Strategische Beiträge zum Reformprozess der beruflichen Bildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strategische Beiträge zum Reformprozess der beruflichen Bildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Paraguay
Politischer Träger: Ministerio de Educación y Cultura (MEC)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation

Trotz einer insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren ist das agrarisch geprägte Paraguay nach wie vor eines der ärmsten Länder Südamerikas. Der gewerblich-industrielle Wirtschaftszweig entwickelt sich nur langsam. Der Anteil an ausländischen Direktinvestitionen wächst jedoch, wodurch auch die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften steigt. Bereits jetzt verzeichnet die Industrie einen Mangel an Fachkräften für Mechatronik, zum Beispiel Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugtechnik, sowie im Bereich Instandhaltung und Service. Dies führt dazu, dass verstärkt Fachkräfte aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien eingesetzt werden. Das Berufsbildungssystem ist weder qualitativ noch quantitativ in der Lage, den Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Fachkräften zu decken.

Die Regierung hat die Reform des Berufsbildungssystems und die Schaffung eines regulatorischen Rahmens eingeleitet, ein neues Berufsbildungsgesetz liegt zur Abstimmung im Kongress. Damit soll die Anzahl der Berufsbildungseinrichtungen erhöht werden, die angebotenen Ausbildungsgänge sollen diversifiziert und stärker auf die Berufspraxis ausgerichtet werden. Die Notwendigkeit des Dialogs zwischen Staat und Privatwirtschaft wird ausdrücklich betont.

Ziel

Die inhaltlichen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen für bedarfsorientierte, kooperative Berufsbildung im Bereich Mechatronik sind geschaffen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben leistet ausgewählte strategische Beiträge zum Reformprozess der beruflichen Bildung in Paraguay. Durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen und in enger Kooperation mit der lokalen und der deutschen Wirtschaft soll ein am dualen Berufsbildungssystem orientiertes und an die lokalen Gegebenheiten angepasstes kooperatives Ausbildungsmodell entwickelt und erprobt werden. Dazu werden in Pilotprojekten Machbarkeit und Vorteilhaftigkeit kooperativer beruflicher Bildung verdeutlicht. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden aufgearbeitet und in den politischen Dialog zur Reform des Berufsbildungssystems eingebracht.

Die Durchführungspartner sind das Bildungsministerium, die Außenhandelskammer Paraguays (AHK), der Industrieverband (UIP) und die Nationale Universität (FIUNA). Alle Beteiligten sind Mitglieder des Steuerungsgremiums des geplanten kooperativen Ausbildungsmodells.
Von den Maßnahmen profitieren weibliche und männliche Jugendliche mit technischem Schulabschluss, die an der dual-kooperativen Ausbildung teilnehmen.