Nutzung von Busch-Biomasse

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nutzung von Busch-Biomasse
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft (MAWF)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Verbuschung von Weideland verursacht in Namibia erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. Dies betrifft 30 bis 45 Millionen Hektar und damit mindestens 30 Prozent der Landesfläche. Die gravierendsten Auswirkungen der Verbuschung sind die reduzierte Tragfähigkeit des betroffenen Weidelandes, die verminderte Grundwasserneubildung und die aufgrund des Verlusts natürlicher Lebensräume schwindende biologische Vielfalt.

In den vergangenen Jahrzehnten haben kommerzielle landwirtschaftliche Betriebe zur Entbuschung überwiegend Chemikalien mit ungewissen Langzeitfolgen eingesetzt. Auf staatlichen Flächen wurden mit öffentlichen Geldern arbeitsintensive Kleinmaßnahmen durchgeführt. Trotz dieser Bemühungen übersteigt der jährliche Buschzuwachs bei weitem die durch Entbuschung wieder nutzbar gemachte Fläche.
Die Verbuschung stellt jedoch auch eine Chance für die wirtschaftliche Entwicklung Namibias dar. Die bei der Beseitigung der Gehölze anfallende Biomasse kann gewinnbringend genutzt werden und ist somit eine tragfähige Ressource für Unternehmen. Busch-Biomasse kann als Ausgangspunkt für zahlreiche Wertschöpfungsketten verwendet werden; entsprechende Erzeugnisse sind zum Beispiel Brennholz, Holzkohle, Viehfutter, Pflanzenkohle oder Produkte aus Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen. Weitere Möglichkeiten bietet die Nutzung der Biomasse zur Energiegewinnung.

Trotz dieses wirtschaftlichen Potenzials wird in Namibia nach wie vor zu wenig getan, um das Buschwachstum einzudämmen und die dabei anfallende Biomasse sinnvoll zu nutzen. Die hohen Kosten der Entbuschung und der Umstand, dass den Produkten aus Busch-Biomasse ein geringer Wert beigemessen wird, stellen ein wesentliches Hemmnis für den Biomassesektor dar. Außerdem sind effiziente Technologien und ausreichende Infrastruktureinrichtungen nötig, um die Entbuschung sowohl auf privaten als auch auf staatlichen Flächen erfolgreich auszuweiten.

Ferner sind eine adäquate Koordination auf nationaler Ebene, politische Leitlinien und Beratungsangebote zu nachhaltigen Entbuschungs- und Nachsorgemaßnahmen erforderlich, um die Nachhaltigkeit des Vorhabens zu gewährleisten. Überdies hat der kaum entwickelte Sektor nur begrenzt Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten – dabei könnte der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Entbuschung (Wiederherstellung von Weideflächen, Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, inländische Wertschöpfung, Verbesserung der Grundwasserneubildung, Bereitstellung erneuerbarer Energie) ein großer Anreiz für eine nachhaltige Finanzierung sein.

Ziel

Die wirtschaftliche Nutzung von Biomasse aus der kontrollierten Entbuschung von Weideflächen ist verbessert.

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Vorgehensweise

Zusammen mit den maßgeblichen staatlichen und privaten Akteuren schafft das Projekt günstige Rahmenbedingungen für die Steuerung von Entbuschungsmaßnahmen und die Nutzung von Busch-Biomasse. Ein zweiter Handlungsbereich ist darauf ausgerichtet, die Kapazitäten der zuständigen Behörden aufzubauen, um sie bei der Genehmigung und Überwachung der Ernte von Busch-Biomasse zu unterstützen. Zusätzlich werden Beratungsangebote eingerichtet, um Landwirt*innen und kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) darüber zu informieren, wie sie Maßnahmen zur nachhaltigen Entbuschung und Nutzung der angefallenen Biomasse finanzieren und umsetzen können. Des Weiteren werden nachhaltige Lieferketten für die Abnehmer der Busch-Biomasse aufgebaut sowie innovative Technologien für die Ernte und Verarbeitung der Biomasse eingeführt.

Neben dem Landwirtschaftsministerium als Durchführungspartner wird das Projekt durch weitere wichtige politische Akteure unterstützt. Beispielsweise wirken die Ministerien für Umwelt und Tourismus, Bergbau und Energie, Industrialisierung, Handel und KMU-Entwicklung im Lenkungsausschuss des Projekts mit. Die sektorübergreifende Koordination ermöglicht eine optimale Verankerung relevanter Strategien. Zusätzlich werden auch private Organisationen, landwirtschaftliche Verbände und Unternehmen einbezogen.

Wirkungen

Durch das Vorhaben wurde auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass Biomasse nicht unbedingt entsorgt werden muss, sondern einen wirtschaftlich tragfähigen und wichtigen Rohstoff darstellen kann. Ausgewählte Wertschöpfungsketten wurden pilotiert, darunter die Herstellung von Tierfutter, die modernisierte Holzkohleproduktion und die Bereitstellung von Holzschnitzeln zur Energiegewinnung. Nachweise über die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit der Ressourcenverwertung wurden erbracht. Weitere Ergebnisse sind die Einrichtung eines zentralen Beratungsdienstes für Landwirt*innen und die Stärkung von Unternehmensverbänden für eine sinnvolle Koordination von öffentlich-privaten Partnerschaften. Mit der Unterstützung aus dem Projekt wurde zudem eine nationale Strategie zur Verbesserung der Weideflächen durch Buschkontrolle entwickelt. Diese soll als Grundlage für ein zukünftiges nationales Buschkontrollprogramm dienen.

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