Busch-Biomasse in Namibia nutzen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nutzung von Busch-Biomasse
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft (MAWF)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2021

Ausgangssituation

In Namibia verursacht die Verbuschung von Weideland massive wirtschaftliche und ökologische Schäden. Dies betrifft 30 bis 45 Millionen Hektar und damit mindestens 30 Prozent der Landesfläche. In den vergangenen Jahrzehnten zielten Maßnahmen vor allem auf die Bekämpfung der Ausbreitung von Sträuchern und Bäumen. Während kommerzielle Farmen überwiegend auf chemische Wirkstoffe mit unklaren Langzeitfolgen setzen, finanzierte die Regierung kleinteilige, arbeitsintensive Entbuschung auf staatlichen Farmen. Trotz dieser Bemühungen übersteigt der jährliche Zuwachs des Busches die entbuschte Fläche bei weitem. Größtes Hindernis sind die hohen Kosten. Dabei kann die bei der Beseitigung der Gehölzer anfallende Biomasse genutzt und damit wirtschaftlich tragfähig gemacht werden. Die bisher größte Nachfrage nach Buschmaterial generiert der Holzkohle-Sektor, in dem bereits rund 5.000 Menschen beschäftigt sind. Daneben nutzen Industriebetriebe Holz-Hackschnitzel aus Buschmaterial in Biomassekesseln, um Prozesswärme zu erzeugen.

Es fehlen ausreichend Beratungsangebote und Finanzierungshilfen für Farmer im Bereich der Buschkontrolle und der Nutzung von Busch-Biomasse. Für größere Biomasse-Projekte fehlen Infrastruktureinrichtungen und geeignete Technologien, um eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Gewinnung und Lieferung von Busch-Biomasse sicherzustellen. Insgesamt ist die wirtschaftliche Nutzung von Biomasse aus kontrollierter Entbuschung von Weideflächen bisher unzureichend.

Ziel

Die wirtschaftliche Nutzung von Biomasse aus kontrollierter Entbuschung von Weideflächen ist verbessert. Das Vorhaben  agiert landesweit und hat einen Schwerpunkt in zwei ausgewählten Regionen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben schafft zusammen mit den wichtigsten staatlichen und privaten Stakeholdern einen Rahmen für Busch-Kontrolle und Biomasse-Nutzung. Ein zweites Handlungsfeld stärkt die Kapazitäten der zuständigen Behörden, damit diese die Gewinnung von Busch-Biomasse besser genehmigen und überwachen können. Zudem werden Beratungsangebote für Farmer sowie kleine und mittlere Unternehmen zur Finanzierung und Anwendung nachhaltiger Maßnahmen zur Busch-Kontrolle und Biomasse-Nutzung geschaffen. Daneben sollen nachhaltige Versorgungsstrukturen für Busch-Biomasse-Abnehmer aufgebaut, und innovative Technologien zur Gewinnung und Verarbeitung von Busch-Biomasse eingeführt werden.

Neben dem Landwirtschaftsministerium als politischer Partner sind weitere Behörden wichtige Stakeholder. So sind unter anderem die Ministerien für Umwelt und Tourismus, für Bergbau und Energie sowie für Industrialisierung, Handel und kleine und mittlere Unternehmen (KMU)-Entwicklung Teil eines Steuerungsgremiums des Vorhabens. Die sektorübergreifende Koordination ermöglicht die optimale Verankerung in relevanten Strategien. Darüber hinaus werden auch private Organisationen, Farmerverbände und Unternehmen eingebunden.

Wirkung

Durch die Maßnahme wurde auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass die bei der Entbuschung anfallende Biomasse genutzt werden kann und dies eine wichtig Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragfähige Entbuschung ist. Ausgewählte Wertschöpfungsketten wurden pilotiert, darunter die Herstellung von Tierfutter, die modernisierte Produktion von Holzkohle und die Lieferung von Holzschnitzeln zur energetischen Nutzung. Nachweise über die wirtschaftliche und ökologische Tragfähigkeit der Ressourcenverwertung wurden erbracht. Des Weiteren wurde ein zentraler Beratungsdienst für Farmer eingerichtet und Unternehmensverbände gestärkt, so dass privatwirtschaftliche Aktivitäten sinnvoll koordiniert werden können. Mit Unterstützung des Vorhabens wurde eine nationale Strategie zur Weideland-Verbesserung und Entbuschung als Grundlage eines zukünftigen nationalen Entbuschungsprogramms erarbeitet.