Mosambik: Cussara José Chicamba, Katastrophenschützer

Cussara José Chicamba, Katastrophenschützer in Mosambik

Der Búzi-Fluss in Mosambik tritt immer häufiger über die Ufer, eine Folge des Klimawandels. Cussara José Chicamba bereitet die Menschen dort auf den Ernstfall vor. Mit Frühwarnsystemen schützt sich die Bevölkerung vor Überschwemmungen. In den vergangenen zehn Jahren sind 670 Freiwilligenkomitees mit über 8.000 ausgebildeten Helfern entstanden. Die GIZ unterstützt die mosambikanischen Partner im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei der Anpassung an den Klimawandel.

Wovon leben die Menschen in Ihrer Dorfgemeinschaft?

In meinem Dorf leben die meisten Menschen von der Landwirtschaft, fast alle haben ihre Felder direkt am Fluss. Außerdem fischen wir auch am Fluss. Alles, was wir machen, ist zum Selbsterhalt.

Was macht das Leben am Fluss aus?

Wir sind abhängig von den Launen des Búzi-Flusses – er nutzt uns, aber er schadet uns auch. Er liefert uns Fische und Wasser für unsere Pflanzen. Aber wenn es zu viel regnet, kann er plötzlich über die Ufer treten. Dann zerstört er unseren Anbau und damit unsere Lebensgrundlage. Das Hochwasser kann uns auch nachts in unseren Häusern überraschen. Wir müssen daher sehr wachsam sein.

Kam es bereits zu einer Katastrophe?

Im Jahr 2000 hatten wir ein Hochwasser, auf das wir nicht vorbereitet waren. Hunderte Menschen ertranken, abertausende Häuser wurden weggespült, auch Tiere und ganze Felder. Das hat mich sehr getroffen. Ich sah das Wasser ansteigen, die Zerstörung, die es anrichtete, war aber völlig machtlos. Bei einem Zyklon sieben Jahre später hat sich das Frühwarnsystem schon ausgezahlt. Alle Bewohner der Region Búzi konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und es gab genug Vorräte und Trinkwasser.

Wie schützen Sie sich und andere heute?

Als freiwilliger Ersthelfer im Katastrophenschutz habe ich gelernt, richtig auf die Bedrohungen der Natur zu reagieren. Es gibt heute ein Beobachtungssystem für den Búzi-Fluss: An Messstationen lesen wir den Wasserpegel ab und melden ihn über Rundfunk dem Analyse- und Vorhersagezentrum. Gibt es Auffälligkeiten, werden die Katastrophenschutzkomitees in den Dörfern alarmiert. Bei Warnstufe rot informieren sie die Bevölkerung über Megafon und Radio. Im Falle eines Zyklons bringen sie die Menschen in sichere Unterkünfte, bei Hochwasser evakuieren wir sie in höher gelegene Gegenden.

Wie fühlt es sich an, so viel Verantwortung zu übernehmen?

Es fühlt sich richtig an. Wir haben gelernt mit dem Hochwasser zu leben und uns richtig zu verhalten. Wir sind vorbereitet. Das Hochwasser kann kommen – ich habe keine Angst.

Seit 2013 bildet Cussara José Chicamba landesweit Hochwasserhelfer und Freiwilligenkomitees für die GIZ aus, damit die Menschen auf den Klimawandel besser vorbereitet sind.


        
    
Cussara José Chicamba lebt mit seiner Familie am Ufer des Búzi in Mosambik. Der Fluss prägt das Leben seiner Familie und seines Dorfes.
Cussara José Chicamba lebt mit seiner Familie am Ufer des Búzi in Mosambik. Der Fluss prägt das Leben seiner Familie und seines Dorfes.

        
    
Bei starken Regenfällen kann der Pegel des Flusses um mehrere Meter steigen, so dass Dörfer und Felder überflutet werden. Fotos: Felix Seuffert
Bei starken Regenfällen kann der Pegel des Flusses um mehrere Meter steigen, so dass Dörfer und Felder überflutet werden. Fotos: Felix Seuffert

        
    
Der Fluss bildet die Lebensgrundlage in der Region: Chicamba bewässert seine Felder mithilfe des Flusses und fängt dort Fisch.
Der Fluss bildet die Lebensgrundlage in der Region: Chicamba bewässert seine Felder mithilfe des Flusses und fängt dort Fisch.

        
    
Um sich vor den Überflutungen des Flusses zu schützen, wurden seit 2003 mehrere Freiwilligenkomitees gegründet. Sie bereiten die Bevölkerung vor.
Um sich vor den Überflutungen des Flusses zu schützen, wurden seit 2003 mehrere Freiwilligenkomitees gegründet. Sie bereiten die Bevölkerung vor.

        
    
Im Falle eines Hochwassers bringen die Freiwilligen des Komitees die Menschen des Dorfes zu höher gelegenen Gegenden.
Im Falle eines Hochwassers bringen die Freiwilligen des Komitees die Menschen des Dorfes zu höher gelegenen Gegenden.

        
    
Jeder Freiwillige im Komitee hat seine Aufgabe: Vorwarnungen verbreiten, Schutzorte suchen, Erste Hilfe leisten.
Jeder Freiwillige im Komitee hat seine Aufgabe: Vorwarnungen verbreiten, Schutzorte suchen, Erste Hilfe leisten.

        
    
Dank der Freiwilligenkomitees haben die Menschen gelernt mit den Launen des Flusses zu leben.
Dank der Freiwilligenkomitees haben die Menschen gelernt mit den Launen des Flusses zu leben.

        
    
Cussara José Chicamba sagt: „Egal ob die Flut kommt oder nicht, wir sind immer vorbereitet. Wir haben keine Angst mehr vor dem Wasser.“
Cussara José Chicamba sagt: „Egal ob die Flut kommt oder nicht, wir sind immer vorbereitet. Wir haben keine Angst mehr vor dem Wasser.“