EcoValor Mx – Bewertung von Ökosystemleistungen in föderalen Naturschutzgebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: EcoValor Mx – Bewertung von Ökosystemleistungen in föderalen Naturschutzgebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Mexiko
Partner: Mexikanische Kommission für Naturschutzgebiete (CONANP)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Mexiko. Monarchfalter  © GIZ

Ausgangssituation

Naturschutzgebiete sind von großem Nutzen für das menschliche Wohlergehen und die wirtschaftliche Entwicklung – sie versorgen uns mit Trinkwasser und sauberer Luft, Wälder regulieren unser Klima und Bienen bestäuben Pflanzen und bilden somit die Basis der Nahrungsmittelproduktion. Da diesen Ökosystemleistungen jedoch meist ein Marktwert fehlt, werden sie wenig geschätzt und häufig übernutzt. Das Bevölkerungswachstum, die Industrialisierung und der übermäßige Abbau von Naturressourcen erschöpfen die Ökosysteme immer mehr.

Ziel

Nutzer, Bewohner und Entscheidungsträger erkennen den Wert der Güter und Ökosystemleistungen, die Naturschutzgebiete der Gesellschaft liefern. Die Bewertung von Ökosystemleistungen ist in öffentlichen Politiken und wirtschaftlichen Instrumenten erarbeitet und umgesetzt.

Vorgehensweise

177 föderale Schutzgebiete stehen unter der Obhut der mexikanischen Naturschutzpolitik. Sie bedecken rund 13 Prozent der Fläche des Landes und liefern viele der lebenswichtigen Ökosystemleistungen. So richtete Mexiko schon vor 100 Jahren seinen ersten Nationalpark, Desierto de los Leones, ein, weil er eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung von Mexiko-Stadt spielte. Um die Ökosystemleistungen der Schutzgebiete besser zu erhalten, ist es notwendig, ihren Wert und Nutzen zu erfassen.

Das Projektteam unterstützt die mexikanische Kommission für Naturschutzgebiete, in repräsentativen Pilotgebieten den Wert von Ökosystemleistungen zu quantifizieren. Zudem untersuchen die Partner den Beitrag der Naturschutzgebiete für die Branchen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Die Ergebnisse fließen in die Entscheidungen der Kommission für Naturschutzgebiete ein. Darüber hinaus kommunizieren die Partner die Ergebnisse nach außen und machen der Gesellschaft so bewusst, wie wichtig die Ökosystemleistungen und der Naturschutz sind.Die Projektpartner haben fünf Schutzgebiete ausgewählt, in denen exemplarisch der ökonomische Wert der bereitgestellten Ökosystemleistungen untersucht werden soll: der marine Nationalpark Cabo Pulmo im Golf von Kalifornien, der Nationalpark Iztaccihuatl-Popocatepetl Zoquiapan in der Gebirgskette Eje Neovolcánico Transversal, der Küsten-Nationalpark Korallenriffe von Cozumel, das Schutzgebiet für Flora und Fauna der Insel Cozumel und das Biosphärenreservat Mariposa Monarca. In allen fünf Pilotgebieten organisierten sie Workshops und Trainings für die Schutzgebietsverwaltungen und deren strategische Partner wie Vertreter der Gemeinden, aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft mit insgesamt 258 Teilnehmern.

Bisher berücksichtigen Politiken und Programme zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Ökosystemleistungen kaum; nicht selten wirken sie sogar dem Naturschutz und der Nachhaltigkeit entgegen. Deshalb arbeiten die Projektpartner daran, den Wert der Ökosystemleistungen in öffentliche Politiken zu integrieren. Dazu setzen sie das Thema auf die Tagesordnung, fördern den Dialog und untersuchen Möglichkeiten für strategische Allianzen, auch mit der Privatwirtschaft. Das Projektteam unterstützt die Nationale Kommission für Naturschutzgebiete, innovative wirtschaftliche Instrumente wie Markt- und Anreizmechanismen zu gestalten und umzusetzen. Diese sollen auch der Kommission helfen, ihre eigene finanzielle Nachhaltigkeit zu verbessern.

Wirkungen

Das Projekt erstellte eine Reihe von Materialien wie Videos, Infografiken und Factsheets, die die Bedeutung von Naturschutzgebieten für die Bereitstellung von Ökosystemleistungen anschaulich darstellen. So haben beispielsweise über 2800 Mitarbeiter der Nationalen Kommission für Naturschutzgebiete in Mexiko-Stadt, aber auch aus den Büros der über das ganze Land verteilten Schutzgebiete, an fünf Webinaren teilgenommen. Sie lernten, wie sie Methoden zur Bewertung und Integration von Ökosystemleistungen in ihre Entscheidungsfindung einbinden können. An den Webinaren nahmen außerdem rund 1700 Teilnehmer aus mexikanischen Universitäten und aus anderen Ländern Lateinamerikas teil.

Mexiko. Hummerfischer  © GIZ

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