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Türkei

Die deutsche internationale Zusammenarbeit mit der Türkei geht bis in die späten 1950er-Jahre zurück. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat bis dato über 300 Projekte im Auftrag der Bundesregierung durchgeführt. Seit 1998 befindet sich das GIZ-Büro in der Hauptstadt Ankara, seit 2014 gibt es einen zusätzlichen Standort in Gaziantep. Aktuell arbeiten 124 nationale und 62 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Land (Stand 01.09.2018).

Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidat für die Europäische Union (EU) und Mitglied der NATO sowie der G20. Das Land hat in den vergangenen Jahrzehnten eine rasante wirtschaftliche Entwicklung genommen: In wenigen Jahrzehnten hat es sich von einem klassischen Entwicklungsland zu einem Schwellenland gewandelt, das auch mittlerweile selber als Geber auftritt. Aufgrund seiner strategischen Lage als Schnittstelle zwischen Europa, Balkan, Kaukasus, sowie Nahem und Mittleren Osten kommt der Türkei hinsichtlich globaler Herausforderungen wie der Flüchtlingssituation oder der Terror-Bekämpfung eine wichtige Bedeutung zu.

So hat das Land seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien im Jahr 2011 über 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen. Hinzu kommen schutzsuchende Menschen aus anderen Ländern der Region wie Irak und Afghanistan. Dies verursacht einen zusätzlichen Druck auf die öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen und führt zu Herausforderungen im Verhältnis zwischen der geflüchteten Bevölkerung und den aufnehmenden Gemeinden. 

Weitere Herausforderungen sind ein Ungleichgewicht zwischen Import und Export sowie ein ausgeprägtes West-Ost-Gefälle: Dem industrialisierten Westen steht ein infrastrukturell unterentwickelter Osten gegenüber, in dem die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle darstellt. 

Die GIZ ist in der Türkei im Auftrag der deutschen Bunderegierung sowie der EU aktiv. Schwerpunkte sind: 

  • Klimawandel und erneuerbare Energien
  • Flucht und Migration
  • Portfolio der International Services im Rahmen der EU-Heranführungshilfe

Um den Ausbau des Sektors für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu fördern, unterstützt die GIZ das türkische Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung beim Aufbau eines Monitoring-, Berichts- und Verifikationssystems für Treibhausgasemissionen und gleichzeitig bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden.

Zudem arbeitet das Bundesunternehmen mit der Türkei bei der Bewältigung der Folgen des syrischen Bürgerkriegs. So leistet es einen Beitrag dazu, Bildungsangebote und Einkommensmöglichkeiten für Flüchtlinge und Menschen aus den aufnehmenden Gemeinden anzubieten. Auch fördert die GIZ friedensbildende und interkulturelle Aktivitäten, um den Zusammenhalt vor Ort zu stärken. Dazu gehören kapazitätsbildende Maßnahmen für Behörden, Lehrende oder Beschäftigte von Nichtregierungsorganisationen, um gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Seit 2016 koordiniert die GIZ die verschiedenen Projekte zu Flucht und Migration in der Türkei in einem sogenannten „Cluster“, um die Aktivitäten zu konsolidieren und Synergien zwischen den Projekten auszubauen ( „Support to Refugees and Host Communities“ (SRHC) Cluster). 

Auftraggeber für die Umsetzung der Maßnahmen durch die GIZ sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der regionale Treuhandfonds der EU („Madad“-Fonds).

Eine aktive Rolle spielt die GIZ zudem im Rahmen der EU-Heranführungshilfe. Durch den Geschäftsbereich International Services werden hier insbesondere Vorhaben in den Bereichen Bildung, berufliche Bildung und Arbeitsmarkt sowie Frauen- und Menschenrechte durchgeführt.