Nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung in Stadtrandgebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung in Stadtrandgebieten (PERIAGUA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt und Wasser  (MMAyA)
Projektlaufzeit: 2016 bis 2019

Das Projekt unterstützt die bolivianische Regierung dabei, für alle Menschen des Landes eine Trink- und Abwasserversorgung bis 2025 aufzubauen. Foto: GIZ / Romeo Marta

Ausgangssituation

Noch immer haben viele Menschen in Bolivien keinen Zugang zu einer sicheren Trinkwasserversorgung und einer geregelten Abwasserentsorgung. Rund 84 Prozent der Bevölkerung verfügt über einen Trinkwasseranschluss, doch nur 57 Prozent hat einen angemessenen Zugang zur Abwasserentsorgung. Der Unterschied zwischen der Versorgung in der Stadt mit gut 60 Prozent und auf dem Land mit gut 40 Prozent ist groß. Diese Zahlen liegen unterhalb des lateinamerikanischen Durchschnitts.

Die bolivianische Regierung hat sich bis 2025 ehrgeizige Reformziele gesetzt. Bis dahin will sie einen universellen Zugang zur Trinkwasserversorgung erreichen und die Abwasserentsorgung deutlich verbessern. Zudem plant sie, die nationalen und regionalen Institutionen zu stärken und den politischen und rechtlichen Rahmen zu verbessern. Angesichts der negativen Auswirkungen des Klimawandels soll zudem die Bewirtschaftung der Wasserressourcen verbessert werden.

Ziel

In den Regionen Santa Cruz und Tarijas hat sich die Qualität der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung und damit die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert.

Durch Schulungen haben Wasserverorgungsunternehmen ihr operati-ves Management verbessert. Foto: GIZ / Romeo Marta

Vorgehensweise

Bereits von 2013 bis 2016 hat die GIZ die bolivianische Regierung mit einem Trinkwasser- und Sanitärprogramm für Stadtrandgebiete unterstützt. Auf diesen Erfolgen baut das gegenwärtige Projekt auf und erweitert seinen Arbeitsbereich.

Das Projekt arbeitet auf vier Gebieten und wird finanziell durch den Sustainable Water Fund der niederländischen Regierung unterstützt.

  • Sektorentwicklung: Es unterstützt das Wasser- und Umweltministerium und das Vizeministerium für Trink- und Abwasser dabei, den politischen und rechtlichen Rahmen weiterzuentwickeln. Darüber hinaus fördert es die Zusammenarbeit zwischen dem Wasserministerium, der Regulierungsbehörde und der Behörde für fachtechnische Unterstützung für Wasserversorger.
  • Zugang zu Abwassersystemen: Das Projektteam berät Regierung, Gemeinden und Wasserversorger, wie diese die Anzahl von Hausanschlüssen an neue Abwassersysteme erhöhen können.
  • Nachhaltige Versorgungsdienstleistungen: 23 Wasserversorgungsunternehmen in der Metropolregion Santa Cruz und in drei Gemeinden in der Region Tarija werden bei der Verbesserung ihrer Dienstleistungen unterstützt.   
  • Integriertes Wasserressourcenmanagement: Gemeiden und Regionalregierungen werden bei der Bewirtschaftung der Wasserressourcen beraten. Da sich der Klimwandel auf die Verfügbarkeit von Wasser auswirkt, nimmt der Schutz von Grundwasser einen besonderen Stellenwert ein.

Um die Anzahl von Frauen bei Wasserversorgern und anderen Partnerorganisationen zu erhöhen, berät das Projekt diese, geeignete Politiken zur Geschlechtergerechtigkeit zu entwickeln.

Wirkung

Das gegenwärtige Projekt baut auf den Erfolgen des Vorgängervorhabens auf. In der Vergangenheit hat das Projekt das Wasser- und Umweltministerium bei der Erarbeitung und Bekanntmachung von Strategien und technischen Normen beraten – zum Beispiel zur Trinkwasserqualität, zum effizienten Umgang mit Wasser und zu Leitlinien zum soziopolitischen Umfeldmanagement in der Wasserversorgung. Diese Strategien und technischen Normen liegen inzwischen vor.

In Tarija verabschiedete die Gemeinde ein kommunales Gesetz zur Förderung des effizienten Umgangs mit Wasser. Der Wasserverbrauch konnte dadurch um mehr als 10 Prozent verringert werden.

In Santa Cruz führten drei vom Projekt beratene Wasserversorger preisgünstige Innovationen wie Großwasserzähler ein und optimierten ihre kaufmännischen Abläufe. Zehn Wasserversorger verbesserten ihre Prozesse zur Wasserqualitätskontrolle, was zur erfolgreichen Akkreditierung von Qualitäts-Parametern in vier Laboratorien in Santa Cruz und Tarija führte.

Erfolgreich entwicklte das Projekt zudem Musterstatute für genossenschaftlich organisierte Wasserversorgungsunternehmen, die eine gleichberechtigte Beteiligung von Männern und Frauen im Management vorsehen.