Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Niedrigemissionsland Costa Rica – Unterstützung der Klimaneutralitätsstrategie Costa Ricas als Modell für Low Carbon Development, Phase II
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Costa Rica
Politischer Träger: Dirección de Cambio Climático (DCC) del Ministerio de Ambiente y Energía, Climate Change Directorate of the Ministry for Environment and Energy
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

Ausgangssituation

Costa Rica hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2021 treibhausgasneutral zu sein. Anfang 2019 hat die Regierung einen Nationalen Dekarbonisierungsplan veröffentlicht. Dieser sieht bis 2050 die vollständige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen vor, damit hat er die gesteckten Ziele noch weiter ausdefiniert. Das Land hat sich auf diese Weise dazu verpflichtet, seine Politik langfristig auf eine Minderung von Emissionen auszurichten. Dieses politisch ehrgeizige Ziel erfordert große Anstrengungen und innovative Ansätze, denn aktuelle Szenarien zeigen, dass sich die Treibhausgasemissionen in Costa Rica erhöhen werden. 

Ziel

Die Fähigkeit Costa Ricas, Strategien einer weitreichenden Treibhausgasminderung und zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen, ist verbessert. Das Land hat seine Erfahrungen auf dem Weg zum Niedrigemissionsland in die regionale und internationale Diskussion über treibhausgasarme und resiliente Entwicklung eingebracht. Dadurch dient es als Vorbild für Nachbarländer und andere potentielle Niedrigemissionsländer.

Vorgehensweise

Das Projekt baut auf der Arbeit eines Vorgängervorhabens auf und fokussiert auf folgende Schwerpunkte: eine verbesserte Struktur des nationalen Klimaregimes (Governance), den Aufbau eines nationalen Klima-Monitoring-Systems, das Überwachen von Klimafinanzen und die Bereitstellung von Klimafinanzierungsmechanismen. Hinzu kommen der Aufbau der kommunalen Kompetenzen im Klimaschutz und internationaler Erfahrungsaustausch.

Das Vorhaben zielt darauf ab, Beiträge zur Entwicklung eines Langfriststrategieplans 2050 zu leisten. Dieser verfolgt die langfristige strategische Planung des Landes bis zum Jahr 2050 über alle Bereiche hinweg und vereint die Entwicklungsagenda und die Klimaagenda.  

Zudem unterstützt das Vorhaben die Entwicklung und Weiterverfolgung von Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen, die zu direkter Verminderung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen führen. Eine Ko-Finanzierung ermöglicht konkrete Minderungsmaßnahmen auf lokaler Ebene zu klimafreundlicher Abfallwirtschaft. Dies geschieht mit Hilfe der costa-ricanischen Stiftung CRUSA.
Mittels einer klimagerechten Regierungsführung werden die Rahmenbedingungen für die Minderung der Kohlendioxid-Emissionen verbessert. Gemeinsam mit zuständigen Institutionen werden fachliche und organisatorische Kompetenzen ausgebaut, so dass sie Management- und Steuerungsaufgaben stärker wahrnehmen können. 

Ein nationales Monitoringsystem der Klimaziele wird von den für Klimadatenerhebung und -verarbeitung verantwortlichen Institutionen eingeführt. Dadurch werden klimarelevante Aktionen transparent und effizient nachgehalten.

Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, werden Instrumente zur Mobilisierung von Klimafinanzierung sowie Methoden zum Monitoring des Volumens, der Herkunft und Verwendung der Mittel entwickelt.

Costa Ricas Bestrebungen zur Umsetzung der Klimaziele und die Erfahrungen des Landes hinsichtlich der Umwandlung zu einem Niedrigemissionsland („Klima-Versuchslabor“) werden international verankert. Das Vorhaben dient zudem als Ankerpunkt für drei Globalvorhaben der internationalen Klima-schutzinitiative (IKI).

Wirkungen

  • Das Vorhaben hat maßgeblich an der Entwicklung des Nationalen Dekarbonisierungsplans sowie Abkommen zwischen verschiedenen Bereichen (Transport, Landwirtschaft) mitgewirkt und gemeinsam mit den relevanten Akteuren eine angepasste Klimaschutzmaßnahme im Abfallsektor entwickelt. 
  • Der zivilgesellschaftliche Klimabeirat 5C und der wissenschaftliche Beirat 4C wurden bei ihrer Etablierung begleitet. Mit Unterstützung des Vorhabens haben sie ihre Arbeit aufgenommen. Zwei Vertreterinnen des 5C nahmen an der COP24 teil. 
  • Das nationale Klimamonitoringsystem SINAMECC wurde offiziell lanciert und wird mit Klimadaten aus den ersten Sektoren (zum Beispiel Kaffee) bestückt.
  • Sechs Gemeinden wurden im Rahmen eines Pilotprojekts bei der Berechnung ihrer Treibhausgasinventare und Entwicklung von Aktionsplänen zur Umsetzung von Minderungsmaßnahmen unterstützt. Weitere 14 werden im zweiten Halbjahr 2019 begleitet.
  • Ein Inkubationsprogramm unterstützt Startups, die Anpassung oder Minderung als Teil ihres Geschäftsmodells verstehen. Ziel ist es dabei, zusätzliche finanzielle Mittel zu mobilisieren. 
  • Costa Rica gibt in den internationalen Klimaverhandlungen seine Erfahrungen als Niedrigemissionsland weiter und ermutigt somit Entwicklungs- und Schwellenländer, dem Beispiel zu folgen.