Katastrophenvorsorge zur Ernährungssicherung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Katastrophenvorsorge zur Ernährungssicherung im Tschad
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tschad
Politischer Träger: Ministère du Plan et de la Coopération Internationale
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Tschad. Eine Gruppe bei der Erarbeitung von Statuten. © GIZ

Ausgangssituation

Als Teil des Sahels gehört der Tschad zu den am stärksten von Dürre bedrohten Regionen weltweit. Unter der letzten Dürrekatastrophe im Juni 2012 litten circa 1,6 Millionen Menschen. 2009 waren 2,4 Millionen Menschen von der anhaltenden Trockenheit betroffen. Die bestehenden Risiken gewinnen aufgrund des Klimawandels noch an Dramatik. Es fällt tendenziell mehr Niederschlag in kürzeren, sich verschiebenden Zeiträumen. Das hat zur Folge, dass weniger Wasser ins Grundwasser gelangt und mehr oberflächlich abläuft, was zu Überschwemmungen und Erosion führt. Die Vegetationsperiode könnte sich vor diesem Hintergrund wegen Trockenheit und Hitze um 20 Prozent verringern.

Bei einem Bevölkerungswachstum von 3,6 Prozent wird der Druck auf die natürlichen Ressourcen immer größer. Besonders im Osten des Tschads wird der Nutzungsdruck durch den Zuzug von Rückkehrern aus Libyen und Flüchtlingen aus dem Sudan nochmals erhöht. Dadurch werden die natürlichen Ressourcen zunehmend degradiert. Schon heute leben etwa 80 Prozent der Bevölkerung des Ost-Tschads auf kleinen Parzellen von Subsistenzlandwirtschaft. Diese erwirtschaftet nicht nur geringe Erntemengen, sondern ist auch extrem klimasensibel. Vorkehrungen und Maßnahmen landwirtschaftliche Flächen sichern zu helfen, etwa indem der Oberflächenwasserabfluss eingedämmt und damit die Erosionen kontrolliert werden, sind entweder nicht bekannt oder werden aus Geldmangel gar nicht oder kaum umgesetzt.

Ziel

Die Resilienz der Bevölkerung gegenüber zukünftigen Katastrophen und Klimaschwankungen ist erhöht.

Vorgehensweise

Das Vorhaben verbindet die physische Rehabilitierung der von den Überschwemmungen 2012 betroffenen Gebiete mit katastrophenpräventiven und einkommensschaffenden Maßnahmen. Das Vorhaben ist in fünf aufeinander aufbauende Handlungsfelder unterteilt:

  1. Risikomanagement: In einem kooperativen und partizipativen Prozess wird eine regionale Risikokartierung für die Region entwickelt. Darauf aufbauend wird dann die Anfälligkeit (Vulnerabilität) gegenüber diesen Klimaeffekten und den daraus folgenden Bedrohungslagen, und somit den Katastrophenrisiken, ermittelt (Vulnerabilitätsanalyse).
  2. Katastrophenmanagement: Die Kompetenzen der lokalen und regionalen Strukturen werden hinsichtlich des Managements von bereits eingetretenen Katastrophen gestärkt.
  3. Technische Anpassungsmaßnahmen: Um dem Verlust von Ackerfläche und der Degradierung des Bodens entgegenzuwirken, werden Erosionsschutzmaßnahmen geplant und mithilfe der örtlichen Bevölkerung umgesetzt.
  4. Professionalisierung von Kleinbauern: Kleinbauern und -bäuerinnen werden in innovativen Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungstechniken geschult und damit in die Lage versetzt, Produktions- und Einkommenssteigerungen zu erzielen.
  5. Stärkung der Basisorganisationen: Die organisatorische Leistungsfähigkeit von Produzentinnen und Produzenten sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen wird verbessert.

Das Projekt wird in der im Osten des Tschads gelegenen Region Sila umgesetzt und durch die EU mitfinanziert.

Tschad. Talschwelle während der Regenzeit. © GIZ

Wirkungen

Die Stärkung der Leistungsfähigkeit (Capacity Development) der beteiligten Akteure ist ein wichtiger Prozess innerhalb des Vorhabens, der von diesen getragen werden muss. Zudem müssen die Beteiligten eigenverantwortlich handeln und sich aktiv einsetzen, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Die strukturbildende Wirkung des Vorhabens liegt darin, die Institutionen zu stärken, das Know-how der Beteiligten zu erhöhen sowie ihr Zusammenspiel zu steigern.