Stärkung der nationalen Parkbehörde Kolumbiens zum Schutz der natürlichen Ressourcen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung des kolumbianischen Nationalparksystems zum Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Kolumbien
Politischer Träger: Umweltministerium (Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible, MADS)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Kolumbien. Ein Tafelberg im Chiribiquete-Nationalpark © Parques Nacionales Naturales de Colombia

Ausgangssituation

Kolumbien zählt zu den fünf Ländern mit der höchsten Biodiversität weltweit. Die unberührte Natur der Amazonasregion Kolumbiens hat eine enorme Bedeutung für das weltweite Klima und ist die Lebensgrundlage der Bevölkerung. Dieses Ökosystem ist durch eine steigende Entwaldung bedroht.

Der 1989 gegründete Chiribiquete-Nationalpark in der Provinz Caquetá ist mit seinen 2,8 Millionen Hektar einer der größten Nationalparks der Welt. Er versorgt die Bevölkerung der Region mit Umweltdienstleistungen, vor allem Wasser und Nahrungsmitteln. Die Gebiete um den Nationalpark sind so stark von Entwaldung betroffen wie sonst nirgendwo in Kolumbien. Hauptursache ist die Viehwirtschaft, der traditionell wichtigste Wirtschaftszweig in der Region. Viehzüchter holzen zur Gewinnung von Weideflächen den Wald ab und berauben sich damit schleichend ihrer Lebensgrundlage, denn: die Entwaldung lässt die Böden veröden und unfruchtbar werden und führt so zum Verlust von Biodiversität. Gewalt ist ein weiteres Problem, zurückzuführen auf die Präsenz illegaler bewaffneter Gruppen und die Schwierigkeit des Staates, eine rechtsstaatliche Ordnung zu verankern. Diese Faktoren verhindern, dass die Entwaldung eingedämmt und der Chiribiquete-Nationalpark effektiv gemanagt wird.

Ziel

Die Nationalparkbehörde schützt den Nationalpark Chiribiquete effektiv. Regionale und lokale Behörden und Nutzergruppen, wie Viehbauern, haben Alternativen zur Entwaldung entwickelt. Die nationale Strategie zum Schutz der Biodiversität wird umgesetzt, das nationale System von Naturschutzgebieten ist gestärkt. Den betroffenen Bevölkerungsgruppen stehen Plattformen für den Dialog mit dem Staat zur Verfügung.

Vorgehensweise

Das Programm verfolgt zwei sich ergänzende Strategien gegen die Entwaldung. Zum einen analysieren Berater des Programms und Forschungseinrichtungen gemeinsam die Entwaldung in und um den Park sowie die sozialen und wirtschaftlichen Faktoren, die dazu beitragen. Dafür greifen sie auf Satellitendaten zurück, die durch das Programm beschafft und kartografisch aufbereitet werden. Die Nationalparkbehörde und die für das Management natürlicher Ressourcen außerhalb des Parks zuständigen Institutionen, wie die Umweltbehörde von Caquetá, können den Park, seine Pufferzone sowie umliegende Gebiete dadurch besser verwalten und kontrollieren. Diese Aktivitäten managet die Nichtregierungsorganisation The Nature Conservancy (TNC).

Eine zweite Strategie ist die Umsetzung von alternativen Viehwirtschaftspraktiken. Diese sind so gestaltet, dass sie es den Bauern ermöglichen mehr zu produzieren, ohne gleichzeitig mehr Land, das dafür entwaldet werden müsste, zu nutzen. Dies schärft bei den Bauern das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Landnutzung und bewahrt gleichzeitig die Biodiversität – die nicht zuletzt eine Garantie für die Produktivität ihrer Böden und damit ihres zukünftigen Einkommens ist. Die Bauern und Viehwirte werden weiterhin motiviert, auch nach Ablauf des Programms mit den Behörden Alternativen zur Entwaldung zu entwickeln und umzusetzen.

Wirkungen

Die traditionelle Viehhaltung erlaubte einen Ertrag von 912 Litern Milch pro Hektar Land und Jahr. Ohne die Produktionsflächen auszudehnen, verdoppelten die vom Vorhaben unterstützten Viehbauern ihre Produktion auf über 1800 Liter. Dafür wurde kein Wald zerstört, vielmehr konnten die Bauern Teile ihrer Weideflächen stilllegen und renaturieren. In zwei Fällen wurden diese stillgelegten Flächen zu Schutzgebieten erklärt. Positiver Nebeneffekt: Die beschriebenen Praktiken reduzieren klimaschädliche Emissionen. Dieses Beispiel der waldfreundlichen Viehwirtschaft in Caquetá fließt deshalb auch als Erfolgsbeispiel in die Umsetzung der kolumbianischen Klimaschutzstrategie ein.

Eine Satellitenanalyse über die Bodenbeschaffung im Einzugsbereich des Nationalparks unterstützt die lokalen und nationalen Behörden bei der Überwachung des Waldbestandes und beim Aufbau von effektiven Kontrollsystemen.

Die Nationalparkbehörde hat einen Managementplan für den Chiribiquete-Nationalpark erstellt und umgesetzt.