Bessere Lebensbedingungen erhöhen die Resilienz im Tschad

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung, Friedensförderung und Katastrophenrisikomanagement zur Erhöhung der Resilienz im Tschad
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Europäische Union (EU)
Land: Tschad
Politischer Träger: Ministère du Plan et de la Coopération Internationale
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Eine Frau stellt Tomatenmarmelade her.

Ausgangssituation

Der Tschad ist ein Binnenland in der Sahelzone, die von Sicherheitsrisiken und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Dürren, Überschwemmungen und Erosion durch starke Niederschläge reduzieren landwirtschaftlich nutzbare Flächen und Erträge. Dies hat verehrende Auswirkungen auf das Land, in dem 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft als Lebensgrundlage abhängen. 

Der Bevölkerung sowie den zuständigen lokalen staatlichen Verwaltungsstrukturen und traditionellen Autoritäten fehlen die Kompetenzen, angemessen mit den gestiegenen Risiken von Konflikten, klimabedingten Extremereignissen und anderen Katastrophen umzugehen. Eine ausreichende Ernährung sowie Grundversorgung mit Trinkwasser und der Zugang zu Basisdienstleistungen wie Schulbildung oder Gesundheitsversorgung sind nicht dauerhaft sichergestellt.

Konflikte in den Nachbarstaaten Sudan, Zentralafrikanische Republik, Nordkamerun und Nigeria sowie innerstaatliche Konflikte haben zu Flucht- und Migrationsbewegungen geführt, die die Region weiterhin prägen.

Ziel

Die lokale Bevölkerung sowie Menschen auf der Flucht und Rückkehrende sind widerstandsfähiger gegenüber Ernährungsunsicherheit und Katastrophen.

Lokalpolitikerinnen und -politiker bei einer Schulung zu Bürgerbeteiligung.  Foto: GIZ/PRCPT

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in fünf Bereichen, um die allgemeinen Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung im Tschad zu verbessern: 

Zunächst werden besonders die regionalen administrativen Strukturen leistungsfähiger, was eine gute Regierungsführung fördert. Dafür unterstützt das Vorhaben über 75 lokale Verwaltungsstrukturen dabei, lokale und kommunale Entwicklungspläne zu erstellen und zu aktualisieren.
Weiterhin soll das Einkommen der ländlichen Bevölkerung aus Viehzucht und landwirtschaftlicher Produktion gesteigert werden. Dadurch verbessern sich die Ernährungssicherung und die sozioökonomische Situation der vulnerablen Haushalte. 

Der Bau und die Rehabilitierung von Schulen, Gesundheitsstationen und Trinkwasserbrunnen bilden eine notwendige infrastrukturelle Grundlage für eine verbesserte Grundversorgung. Gleichzeitig verbessern einkommensschaffende Maßnahmen die Lebensbedingungen der Bevölkerung. 

Lokale Strukturen der Konfliktbearbeitung werden durch die Schulung von Mediationskomitees, Sensibilisierungskampagnen und die Förderung von Dialoginitiativen gestärkt. Dazu arbeitet das Vorhaben vor allem mit lokalen Initiativen und Organisationen zusammen. 

Schließlich wird eine nachhaltige Sicherung der natürlichen und produktiven Rohstoffe in der Region Sila angestrebt, indem sich das Katastrophenrisikomanagements (KRM) verbessert. 
Das Vorhaben ist vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beauftragt und wird von der Europäischen Union mit weiteren Mitteln finanziert. 

Wirkungen

  • Mehr als 75 lokale Verwaltungsstrukturen erhielten Arbeitsmaterialien und Trainings zur Projekt- und Entwicklungsplanung. 44 kommunale Entwicklungspläne sind bereits erstellt worden, wovon 43 in Kraft getreten sind. 
  • Bei drei grenzübergreifenden Austauschforen tauschten die Gemeinden aus Mayo Kebbi Est und Ouest im Tschad mit Gemeinden aus Yagoua in Kamerun Erfahrungen aus. 
  • 18.027 Kleinbäuerinnen und -bauern erhielten Saatgut einer klimaangepassten Sorte, einfache landwirtschaftliche Geräte sowie Schulungen zu angepassten Anbaumethoden und Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln. 12.258 Haushalte, davon 39 Prozent frauengeführt, konnten ihr Einkommen dank dieser Maßnahmen um mindestens 20 Prozent erhöhen.
  • Das Vorhaben führte bisher 200 Bau- und Rehabilitierungsmaßnahmen durch, um die soziale Basisinfrastruktur zu verbessern. Hierzu zählen Schulgebäude, Krankenstationen, Bewässerungsbrunnen, Flussschwellen, Geschäfte und Feldwege. Unter dem Cash for Work-Ansatz wurden dafür 6.994 Haushalte beschäftigt, die dadurch ein zusätzliches Einkommen von etwa 50 Euro pro Haushalt erwirtschafteten.
  • 1.429 staatliche und zivilgesellschaftliche Handlungsträger*innen, davon 22 Prozent Frauen, wurden geschult und sensibilisiert, um die Instandhaltung der Infrastruktur zu gewährleisten. 
  • In allen Projektregionen führte das Vorhaben insgesamt 110 Umweltschutzaktivitäten durch – zu den Themen Müllentsorgung und Sauberkeit, Bepflanzung, Verbesserung von Koch- und Feuerstellen.
  • 288.545 Personen, davon etwa 30 Prozent Frauen, wurden durch kulturelle Aktivitäten wie Sport, Theater und Musik dafür sensibilisiert, sich für Frieden und gegenseitigen Respekt einzusetzen.
  • Durch eine Schulung für Mediatoren und Schlichtungskomitees konnten 219 Konflikte dokumentiert werden, wovon 214 mit der Unterstützung der geschulten Personen friedlich gelöst wurden.
  • In der Region Sila im Osten des Landes wurden 60 dörfliche Katastrophenrisikomanagement-Komitees gegründet und mit Risikokarten und Notfallplänen sowie Kommunikationsmaterial ausgestattet. Alle 413 Mitglieder dieser Komitees wurden zur Prävention und Reduzierung von Katastrophenrisiken geschult und organisieren regelmäßig Sensibilisierungskampagnen.

Stand: Februar 2021

Landwirtinnen auf einem Sesamfeld.  Foto: GIZ/PRCPT

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