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und drei chinesische Provinzen bereits rund 1.000 Fachkräfte aus China mit Unternehmen und Institutionen in Nordrhein-Westfalen zusammengebracht - zum Vorteil aller.

Warum ist für Sie als Umwelttechnologe Deutschland und besonders Nordrhein-Westfalen interessant?
Nordrhein-Westfalen und die chinesischen Provinzen, in denen ich arbeite, sind sehr ähnlich: dicht besiedelt mit großem Abfallvolumen. Wir in China hatten und haben massive Probleme, während Deutschland schon in den 1990er Jahren mit seinen Technologien weit voraus war.

Sie arbeiten und leben in China, sind aber sehr oft geschäftlich in Deutschland. Welche Unterschiede der beiden Kulturen fallen Ihnen auf?
Bei der Mentalität gibt es schon große Unterschiede. Hier in Deutschland ist alles auf die Minute pünktlich. Wir setzen unsere Meetings flexibler an. Bei Verhandlungen entscheiden die Deutschen schnell – ein klares „Ja“ oder „Nein“. Wir Chinesen bleiben meist bei einem „Vielleicht. Das können wir noch überlegen“. Mittlerweile kann ich gut damit umgehen.

Was bedeutet Ihre Arbeit für Sie und für die Menschen in China?
Ich verstehe es als meinen Auftrag, das in Deutschland Gelernte nach China zu bringen. Ich wünsche mir, dass wir Abfallprobleme mit Hilfe moderner Technologie lösen. Mein Traum ist erfüllt, wenn die Menschen in China saubere Luft atmen und reines Wasser trinken können.

Was wollten Sie als Kind werden?
Mich hat Musik fasziniert. Dann der Sport: Tischtennis, Basketball. Aber letztendlich wollte ich immer Wissenschaftler werden, an Elektronik und Technik basteln. Technik war schon immer mein Hobby und meine Leidenschaft.

Was werden Sie tun, wenn Sie in Rente gehen?
Ich werde mit meiner Familie Urlaub machen. Denn im Moment habe ich viele Projekte und arbeite schon sehr viel. Der Umweltschutz wird mich aber nie ganz loslassen: Ich habe einen Sohn und wollte immer, dass auch er Umwelttechnologie studiert. Jetzt arbeitet er im Umweltbereich in Peking. Das macht mich sehr stolz. Und wenn meine Enkelkinder auch noch anfangen, sich für Umweltschutz zu interessieren – dann habe ich alles erreicht.

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    Changs Heimatprovinz in China hat hohe Ziele im Klima- und Umweltschutz. Im nordrhein-westfälischen Umweltministerium gibt es viele Anknüpfungspunkte.
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    Yanqing Chang ist der geborene Netzwerker. Der chinesische Umwelttechnologe hat bislang kaum eine der Alumniveranstaltungen der GIZ versäumt. Fotos: Andi Kassier
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    Das Mittagessen der Delegation findet im Düsseldorfer China-Center statt. Chang selbst mag auch deutsche Hausmannskost.
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    Ein Jahr lang war Chang in Deutschland. Seitdem weiß er, wie die Deutschen ticken: Es haben sich schon interessante Geschäftsoptionen entwickelt.
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    Chang hat über das Fortbildungsprogramm mehrere Monate lang intensiv Deutsch gelernt. Umso erfolgreicher gestaltet sich der Austausch mit deutschen Experten.
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    Chang hat das „Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof“ in Kamp-Lintfort bereits einige Male besichtigt und wirbt für „Abfalltechnologie made in Germany“.
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    „Es macht mir Freude, mein Wissen weiterzugeben“, sagt der Umwelttechnologe aus China. Die Delegationsreise im September 2013 nach NRW hat er selbst initiiert.
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    Das Ziel des chinesischen Technik-Fans: „Ich möchte dazu beitragen, die Lebens-situation meiner Mitmenschen durch moderne Umwelttechnologie zu verbessern.“
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    Auf Wiedersehen: Bis zu vier Mal im Jahr reist Chang nach Deutschland und kommt seinem Ziel jedes Mal ein Stück näher.