Verbesserung von Energiedienstleistungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung von Energiedienstleistungen in Mauretanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mauretanien; Teil des regionalen ProCEAO-Projekts, das auch in Benin, Burkina Faso und Senegal aktiv ist
Politischer Träger: Ministère de l'Environnement et du Développement Durable (MEDD)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

In Mauretanien werden zum Kochen zu über 90 Prozent die traditionellen Energieträger Holz und Holzkohle verwendet. Die große Mehrheit der Bevölkerung nutzt dabei einen einfachen „traditionellen“ Herd aus drei Steinen. Beim Kochen mit diesem Herd gehen jedoch 90 Prozent der Energie verloren. Zeit und Geld zum Beschaffen des Holzes gehen buchstäblich in Rauch auf: In den ländlichen Gebieten müssen die Menschen, die das Holz sammeln, und dies sind vor allem die Frauen, immer weitere Strecken zurücklegen, in den Städten wird das Holz immer teurer. Durch das ständige Einatmen des Rauchs kommt es zudem vermehrt zu Lungenkrankheiten. Der hohe CO2-Ausstoß ist schädlich für das Klima, und der hohe Holzverbrauch trägt erheblich zur Desertifikation des Landes bei. Betroffen ist vor allem die Guidimakhan-Region im Süden des Landes, eine der letzten Regionen Mauretaniens, in der es noch Wald gibt.

Ziel

Der Zugang zu modernen, energieeffizienten Energiedienstleistungen ist vor allem für die armen Bevölkerungsschichten nachhaltig verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung startete die GIZ 2009 in Mauretanien ein Pilotprojekt, um die Verteilung von energieeffizienten Herden in der Guidimakhan-Region zu fördern. Seit 2012 wird das Projekt mit Mitteln der EU-Energiefazilität im Rahmen eines regionalen Projekts fortgeführt, das auch in Benin, Burkina Faso und Senegal arbeitet. Das mauretanische Teilprojekt stützt sich dabei auf die Erfahrungen aus diesen Ländern, in denen seit 2006 insgesamt rund eine halbe Million Energiesparherde vertrieben werden konnten.

Das Projekt wird außer von der EU-Energiefazilizät auch von der internationalen Partnerschaft Energising Development (EnDev) kofinanziert.

Das Projekt bildet Hersteller für Energiesparherde aus. Die Produzenten werden befähigt, die Produkte in gleichbleibender Qualität herzustellen. Zudem werden sie in Verkaufsstrategien und genereller Unternehmensführung geschult und so in die Lage versetzt, ein profitables Gewerbe zu betreiben. Das Vorhaben unterstützt die Ausarbeitung von Verträgen zwischen Herstellern und Verkaufskooperativen. Auch die Bildung von Produzentengruppen wird gefördert. Sie erleichtern den Einkauf der benötigten Materialen und dienen dem Erfahrungsaustausch.

Durch Kampagnen und Trainings werden die Energiesparherde und ihre Vorteile in der Bevölkerung bekannt gemacht. Das Projekt fördert Sensibilisierungskampagnen, die über die negativen Folgen des hohen Holzverbrauchs, die Gesundheitsrisiken der offenen Herde und die Vorteile der neuen Technologien aufklären. Zudem werden Schulungen angeboten, in denen der richtige Umgang mit den Energiesparherden geübt wird.

Das Projekt achtet dabei durchgehend darauf, einem Marktansatz zu folgen, das heißt, die Energiesparherde werden nicht verschenkt oder subventioniert. Die Produzenten sollen ein profitables Geschäft aufbauen und die Nutzer die Kostenvorteile der Energiesparherde erkennen, denn im Durchschnitt amortisieren sich die Anschaffungskosten durch die Einsparungen an Holz bereits nach etwa 15 Tagen bis drei Monaten. So werden durch das kommerzielle Interesse die Produktion und der Absatz von Energiesparherden nachhaltig gesichert.

Die Nutzung energiesparender Technologien wird durch die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen staatlichen Organen im lokalen politischen Diskurs verankert. Durch regionale Treffen mit den anderen im Projekt beteiligten Ländern wird der Erfahrungsaustausch auf politscher Ebene gefördert. Über die Verankerung des Projekts in der Economic Community Of West African States (ECOWAS) wird eine Ausweitung auf weitere Länder der Region vorbereitet.

Wirkungen

Bis Dezember 2014 konnten in Mauretanien bereits 54 Produzenten in Herstellung und Vertrieb verschiedener Energiesparherde ausgebildet und 3.781 Herde verkauft werden, damit wurden insgesamt mehr als 41.000 Menschen erreicht. Haushalte, die Feuerholz kaufen, sparten durchschnittlich rund 85 Euro pro Jahr. Die jährliche Gesamtersparnis in der Region Guidimakha beträgt mehr als 228.000 MRO.

Eine Marketingstrategie für die Herde wurde entwickelt. Verschiedene Konsumentengruppen wurden analysiert, ihnen wurden adäquate Werbekanäle und Herdmodelle zugeordnet.

Mauretanien. Verkauf von Energiesparherden auf dem Markt © GIZ

In Zusammenarbeit mit einer lokalen Ausbildungsstätte wurden Trainer ausgebildet und Schulungsmaterialen entwickelt. Die Ausbildungsstätte bietet nun Kurse zur Produktion der Herde an.

Eine wirtschaftliche Interessengruppe wurde gegründet. Sie ermöglicht es den Produzenten, ihre Interessen besser zu vertreten und 1.900 Herde in Zusammenarbeit mit dem UN-Entwicklungsprogramm zu verkaufen.

Das Vorhaben schloss Ende 2014; die Produzenten stellen weiterhin Herde her und verkaufen sie auf dem lokalen Markt.