Systemisches Ressourcenmanagement in der Karibik

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Klimaresilienz karibischer Insel- und Küstenstaaten durch systemisches Ressourcenmanagement zu Land und zu Wasser
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: St. Lucia
Politischer Träger: Caribbean Public Health Agency (CARPHA), Environmental Health & Sustainable Development Department
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021 

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Ausgangssituation

Die Karibik ist weltweit eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen. Die Erhaltung der Ökosysteme und ihrer Biodiversität sind von zentraler Bedeutung für die langfristige Entwicklung der karibischen Insel- und Küstenstaaten. Negative Auswirkungen betreffen vor allem den Tourismus, die Fischerei und die Landwirtschaft. Doch die in diesen Bereichen tätige Bevölkerung verfügt kaum über Anreize und Anleitungen, ihre Produktionsverfahren zu ändern, um damit ihre Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu erhöhen.
Zwar gibt es praktische Ansätze zur umweltverträglichen Nutzung der Ressourcen aus Meer und Boden, doch diese sind in der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) bislang nur in Pilotansätzen in einzelnen Ländern verbreitet. Das sogenannte systemische Ressourcenmanagement für eine bessere Anpassung an den Klimawandel ist in den Staaten der Karibischen Gemeinschaft noch nicht fest verankert.

Ziel

Ausgewählte Mitgliedsstaaten der Karibischen Gemeinschaft setzen ein systemisches Ressourcenmanagement in Meeresschutzgebieten und Ökosystemen an Land um.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen integrierten landschafts- beziehungsweise ökosystembasierten Managementansatz zur Klimaanpassung und zum Erhalt der Biodiversität. Es arbeitet dafür mit der Caribbean Public Health Agency sowie verschiedenen staatlichen und zivilen Partnern zusammen. Konkret fördert das Vorhaben die Einführung und den Einsatz von standortgerechten Anbau- und Nutzungspraktiken entlang der wassernahen Landschaften. So unterstützt das Projekt beispielsweise Agro-Forstsysteme und die umweltverträgliche Nutzung tropischer Wälder.
Analog hierzu werden im marinen Bereich neue Existenzgrundlagen geschaffen, um die Armut der Fischer und ihrer Familien zu verringern. Dafür sollen Bootsliegeplätzen saniert oder Fischsammelgeräte und Kühlmöglichkeiten angeschafft werden. Auch die Entwicklung von Tourismusinitiativen ist geplant. Ziel ist es, das Bewusstsein der Bevölkerung für die wirtschaftliche Bedeutung der marinen Schutzgebiete zu fördern.
Im Sinne des Managementansatzes sind weiterhin Maßnahmen zur besseren Anpassung an den Klimawandel vorgesehen. Diese adressieren die Verbesserung der Trinkwasserversorgung sowie die institutionelle und organisatorische Stärkung von nationalen Wasserversorgungsbetrieben.
Dadurch gelingt es, die Bedürfnisse der Bevölkerung sicherzustellen und gleichzeitig Ziele und Ergebnisse zu realisieren, die für externe Akteure, wie nationale Regierungen oder regionale Gemeinschaften, wichtig sind.

Wirkungen

Das Vorhaben hat in den von ihm betreuten Meeresschutzgebieten bereits eine Reihe von Wertschöpfungsketten und damit Einkommensquellen geschaffen bzw. gestärkt. Durch gezielte Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen einschließlich der Fischpökelung und Lagerung in Kühlketten können die Bewohner*innen von Fischerdörfern jetzt regelmäßig „Fish Fry Events“ an Wochenenden veranstalten. Diese finden bei der Bevölkerung regen Zuspruch und verschaffen den Beteiligten beträchtliche Zusatzeinkünfte. Gleiches gilt für die Kühlung der Fischprodukte, die nun über längere Zeiträume hinweg nachfragegerecht geliefert werden können. Im Offshore-Bereich (bis zu 50 km) werden nunmehr Fischsammler eingesetzt. Fischer können diese dank der erhaltenen Ausbildung im Einsatz von GPS-Geräten gezielt ansteuern. Dadurch werden die Fischbestände in den küstennahen Meeresschutzgebieten geschont und die Fangmengen auf See durch sichere Navigation gesteigert. Durch den Einsatz von Kameradrohnen werden die Schutzgebiete sowohl zu Wasser als auch an Land erfolgreich überwacht und ein präziseres Umweltmonitoring ermöglicht.

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Analog hierzu wurden im Hinterland der Meeresschutzgebiete erfolgreich landwirtschaftliche Produktionsketten geschaffen. Aus verschiedenen lokalen landwirtschaftlichen Rohstoffen produziert die Bevölkerung zum Beispiel Knuspermüsli, Wein, Fruchtsäfte und Speiseeis sowie Gewürze. Über Landwirtschaftsschulungen konnten erfolgreich neue Bewässerungsverfahren in Musterbetrieben eingeführt werden. Schulgärten und landwirtschaftliche Betriebe mit biologischem Anbau wurden aufgebaut und klimaresistente Sorten eingeführt. Dadurch konnte das Anbaurisiko insbesondere während Dürrephasen verringert werden. Auch Einträge von schädlichen Chemikalien (Düngemittel, Herbizide, Pestizide) ins Gewässernetz sind gesunken.

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