Dreieckskooperation Costa Rica, Marokko, Deutschland: Verbesserung des nachhaltigen Managements und der Nutzung von Wald, Schutz- und Wassereinzugsgebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionaler Fonds zur Förderung der Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik – Einzelmaßnahme: Verbesserung des nachhaltigen Managements und der Nutzung von Wald, Schutz- und Wassereinzugsgebieten im Kontext des Klimawandels
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kooperationsländer: Costa Rica, Marokko
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 201

Ausgangssituation

Seit Mitte der 1990er-Jahre hat Costa Ricas Regierung, gemeinsam mit Nichtregierungsorgansationen, der Zivilgesellschaft und privatwirtschaftlichen Akteuren, viele erfolgreiche Programme zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und durchgeführt. Für ein verbessertes Management seiner Wassereinzugsgebiete sowie die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden sucht das Land noch nach Lösungen. Marokko verfügt bei diesem Thema über langjährige Fachkompetenz und ist seinerseits an Costa Ricas weltweit anerkannten Erfahrungen bei der sozioökonomischen Nutzung von Nationalparks und Schutzgebieten sowie mit der Zahlung für Umweltdienstleistungen von Wäldern interessiert.

Ziel

In Costa Rica und Marokko wird im Hinblick auf den Klimawandel mit unterschiedlichen Aktivitäten zur Verbesserung des nachhaltigen Managements und der Nutzung von Wald, Schutz- und Wassereinzugsgebieten beigetragen. Neue Einkommensquellen, etwa durch Ökotourismus, sind erschlossen, um die Schutzaktivitäten dauerhaft zu finanzieren. Die Erfahrungen werden mit anderen MENA-Ländern geteilt.

Vorgehensweise

Bis Ende 2015 werden hauptsächlich folgende Aktivitäten verfolgt:

  • Auf Basis der marokkanischen Erfahrungen werden in Costa Rica zwei Pilotprojekte in Wassereinzugsgebieten durchgeführt sowie nationale Initiativen zur Waldbrandprävention angepasst und gestärkt.
  • In Marokko werden mithilfe costa-ricanischer Empfehlungen Pilotprojekte in den Nationalparks Souss Massa und Toubkal durchgeführt. So wird ein Beitrag zum Schutz der Biodiversität geleistet. Gleichzeitig wird durch Ökotourismus und die Entwicklung von Wertschöpfungsketten die sozioökonomische Situation der ländlichen Bevölkerung nachhaltig verbessert.
  • Costa-ricanische Erfahrungen mit Zahlung für Umweltdienstleistungen von Wäldern sollen in die Entwicklung einer marokkanischen Waldpartnerschaft und ihres Finanzierungssystems einfließen.
  • Deutschland bringt Prozesserfahrung aus der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ein und leistet methodische und organisatorische Beiträge.

An den Aktivitäten beteiligen sich Repräsentanten von Regierung, Behörden, Privatwirtschaft und Nichtregierungsorgansationen, um nachahmenswerte Beispiele zu ermitteln sowie Erfahrungen nachhaltig zu nutzen und zu institutionalisieren. Ein grenzüberschreitender Austausch mit anderen MENA-Ländern ist darüber hinaus vorgesehen.

Sektorpolitische und institutionelle Rahmenbedingungen sowie die Arbeitsmethoden relevanter Partner beider Länder wurden analysiert. Erste richtungsweisende Akzente wurden gesetzt, wobei die Partner weiter zusammenarbeiten werden:

Wassereinzugsgebiete. Auf nationaler und regionaler Ebene in Costa Rica ist geklärt, welcher Bedarf an verbesserter Planung besteht. Für die ausgewählten Pilotregionen Jesús María und Barranca ist eine angepasste Beratung geplant.

Finanzierungsmechanismen im Forstbereich. Den marokkanischen Partnern wird die Funktionsweise des costa-ricanischen Forstfonds FONAFIFO sowie dessen Zusammenarbeit mit dem Privatsektor vermittelt. FONAFIFO-Fachleute der Umwelt-, Marketing und Monitoring-Abteilungen beraten zusammen mit Vertretern der Nichtregierungsorganisationen CODEFORSA und FUNDECOR die nationalen Partner beim Design der marokkanischen Waldpartnerschaft.

Waldbrandprävention in Costa Rica. Unterstützungsbedarf in Costa Rica bei Themen wie Planungsmethoden, Frühwarnsystem und der damit verbundenen interinstitutionellen Koordination wurde ermittelt. Fachberatung und Fortbildungen durch marokkanische Fachkräfte sind vereinbart.

Gewinnbringende Nutzung von Schutzgebieten. Ein Expertenaustausch gemeinsam mit dem Tourismussektor wird vorbereitet.

Die Dreieckskooperation erfährt auf Regierungsebene aller beteiligten Länder großen politischen Zuspruch. Beteiligte Institutionen und Partner agieren eigenverantwortlich und bringen das Projekt engagiert voran. Andere Mittelmeerländer, die sich in der Collaborative Partnership on Mediterranean Forests (CPMF) zusammengeschlossen haben, verfolgen die Maßnahmen mit Interesse. Auf der IV. Mediterranen Forstwoche im März 2015 in Spanien ist eine Präsentation der Dreieckskooperation vorgesehen.

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