Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Makroökonomische Beratung zur Armutsbekämpfung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Ministry of Economic Planning and Finance (MINECOFIN)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018 

Ruanda. Breitenwirksames Wachstum, auch für die ländliche Bevölkerung. © GIZ

Ausgangssituation

Mit der nationalen Wachstums- und Armutsbekämpfungsstrategie will die Regierung Ruandas das Wirtschaftswachstums beschleunigen und weiterhin die Armut reduzieren. Ruanda hat die Vision, bis zum Jahr 2020 ein Land mittleren Einkommens zu werden.

Makroökonomische Stabilität, die Gestaltung einer nachhaltigen staatlichen Fiskalpolitik sowie die Finanzierung und Steuerung staatlicher und privater Investitionen sind dabei wichtige Instrumente. Entscheidend hierfür ist auch die Qualität makroökonomischer Analysen und das Investitionsprogramm des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaftsplanung.

Das angestrebte Wirtschaftswachstum soll auf öffentlich und privat finanzierten Investitionen innerhalb der Wirtschaft und der Infrastruktur beruhen. Das Land will die ländliche Entwicklung durch entsprechende Investitionen fördern und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Jugend schaffen.

Ziel

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaftsplanung ist in der Lage, die Wirtschafts- und Investitionspolitik zu gestalten.

Vorgehensweise

Das Projektteam arbeitet mit Institutionen auf der zentralen Verwaltungsebene, nachgeordneten öffentlichen Institutionen, der Wissenschaft, der Privatwirtschaft und Akteuren der Zivilgesellschaft. Alle Gruppen bezieht es in die Planung und Realisierung seiner Arbeit mit ein. Darüber hinaus vernetzt das Projekt ruandische Institutionen mit internationalen Partnern – vor allem mit Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland.

Das Projekt unterstützt die volkswirtschaftliche Abteilung des Ministeriums dabei, die Kompetenzen der Mitarbeitenden für die wirtschafts- und investitionspolitische Analyse auszubauen, volkswirtschaftliche Modelle zu verbessern und Operationsabläufe zu systematisieren. Eine Gruppe, die sich aus zehn Mitarbeitern der volkswirtschaftlichen Abteilung sowie der Zentralbank zusammensetzt, wurde in der Nutzung des makroökonomischen Rahmenmodells des Landes geschult. Mit der volkwirtschaftlichen Abteilung hat das Projektteam das Young-Economist-Programm im Mai 2016 ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Trainee-Programm für Hochschulabsolventen.

Mit dem Ministerium führt das Projektteam neue Prozesse der Investitionsplanung ein und gestaltet bestehende Prozesse effizienter. Dazu haben die Partner einen ersten Entwurf einer „Nationalen Investitionspolitik" verfasst, die als Grundsatzdokument dienen soll. Auch die Integration privater Unternehmen bei der Umsetzung öffentlicher Investitionen ist Teil des Dokuments sowie Verfahren zur Planung und Umsetzung von „Public Private Partnerships" und „Joint Ventures". Um die Evaluierung und Bewertung von Projekten zu verbessern, wurden Musterblätter entwickelt, die standardisierte Prozessschritte vorgeben. Die Planung und das Monitoring von Investitionen soll in das zentrale Informationsmanagementsystem des Ministeriums integriert werden.

Um den Austausch und die Abstimmung zwischen dem Ministerium, der Zentralbank, dem nationalen Statistikinstitut, ruandischen Hochschulen und dem Wirtschafts- und Politikforschungsnetzwerk zu verbessern, organisiert das Projekt regelmäßige Treffen mit allen Beteiligten. Das Vorhaben hat das Wirtschafts- und Politikforschungsnetzwerk dabei unterstützt, seinen Internetauftritt neu zu gestalten. Um zukünftige Forscher auf die makroökonomische Arbeit vorzubereiten, hat das Projektteam spezielle Schulungen organisiert. Zu diesen zählte beispielsweise die Schulung „Angewandte quantitative Ökonomie – Vorbereitung auf die Promotion“, als Vorbereitung von Master-Absolventen für PhD-Programme.

Wirkungen

Die Gruppe aus Mitarbeitenden der volkswirtschaftlichen Abteilung und der Zentralbank beteiligt sich inzwischen an der Entwicklung von Modulen, die die makroökonomische Analyse mit den Modulen Beschäftigung, Einkommensverteilung sowie Armut verknüpft. 15 Hochschulabsolventen haben bereits am Young Economist Programm teilgenommen und sich für die Arbeit im Ministerium vorbereitet. Dort werden sie vakante Arbeitsplätze besetzen.

Sobald das Kabinett den Entwurf der Nationalen Investitionspolitik beschlossen hat, wird die Effizienz des öffentlichen Investitionsmanagements durch transparentere und strukturiertere Prozesse steigen.

Ruanda. Veränderung durch nachhaltige Investitionen – von der Agrarwirtschaft zum internationalen Finanzplatz und Dienstleistungszentrum. © GIZ

Die jährlichen Konferenzen des Netzwerks verzeichnen eine steigende Teilnehmerzahl. Während der Konferenzen haben Forscher ihre Ergebnisse präsentiert und Politikempfehlungen gegeben, die diskutiert und mit den staatlichen Institutionen geteilt wurden.
Der neue Internetauftritt des Wirtschafts- und Politikforschungsnetzwerks dient als Plattform zur Kommunikation und Kooperation zwischen Ministerium, Forschung, Zentralbank und Statistikinstitut. Mit Hilfe des Internetauftritts und weiteren Social-Media-Kanälen verbreitet das Netzwerk neue Entwicklungen zu makroökonomischen Themen und stellt Informationen und Dienstleistungen zur Verfügung.