Berufliche Bildung in Laos (VELA)

Projektbeschreibung

Titel: Berufliche Bildung in Laos (VELA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Laotisches Ministerium für Bildung und Sport (MoES), Nationale Industrie- und Handelskammer von Laos (LNCCI)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Students planting vegetables during practical class. © GIZ/ Phoonsab Thevongsa

 

Ausgangssituation

Mit seiner auf der Verwertung von natürlichen Ressourcen beruhenden Wirtschaft zählt Laos nach wie vor zu den Ländern mit dem geringsten Einkommen der Region. Das starke Wirtschaftswachstum von sieben bis acht Prozent in den letzten zehn Jahren hat daran nichts Wesentliches geändert. Das Wachstum beschränkte sich in erster Linie auf Sektoren wie Bergbau und Energie, in denen keine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften besteht. Unter Nachhaltigkeitsaspekten betrachtet, ist die Qualität des Wachstums, insbesondere in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Armutsminderung, vergleichsweise gering.

Vor allem in den Städten beschweren sich die laotischen Unternehmen oft über den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Zu Recht – und nicht zuletzt deshalb, weil sie im Zuge der fortschreitenden regionalen Integration im gemeinsamen Wirtschaftsraum des ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen) mit zunehmender Konkurrenz aus den Nachbarstaaten konfrontiert sind. Die Anforderungen, die im Hinblick auf Qualifizierung, Qualität und Produktivität an die laotischen Arbeitskräfte gestellt werden, steigen vor diesem Hintergrund weiter. Doch der Arbeitsmarkt ist dadurch gekennzeichnet, dass zwar einerseits Unterbeschäftigung herrscht, gleichzeitig aber qualifizierte Arbeitskräfte fehlen.

Bislang hat das nationale TVET-System nur wenige Absolventen mit Fähigkeiten und Kompetenzen hervorgebracht, die auf dem laotischen Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Im Allgemeinen sind das Bildungssystem und die Wirtschaft bislang nicht in der Lage, diese große Herausforderung gemeinsam anzugehen und kooperative TVET-Modelle zu schaffen, die zu flexiblen und bedarfsgerechten Qualifikationen führen. Dies stellt ein zentrales Wachstumshindernis dar, insbesondere in den wirtschaftlich dynamischeren Provinzen des Landes. Das Hauptproblem besteht deshalb darin, dass bedarfsorientierte, kooperative Berufsausbildungsgänge und Weiterbildungen in diesen Provinzen fehlen.

Ziel

In den dynamischen Wirtschaftszentren Luang Prabang, Pakse und Vientiane sind kooperative duale Ausbildungsgänge (Dual-Cooperative Training – DCT) für relevante Berufe eingerichtet.

Berufsschüler inspizieren gemeinsam mit einem Lehrer ein Brett. Foto: Lucas Wahl; © GIZ

Vorgehensweise

VELA soll in enger Zusammenarbeit mit dem öffentlichen und privaten Sektor das Ministerium für Bildung und Sport (MoES) und die nationale Industrie- und Handelskammer (LNCCI) von Laos dabei unterstützen, den bereits pilotierten DCT-Ansatz weiterzuentwickeln und zu stärken.

Das Projekt bietet vier DCT-Vorzeigeschulen in Provinzen mit hohem Arbeitskräftebedarf Unterstützung bei Kapazitätsaufbau und Organisationsentwicklung. Um über die DCT-Programme zu informieren und verschiedene Zielgruppen für den Ansatz zu gewinnen – dazu gehören beispielsweise Betriebe, die bereit sind, junge Menschen auszubilden, sowie an einer Ausbildung interessierte junge Erwachsene –, wird unter dem Dach der LNCCI ein DCT-Servicecenter eingerichtet. Darüber hinaus werden die Kapazitäten des privaten Sektors gestärkt, damit die Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit öffentlichen Akteuren an der Organisation und Umsetzung von DCT-Programmen in den Provinzen sowie an der Verwaltung und Steuerung von DCT auf der nationalen Ebene mitwirken können.

Wirkung

Das Projekt trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der einschlägigen regulatorischen Rahmenbedingungen bei. Mithilfe des Projekts wurden der TVET-Entwicklungsplan für 2016 bis 2020 und die Ausführungsbestimmungen für DCT und integrierte Berufsbildung (Integrated Vocational Education and Training – IVET) entwickelt. Außerdem wurde die Ausarbeitung eines Konzepts und eines Umsetzungsleitfadens für einen Nationalen Rahmen für berufsbezogene Qualifizierung (National Qualification Framework – NQF) unterstützt.

Mit der Entwicklung von zehn und der Umsetzung von drei DCT-Programmen an sechs unterstützten Berufsschulen hat das Projekt zur Verbesserung der Arbeitsmarktausrichtung der TVET beigetragen. Das Lao-German Technical College in der Hauptstadt Vientiane dient als Ausgangspunkt zur Ausweitung des DCT-Ansatzes auf andere Schulen und Provinzen. Im Rahmen des Projekts wurden TVET-Lehrer, Schulungsleiter aus Unternehmen sowie Koordinatoren und Verwaltungspersonal für die Organisation und Umsetzung der neuen DCT-Programme geschult. Darüber hinaus wurden die Schulen dabei unterstützt, Strukturen und Prozesse einzurichten, die die Koordinierung der Programme mit den Partnern aus der Wirtschaft ermöglichen. Damit gewährleistet ist, dass die DCT sowohl in den Schulen als auch in den Partnerunternehmen in guter Qualität umgesetzt wird, wurde ein Mentoringsystem entwickelt und eingeführt.

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