Niedrigemissionsland Costa Rica – Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Niedrigemissionsland Costa Rica – Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas als Modell für Low Carbon Development, Phase II
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Costa Rica
Politischer Träger: Ministerio de Ambiente y Energia (MINAE); Dirección de Cambio Climático (DCC) del Ministerio de Ambiente y Energía
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Costa Rica hat sich das Ziel gesetzt, bis 2021 treibhausgasneutral zu werden. Das Land hat sich damit selbst verpflichtet, seine Politik langfristig und nachhaltig auf Emissionsminderung auszurichten. Dieses politisch ehrgeizige Ziel erfordert große Anstrengungen und innovative Ansätze. Aktuelle Szenarien zeigen, dass sich die Treibhausgasemissionen und vor allem die Kohlendioxyd-Emissionen (CO2) in Costa Rica erhöhen werden. Das liegt vor allem an der Zunahme des motorisierten Individualverkehrs sowie dem steigenden Verbrauch fossiler Brennstoffe in der Industrie und der Energieerzeugung. In der Abfallwirtschaft ist der Anstieg von CO2 gering, während die Emissionen in der Landwirtschaft ein wenig zurückgegangen sind.

Ziel

Die Kompetenzen Costa Ricas zur Umsetzung von Strategien einer weitreichenden Treibhausgasminderung sind gestärkt. Das Land hat seine Erfahrungen auf dem Weg zum Niedrigemissionsland in die regionale und internationale Diskussion über treibhausgasarme Entwicklung eingebracht und dient als Vorbild für Nachbarländer in der Region und andere potentielle Niedrigemissionsländer.

Vorgehensweise

Das Projekt baut auf der Arbeit eines Vorgängervorhabens auf und fokussiert sich dauf folgende Schwerpunkte: Verbesserung der Struktur des nationalen Klimaregimes (Governance), Aufbau eines nationalen Klima-Monitoring-Systems, die Bereitstellung von Klimafinanzierungsmechanismen und den Aufbau der kommunalen Kompetenzen im Klimaschutz.

Weiterhin werden die Industrie sowie kleine und mittlere Unternehmen bei Planung und Umsetzung von Emissionsminderungsmaßnahmen und beim Einsatz umwelt- und klimafreundlicher Technologien beraten. Die enge Zusammenarbeit mit Gemeinden und Kommunen ermöglicht einen vertikalen Austausch zwischen staatlichen Programmen und den Erfahrungen der Kommunen und Unternehmen. So lassen sich deren Belange besser berücksichtigen.

Das Vorhaben unterstützt zudem die Entwicklung und Weiterverfolgung von Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen, beispielsweise im Transport- oder Landwirtschaftssektor und der Abfallwirtschaft, welche zu direkten CO2-Emissionsreduktionen führen.

Mittels einer klimagerechten Regierungsführung verbessert das Projekt die Rahmenbedingungen für die Minderung der CO2-Emissionen. Es arbeitet mit den zuständige Institutionen daran, deren fachliche und organisatorische Kompetenzen zu verbessern, damit sie ihre Managment- und Steuerungsaufgaben wahrnehmen können.

Ein nationales Monitoringsystem der Klimaziele wird von den für Klimadatenerhebung und -verarbeitung verantwortlichen Institutionen eingeführt. Dadurch werden klimarelevante Aktionen transparent und effizient nachgehalten.

Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, entwickelt das Umweltministerium Costa Ricas mit Unterstützung des Vorhabens Instrumente zur Mobilisierung von Klimafinanzierung sowie Methoden zum Monitoring des Volumens, der Herkunft und Verwendung der Mittel.

Das Projekt verankert Costa Ricas Bestrebungen zur Umsetzung der Klimaziele und die Erfahrungen des Landes hinsichtlich der Transformation zu einem Niedrigemissionsland („Klima-Versuchslabor“). Weiterhin arbeitet das Vorhaben in enger Abstimmung mit der NDC-Partnership zusammen, um die Erfahrungen anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Das Projekt dient zudem als Ankerpunkt für drei Globalvorhaben der internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Mehr dazu finden Sie unter „verwandte Themen“.  

Wirkungen

Das Vorgängerprojekt hat für die Bereiche Landwirtschaft – insbesondere Kaffee, Milch- und Fleischproduktion – Stadtentwicklung, Abfall und Transport freiwillige national angepasste Klimaschutzmassnahmen (NAMAs) entwickelt. Aktuell wird die NAMA Low-Carbon Coffee als erste landwirtschaftliche NAMA der Welt im Kaffeesektor umgesetzt. Mehr dazu finden Sie unter „verwandte Themen“. Es folgte die Viehzucht-NAMA, in Vorbereitung befindet sich eine NAMA zur Nutzung von landwirtschaftlicher Biomasse.

Über 80 Unternehmen sind offiziell als CO2-neutral ausgezeichnet worden. Marktführer wie der Getränkehersteller Fifco oder der Lebensmittelhersteller Dos Pinos führten emissionsarme Technologien für die Kühlung und für Heizkessel ein.

Die Bewusstseinsbildung durch informative Kampagnen, beispielsweise ein Filmfestival, bewirkt, dass das Thema Klimawandel in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Die steigende Anzahl an Fachberichten in den Medien ist ein Indiz hierfür.

Costa Rica gibt in den internationalen Klimaverhandlungen seine Erfahrungen als Niedrigemissionsland proaktiv weiter und ermutigt somit Entwicklungs- und Schwellenländer, dem Beispiel zu folgen.

Die freiwilligen Verpflichtungen, die Costa Rica in den nächsten Verhandlungen veröffentlichen wird, haben dazu geführt, dass wichtige Ministerien wie Haushalt und Planung für das Thema Klimapolitik einen Verantwortlichen in ihre Struktur integriert haben.