Unterstützung des Gesundheitssystems in der Region Süd-Kivu

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Unterstützung des Gesundheitssystems in der Provinz Süd-Kivu (PASS)
Auftraggeber: Direktion für die Entwicklung und Zusammenarbeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Finanzier: Direktion für die Entwicklung und Zusammenarbeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministerium für Gesundheit der Provinz Süd-
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Plakat für die Auftaktveranstaltung des Projekts

Ausgangssituation

Der Gesundheitszustand der Bevölkerung in der Provinz Süd-Kivu im Osten Kongos ist prekär und es gibt kaum Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Die schwierige Sicherheitslage, Armut sowie geografische und kulturelle Aspekte beeinträchtigen die Gesundheitsversorgung vieler Menschen.

Die Provinz Süd-Kivu verzeichnet die höchsten Sterblichkeitsraten des Landes. Besonders die Mütter- und Kindersterblichkeitsraten sind alarmierend hoch. Zudem kommt es, neben den regelmäßigen Ausbrüchen von Malaria, akuten Atemwegsinfektionen, Unterernährung und parasitären Krankheiten, regelmäßig zu Epidemien wie Cholera, Masern und zuletzt Ebola.

Ziel

Der gesundheitliche Zustand der Bevölkerung hat sich in den acht unterstützten Gesundheitsbezirken verbessert. Der Bevölkerung stehen ein breiteres Angebot, eine bessere Qualität der Dienstleistungen und ein besserer Zugang zur Verfügung.

Zentrale des Nyangezi-Gesundheitsbezirks

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet mit Expertenteams in der Provinzhauptstadt Bukavu. In den acht Gesundheitsbezirken Kaziba, Minova, Mubumbano, Mwana, Nyangezi, Nyantende, Ruzizi und Uvira profitieren langfristig schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen von den Aktivitäten. 

Das Projekt arbeitet eng mit dem Gesundheitsministerium der Provinz Süd-Kivu (MPS), der Gesundheitsdivision der Provinz Süd-Kivu (DPS) und der Provinzialinspektion für Gesundheit zusammen. Zunächst sollen die Medikamentenversorgung und die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen verbessert werden. Hierfür werden die Gesundheitsbezirke bei ihrer Jahresplanung unterstützt. Das Gesundheits- und Verwaltungspersonal erhält Schulungen für spezifische Fachthemen wie Finanzmanagement und Gesundheitspflege. Die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen wird regelmäßig geprüft und ein Prämiensystem für Gesundheitspersonal wird eingeführt. Ein zweiter Projektbestandteil ist die Unterstützung der finanziellen Verwaltung im Gesundheitswesen. In diesem Zusammenhang werden bereits bestehende Initiativen zur finanziellen Unterstützung von Bedürftigen und zur Risikoverteilung (Gesundheitsversicherungen) unterstützt.

Außerdem werden ein neues Planungssystem zur Medikamentenversorgung und eine Preistabelle entwickelt. Drittens stärkt das Projekt die Verwaltungsstrukturen in der Provinz, wobei die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure (darunter DPS, MPS, Provinzialinspektion für Gesundheit) verbessert werden soll. Weiterhin verbessert das Vorhaben die Gesundheitsinfrastruktur. Ausgewählte Gesundheitszentren und Krankenhäuser in den Gesundheitsbezirken werden saniert oder neu aufgebaut und ausgestattet. Schließlich unterstützt das Vorhaben auch das Provinzlabor bei der Durchführung von Studien und bei der Umsetzung eines Risikowarnsystems. 

Wirkung

  • Mütter und Kinder erhalten jetzt beispielsweise pränatale Beratungen, Geburtshilfe und Impfungen. Dafür wurden Partnerschaftsabkommen mit Gesundheitsakteuren sowie Leistungsverträge mit acht Gesundheitsbezirken, acht Krankenhäusern und 123 Gesundheitszentren unterzeichnet. 
  • 11.835 Jugendliche wurden im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit aufgeklärt. Das Projekt unterstützt dafür 14 Jugendzentren. Vereinigungen in den Gemeinden führen die Aufklärungssitzungen durch. Sie behandeln verschiedene Themen wie die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten oder HIV/AIDS.
  • Die Motivation von Mitarbeiter*innen im Gesundheitssystem ist gestiegen. Dadurch hat sich die Qualität von Dienstleistungen verbessert. Das Vorhaben zahlt in diesem Zusammenhang Leistungsprämien. In den Gesundheitsbezirken und auf Provinzen werden regelmäßig Bewertungsworkshops und -sitzungen organisiert, um weitere Aktivitäten anzupassen. 
  • Im Nyangezi-Gesundheitsbezirk ist eine neue Gesundheitszentrale entstanden. Auch das Kasihe-Gesundheitszentrum im Mwana-Gesundheitsbezirk und ein Koordinierungsbüro für Krankenversicherungen in Bukavu wurden aufgebaut. Darüber hinaus konnte das Kasiba-Krankenhaus saniert werden. Es handelt sich um einzelne Beispiele von vielen sanierten oder neu entstandenen Gesundheitseinrichtungen.
  • Das Krankenhaus im Nyangezi-Gesundheitsbezirk verfügt über eine Solarstromanlage, sodass im Notfall die Stromversorgung sichergestellt ist. Krankenhäuser und betreute Gesundheitszentren wurden mit medizinischen Geräten ausgestattet, zum Beispiel mobile Ultraschalleinheiten, EKG-Geräte, elektrische Skalpelle, Speziallampen, Operationstische oder Geburtstische. 
  • Verschiedene Studien sind entstanden. So existieren wissenschaftliche Ergebnisse über die Preisgestaltung, Pflegekosten und die Kaufkraft der Bevölkerung in der Provinz Süd-Kivu.

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