Unterstützung der Entbuschung von Farmland

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Entbuschung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft (MAWF)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation

Namibia leidet unter einer starken Verbuschung von Farmland. Betroffen sind derzeit 26 bis 30 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in 8 von 13 politischen Regionen. Das entspricht etwa 30Prozent der Fläche des Landes. Verbuschung schränkt Biodiversität und Grundwasserbildung stark ein und vermindert die Tragfähigkeit von Weideland um bis zu zwei Drittel. Die Folge sind wirtschaftliche Verluste von jährlich über 100 Millionen Euro aufgrund verringerter Fleischproduktion.

Durch die Verbuschung ist gleichzeitig eine Ressource an Biomasse von geschätzten 200 Millionen Tonnen entstanden. Initiativen zur Bekämpfung der Verbuschung schaffen neue Möglichkeiten für die namibische Wirtschaft, die vorhandene Biomasse für Stromerzeugung oder andere Wertschöpfungsprozesse zu nutzen.

Auf diese Weise ermöglicht die Entbuschung erhöhte landwirtschaftliche Produktion, wirtschaftliches Wachstum, neue Arbeitsplätze und eine verbesserte, nachhaltige Energieversorgung, ohne mit der Nahrungsmittelproduktion zu konkurrieren.

Ziel

Namibia verfügt über ein nationales Programm für die Entbuschung. Es ermöglicht eine signifikante Ausweitung von Aktivitäten zur wirksamem Bekämpfung der Verbuschung. Akteure des öffentlichen und privaten Sektors unterstützen das nationale Programm.

Vorgehensweise

Um Biomasse wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig nutzen zu können, sollen Möglichkeiten der Wertschöpfung des Buschmaterials ermittelt und entwickelt werden. Maßnahmen umfassen die Durchführung von Förderprogrammen sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen. Zentrale Aktivitäten des Programms sind unter anderem:

  • Entwicklung von Ansätzen, die die gewinnbringende Nutzung von Buschmaterial in der Stromerzeugung und in anderen Wertschöpfungsketten fördern
  • Aufbau von institutionellen Ressourcen und Leistungsfähigkeit sowie Wissen zur erfolgreichen Entwicklung eines nationalen Entbuschungsprogramms
  • Verbesserung gesetzlicher und institutioneller Rahmenbedingungen für großmaßstäbliche Entbuschungsprogramme

Der Umfang der Verbuschung in Namibia erfordert umfangreiche, ausbaufähige Nutzungskonzepte. Die Nachfrage nach Biomasse auf den nationalen und internationalen Märkten ist vielfältig. Anfragen kommen unter anderem:

  • aus dem Landwirtschaftssektor, der Buschmaterial als Futtermittel für Rinder und Wild sowie als Düngemittel für den Pflanzenbau verwenden kann;
  • aus dem Bausektor, für die Herstellung ökologisch verträglicher Baumaterialen wie Spanplatten und Holzverkleidung;
  • aus dem Energiesektor, der allein durch den Umfang seiner Nachfrage als Anstoß für groß angelegte Entbuschungsaktivitäten dienen kann. Buschmaterial kann Feuerholz in privaten Haushalten und fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle in industriellen Heizkesseln und Kraftwerken ersetzen.

Das Programm will Wirkungen in mehreren Bereichen erzielen:

  • Wiederherstellung landwirtschaftlicher Nutzfläche und Weideland mit signifikant höherer Tragfähigkeit und Produktivität
  • Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere in ländlichen Gebieten mit geringem Angebot alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Lokale Wortschöpfung auf Grundlage lokal verfügbarer natürlichen Ressourcen mit Entwicklungspotenzial für den KMU-Sektor
  • Verbesserung des Selbstversorgungsgrades mit Energie bei gleichzeitigem Ersatz von importierten fossilen Brennstoffen durch erneuerbare und CO2-neutrale Energieträger