Förderung der Grundbildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Grundbildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Guinea
Politischer Träger: Ministère de l’Enseignement Pré-Universitaire et de l’Alphabétisation (MEPU-A)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017 

Ausgangssituation

Ein wesentliches Hemmnis für die Entwicklung Guineas liegt im äußerst niedrigen Bildungsniveau der Bevölkerung. Das Land hat weiterhin eine der weltweit niedrigsten Einschulungsraten. Durch die hohe Armutsrate werden viele Kinder, insbesondere Mädchen, aus wirtschaftlichen Gründen nicht zur Schule geschickt. Hinzu kommen soziokulturelle Aspekte, die dazu führen, dass Mädchen die Schule vorzeitig abbrechen. Die dezentralen Verwaltungsstrukturen – Mitarbeitende der Schulbehörden, Schulberaterinnen und -berater sowie Leitungen – sind nicht ausreichend qualifiziert und können ihren Verwaltungs- und Managementaufgaben nicht nachkommen.

Vertreter der Zivilgesellschaft werden nur ansatzweise einbezogen, wenn es darum geht, wie das Schulsystem gestaltet werden soll. Dies wäre förderlich, um auf die geringe Einschulungsrate ebenso wie auf die hohe Anzahl der Jungen und vor allem Mädchen, die die Schule abbrechen, positiv einwirken zu können. Die pädagogisch-fachliche Qualifizierung der Lehrkräfte ist zudem nicht ausreichend; sie haben Schwierigkeiten den Unterricht zu gestalten. Nur acht Prozent der Lehrkräfte sind qualifiziert, ein Viertel ist völlig unzureichend ausgebildet und häufig selbst kaum alphabetisiert.

Ziel

Die Arbeits- und Lernbedingungen, vor allem für Mädchen, sind im ländlichen Raum verbessert. Mehr Jungen und Mädchen schließen erfolgreich die Grundschule ab.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet die GIZ in drei Handlungsfeldern:

  1. Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen
    Angestellte der Schulbehörde sollen zu Schulberatern und -leitungen fortgebildet werden. Damit sollen der pädagogischen Schulaufbau, die Verwaltung der Schulen sowie das Management und die Aufteilung der Lehrkräfte auf verschiedene Schulen optimiert werden. Ziel ist es, das Lernumfeld der ausgewählten Schulen in Mamou, Labé und Faranah zu verbessern. Dafür bedarf es nicht immer größerer Investitionen. Ein entsprechendes Schulmanagement, bei dem die Gemeinschaft eingebunden wird, sowie ein funktionierendes, gut gesteuertes Unterstützungssystem können bereits erhebliche Wirkungen zeigen.
  2. Verbesserung der Lehreraus- und -fortbildung
    Im Fokus steht die Unterstützung der schwächsten Lehrerenden, die selbst kaum lesen und schreiben können. Lehrerinnen und Lehrer sollen im Rahmen ihrer Aus- und Fortbildung vor allem in Methodik und Didaktik geschult werden, sodass sie ihren Unterricht aktiv gestalten können.
  3. Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen im Bildungssektor
    Die GIZ unterstützt das Bildungsministerium und das Koordinierungsbüro dabei, notwendige Studien und Analysen, die für den Zeitraum 2015 bis 2017 geplant sind, vorzubereiten. Dabei gilt es, die dezentralen Aktivitäten auf nationaler Ebene zu verzahnen und die relevanten Entscheidungsträger für die Aktivitäten auf dezentraler Ebene einzubeziehen.

Wirkungen

Die Vorläufervorhaben „Förderung der Bildung Guinea“ und „Grundbildung für sozial benachteiligte Mädchen“ haben die Steuerungs- und Koordinierungskompetenzen der Regionalen Bildungsinspektionen, der Präfektoralen Bildungsdirektionen und der Grundschuldirektionen der Subpräfekturen verbessert. In allen Programmregionen werden jährliche Finanz- und Aktivitätenpläne erarbeitet und umgesetzt. Die Leistungsfähigkeit der dezentralen Strukturen ist gestiegen. Positiv zu bewerten ist auch ein Beitrag zur Steuerung des Bildungssektors durch die Beratung zur nationalen Bildungsstrategie und die verstärkte Abstimmung mit den wichtigsten internationalen Gebern im Bildungssektor. Mehr als 15.000 Mädchen haben in den letzten zwölf Jahren Förderunterricht besucht. Sie wurden nach dem Ansatz „Filles éduquées réussissent“ (FIERE) unterrichtet. Rund 850 Lehrerinnen wurden in den Fächern Mathematik, Französisch und Gesundheitskunde sowie in Didaktik im Sinne einer aktiven Pädagogik fortgebildet.