Nachhaltiger Bezug von Erdnüssen aus Bolivien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiger Bezug von Erdnüssen aus Bolivien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bolivien
Partner: Intersnack Procurement b.v
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Ausgangssituation

Die Provinzen Ichilo und Cordillera im Tiefland Boliviens sind besonders arme Regionen, die von Mangelernährung der Bevölkerung und Abwanderung in die Städte betroffen sind. Obwohl Bolivien die Heimat der Erdnuss ist, wird sie in dieser Region nur in geringen Mengen und mit kleinbäuerlichen Methoden angebaut. Den Produzenten fehlt es an Kapital, Know-how, Maschinen und Organisationsfähigkeit, um die Produktivität des Erdnussanbaus zu erhöhen. Viele Landwirte bevorzugen den einfacheren Anbau von Mais in Monokulturen, der allerdings zur Bodendegradierung führt.

Ziel

Die bolivianischen Erdnussproduzenten innerhalb der Lieferkette von Intersnack haben Ertrag, Produktivität und Produktqualität gesteigert und erzielen so ein höheres Einkommen.

Vorgehensweise

Seit 2013 arbeitet die niederländische Firma Intersnack, die von bolivianischen Kleinbauern mit Erdnüssen beliefert wird, in einer Entwicklungspartnerschaft mit der GIZ zusammen. Um die Kenntnisse der lokalen Produzenten zu verbessern, werden zwei Erdnussproduktionsschulen in den Projektprovinzen Ichilo und Cordillera aufgebaut. Die Produzenten werden in Good Agricultural Practices, Mechanisierung des Anbaus, Qualitätskontrolle, Unternehmertum und Verbandswesen geschult.

Feldbesuche beim bolivianischen Projektpartner, der Firma AgriNuts, veranschaulichen die professionelle und moderne Form der Erdnussproduktion. Zudem soll die Einführung mechanisierter Anbaumethoden vorangetrieben werden. AgriNuts stellt für die Schulungen von 100 Produzenten jährlich die notwendigen Maschinen zur Verfügung. Der Aufbau eines gemeindebasierten, genossenschaftsähnlichen Dienstleistungsunternehmens dient der Idee, den Kleinproduzenten einen Pool an landwirtschaftlichen Maschinen für den Erdnussanbau zugänglich zu machen. Partnergemeinden und -verbände werden in Organisationsentwicklung und Produktkommerzialisierung weitergebildet.

Neben Intersnack und der GIZ sind weitere Partner beteiligt: Die bolivianische Firma AgriNuts sowie die bolivianische Nichtregierungsorganisation Centro de Promoción Agropecuaria Campesina (CEPAC) unterstützen die Projektmaßnahmen vor Ort.

Wirkungen

Über 130 Produzenten haben sich in den Erdnussproduktionsschulen weitergebildet. Außerdem wurde der Produzentenverband ACHA gegründet. Die Umstellung auf mechanisierten Anbau fand auf über 120 Hektar Anbaufläche statt. Einzelne Produzenten haben bereits eine Produktionssteigerung von 40 Prozent erreicht.