Steve Ngatia Maina, Alumnus von "Afrika kommt!" aus Kenia

Steve Ngatia Maina, Alumnus von "Afrika kommt!" aus Kenia

Vom Stipendiat zum Mitarbeiter: Steve Ngatia Maina aus Kenia war über das Programm „Afrika kommt!“ neun Monate bei Merck in Darmstadt. Danach wurde er als Mitarbeiter übernommen. Mit der Initiative „Afrika kommt!“ bieten 19 große deutsche Unternehmen afrikanischen Nachwuchsführungskräften Einblicke in ihre Arbeitsabläufe und Managementmethoden. Die GIZ plant, organisiert und evaluiert das Stipendienprogramm im Auftrag der Unternehmen.

Was hat „Afrika kommt!“ für Sie gebracht?

Das einjährige Programm hat mein Leben verändert. Ich bin zum ersten Mal in ein fremdes Land gegangen. Durch den dreimonatigen Sprachkurs vor meiner Ausreise konnte ich mich in Deutschland zurechtfinden. Anschließend war ich neun Monate bei Merck und habe viel über die Kultur und die Arbeitsweise in Deutschland gelernt.

Welche Kulturunterschiede sind Ihnen aufgefallen?

Ein „Nein“ heißt hier auch wirklich „nein“. In Kenia kann sich das „Nein“ am nächsten Tag in ein „Ja“ verwandeln. Ein kleiner Kulturschock war für mich auch der Supermarkt. Wir haben in Nairobi jemanden, der an den Kassen die Waren einpackt. Das ist typisch. In Deutschland sind viele Prozesse optimiert. Es arbeiten nicht so viele Menschen an einer Sache.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Derzeit entwickle ich bei Merck Geschäftsstrategien für Märkte im Nahen Osten, in der Golfregion und in Nordwestafrika. Diese Erfahrungen nehme ich natürlich nach Kenia mit. Ich möchte mein Wissen, das ich hier gerade sammle, weiter nutzen. In einem Jahr endet mein Vertrag und ich gehe nach Nairobi zurück – oder an einen anderen Ort auf der Welt. Ich bin offen für Neues.

Was haben Sie durch „Afrika kommt!“ gelernt?

Zusätzlich zu den Arbeitsabläufen bei Merck hatte ich immer wieder Management-Fortbildungen. Das gehört zum Programm dazu. Ich fahre oft nach Bonn zu Netzwerktreffen mit Alumni und Stipendiaten von „Afrika kommt!“. Auch in Kenia nehme ich immer wieder an Treffen des Programms teil.

Welchen Rat würden Sie jungen Führungskräften mitgeben?

Man muss Veränderungen annehmen und verstehen, dass alles immer in Bewegung ist. Für junge Leute in Afrika gibt es viele Chancen, Veränderungen mitzugestalten. Gerade in Afrika ist es jetzt wichtig, in die Zukunft zu schauen und sich nicht zu sehr mit der Vergangenheit aufzuhalten.


        
    
Win-win: Für Steve Ngatia Maina hat sich die Investition in „Afrika kommt!“ genauso gelohnt wie für Merck.

        
    
Die Bewerberzahl für „Afrika kommt!“ ist steigend. Für das laufende Programm gab es mehr als 3.000 Bewerbungen. 21 Stipendiaten wurden ausgewählt.

        
    
Zurück in der Heimat sind die Alumni von „Afrika kommt! wichtige Geschäftspartner. Jedem Dritten gelingt der Einstieg in die Niederlassung des Gastunternehmens. Andere machen sich selbstständig.

        
    
Seine Kollegen in Darmstadt schätzen Steve Ngatia Maina. Er arbeitet gerne im Team…

        
    
…ist aber auch entscheidungsstark. Seine Führungsqualitäten konnte er während des Programms weiterentwickeln. Fotos: Andy Kassier

        
    
Mit „Afrika kommt!“ bieten 19 deutsche Unternehmen afrikanischen Nachwuchsführungskräften Einblicke in ihre Arbeitsabläufe und Managementmethoden.

        
    
Auch wenn es in der Kantine bei Merck kein Chapati gibt, fühlt sich Steve Ngatia Maina in Deutschland wohl.

        
    
Brücken bauen zwischen Afrika und Europa – auch in der Mittagspause. „Natürlich“ ist Steve Ngatia Maina Lieblingswort auf Deutsch, das könne man immer sagen.

        
    
Darmstadt ist zu Steve Ngatia Mainas zweiter Heimat geworden.

        
    
In Nairobi arbeitete Steve Ngatia Maina als Strategieberater für zwei Unternehmen.

        
    
Bundespräsident Joachim Gauck empfing 2013 den dritten Jahrgang von „Afrika kommt!“ als Schirmherr des Programms im Schloss Bellevue.