Technologie und Ausbildung zur integralen Versorgung herzkranker Kinder

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Technologie und Ausbildung zur integralen Versorgung herzkranker Kinder in Bolivien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Partner: Drägerwerk AG & Co. KGaA (Dräger)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Bolivien. Die Ankunft der medizintechnischen Geräte im Kinderkrankenhaus in La Paz war ein großes Ereignis. © GIZ

Ausgangssituation

Jährlich kommen in Bolivien etwa 2.500 bis 3.000 herzkranke Kinder auf die Welt. Aufgrund der Höhenlage des Landes ist die Wahrscheinlichkeit, mit einer Herzkrankheit auf die Welt zu kommen, doppelt so hoch (2 von 100) wie im Tiefland. Hinzu kommen erworbene Herzkrankheiten, wie rheumatisches Fieber oder die Chagas-Krankheit, die als typische Armutskrankheiten infolge mangelnder Vorsorge entstehen können.

Im staatlichen Gesundheitssystem Boliviens fehlen ausgebildete Fachkräfte für die Diagnose, Behandlung und Vorsorge von Herzerkrankungen bei Kindern. Zudem verfügen staatliche Krankenhäuser in der Regel nicht über die nötige Ausstattung. Dies führt zu unzureichender Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Herzkrankheiten, obwohl die meisten erkrankten Kinder vollständig geheilt werden könnten. Ohne den entsprechenden Zugang zu notwendiger Versorgung führen diese Herzkrankheiten gerade bei Kindern und Jugendlichen meist zu Behinderung oder gar zum Tod.

Ziel

Die Gesundheitsversorgung im bolivianischen Hochland zur Vorsorge, Diagnose und Behandlung herzkranker Kinder und Jugendlicher ist deutlich verbessert. 

Bolivien. Herzkranke Kinder in Bolivien könnten durch bessere Versorgung ein ganz normales Leben führen. © GIZ

Vorgehensweise

Um die Versorgung herzkranker Kinder in Bolivien langfristig und nachhaltig zu verbessern, sind die Lübecker Medizintechnikfirma Dräger und die GIZ eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen Sie stellen dem staatlichen Kinderkrankenhaus in La Paz medizinische Geräte zur Verfügung und fördern die gerätetechnische und herzchirurgische Ausbildung des medizinischen Personals.

Zudem werden Mitarbeiter der staatlichen Gesundheitseinrichtungen und Kinderärzte in Provinzen und Bezirken fortgebildet. Im Rahmen des Projektes werden 15 Herzpatienten im Kinderkrankenhaus behandelt. Die Ergebnisse werden als Best-Practice-Modell aufbereitet. Zudem findet ein Fachkongress statt. Durch das Projekt soll langfristig ein staatliches, landesweites Gesundheitsprogramm für Herzerkrankungen in Gang gesetzt werden.

Neben Dräger und GIZ sind weitere Partner beteiligt: Die Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München stellt zwei gebrauchte Herz-Lungen-Maschinen zur Verfügung. Das Kinderkrankenhaus in La Paz stellt sein Personal für deren Fortbildung frei. Das bolivianische Gesundheitsministerium schafft die notwendigen öffentlichen Stellen für die Fachärzte. Die Fundación Cardioinfantil übernimmt die fachliche Umsetzung und Koordination des Projekts, der Projektfortschritt wird von der Auslandshandelskammer Bolivien überwacht.

Das Projekt wird auch mit der Gesundheitsbehörde SEDES (Servicio Departamental de Salud) und dem bolivianischen Gesundheitsministerium zusammenarbeiten.

Bolivien. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten, werden die Akteure des staatlichen Gesundheitssystems von Anfang an einbezogen, hier beim Unterschreiben eines Abkommen mit der GIZ in Bolivien. © GIZ

Wirkungen

Seit Projektstart im August 2013 konnten zwei wichtige Meilensteine des Projekts umgesetzt werden. Zum einen wurde ein Abkommen mit dem bolivianischen Gesundheitsministerium und weiteren wichtigen Partnern geschlossen, in dem die Beteiligten sich jeweils zu ihren Verantwortlichkeiten bekennen, um das Gelingen sowie die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen.

Im Februar 2014 kamen die Geräte der Firma Dräger sowie der LMU München im Kinderkrankenhaus an, sodass mit der Installation und Einweisung begonnen werden konnte.