Berufliche Bildung in Laos (VELA)

Projektbeschreibung

Titel: Berufliche Bildung in Laos (VELA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Laotisches Ministerium für Bildung und Sport, laotisches Ministerium für Arbeit und Soziales
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Students planting vegetables during practical class. © GIZ/ Phoonsab Thevongsa

 

Ausgangssituation

Das robuste Wirtschaftswachstum der letzten zehn Jahre in Laos hat die Nachfrage nach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aller Qualifikationsniveaus ansteigen lassen. Nach Gründung der Wirtschaftsgemeinschaft der ASEAN (AEC) Ende 2015 musste Laos dafür sorgen, dass geeignete qualifizierte Arbeitskräfte die Vorteile des AEC für sich nutzen. Es ist für Arbeitgeber jedoch immer noch schwierig qualifizierte Kräfte in Städten zu finden. Gleichzeitig ist Unterbeschäftigung charakteristisch für ländliche Gegenden.

Das technische berufliche Aus- und Weiterbildungssystem (TVET) war bisher nicht in der Lage flexible, zukunftsorientierte Weiterbildung und Qualifikationen anzubieten, die mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes im Einklang stehen - sowohl in städtischen, wie auch in ländlichen Gebieten. Aufgrund des geringen Engagements der Arbeitgeber am TVET, dem Mangel an geeigneten Ressourcen und der Abwesenheit von Fachkenntnissen, treten bedeutende Defizite bei der Qualität und der Relevanz der angebotenen Weiterbildung auf. Zudem bestehen erhebliche Ungleichheiten beim Zugang zu TVET, insbesondere für benachteiligte Gruppen.

In enger Zusammenarbeit mit dem laotischen Ministerium für Bildung und Sport (MoES) und dem laotischen Ministerium für Arbeit und Soziales (MoLSW) unterstützt das Vorhaben die Reformen des TVET-Systems von einer angebots- zu einer nachfrageorientierten Strategie, die eher die Bedarfe des Arbeitsmarktes widerspiegelt. Dies geschieht durch die Förderung von Reformen und die Verbesserung von Rechtsvorschriften, sowie durch die Beteiligung der Privatwirtschaft an der Gestaltung von Berufsstandards und Lehrplänen.

Ziel

Berufsschulen und Privatunternehmen planen und führen gemeinsam kooperative duale Ausbildungsgänge (Dual Cooperative Training – DCT) durch. In diesen Ausbildungsgängen lernen die Auszubildenden in einer praktischen Arbeitsumgebung und sind damit besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet.

Berufsschüler inspizieren gemeinsam mit einem Lehrer ein Brett. Foto: Lucas Wahl; © GIZ

Vorgehensweise

Mit dem Ziel DCT-Herangehensweisen für berufliche Bildung einzuführen, unterstützt das Vorhaben bis zu 720 Lehrstellen in Unternehmen. Darüber hinaus bietet das Projekt mithilfe des Fonds zur Förderung eines inklusiven Zugangs zu Bildung (Inclusive Access Fund - IAF) Stipendien für benachteiligte Gruppen zur Sicherstellung eines sozial inklusiven Systems. Die Kandidaten profitieren von Kurzlehrgängen und können zwei landesweit anerkannte Abschlüsse erwerben: C1 und C2.

Die vier Komponenten des Projekts sind miteinander verbunden und befassen sich mit folgenden Bereichen: a) Stärkung des Berufsbildungssystems, unter der Berücksichtigung der Faktoren wie Einheitlichkeit und Rechtssicherheit; Bekämpfung negativer Entwicklungen; Ausrichtung des Systems auf den bevorstehenden Prozess der ASEAN-Integration; b) Beteiligung der Arbeitgeber in der Absicht einer bedeutenden Erhöhung der Arbeitsproduktivität und der Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten für junge Leute; c) Inklusion benachteiligter Bevölkerungsgruppen, unter Berücksichtigung von Faktoren wie räumliche Entfernungen, Zugang zu Berufsausbildung und Bezahlbarkeit; d) Verbesserung der Qualität der Lehrerausbildung für Berufsschulen.

Wirkung

Das Projekt war ein wichtiger Motor für die Entwicklung der rechtlichen Infrastruktur. Der TVET-Entwicklungsplan für 2016 bis 2020 und die Übernahme der Vorschriften sowohl für integrierte Berufsschulen (Integrated Vocational Education and Training Schools - IVET), als auch für das DCT wurden mit Hilfe des Projekts entwickelt. Die Entwicklung von regulatorischen Dokumenten für den Nationalen Ausbildungsfonds (National Training Fund - NTF) und für den Nationalen Rahmen für berufsbezogene Qualifizierung (National Qualification Framework - NQF) wurden ebenso unterstützt.

Für das DCT entwickelte das Projekt Lehrpläne und Schulungsunterlagen für zehn Profile. Am Ende des Projekts werden DCT-Programme in sechs TVET-Schulen und über 50 Partnerunternehmen eingeführt sein.

Durch ihre Zusammenarbeit mit 17 IVET-Schulen werden zum Ende des Projekts 8.500 Teilnehmer nach Abschluss der C1-Kurse und 1.100 Teilnehmer nach Abschluss der C2-Kurse einen Abschluss erworben haben. Es wurden in Zusammenarbeit mit der Technischen Fakultät des Instituts für Berufliche Bildung (VEDI) und fachlichen Institutionen Lehrpläne für C1- und C2-Kurse entwickelt und überarbeitet.

Das Projekt hat einen Werkzeugkoffer eingeführt und 74 TVET-Lehrer, sowie Schulverwaltungspersonal ausgebildet in 23 TVET- und IVET-Schulen. Es unterstützt Lehrer bei der Anwendung ihres theoretischen Wissens über inklusive und lernerorientierte Lehrmethoden in praktischen Unterrichtssituationen.

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