Verbesserte Hochwasser- und Dürreprävention durch ökosystemare Anpassung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserte Hochwasser- und Dürreprävention durch ökosystemare Anpassung in Wassereinzugsgebieten (ECOSWat)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Thailand
Politischer Träger: Ministry of Natural Resources and Environment, Department for Water Resources (DWR) (Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt, Abteilung für Wasserressourcen)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Drohnenaufnahme des Tha Di Flusses im Süden von Thailand. Foto: GIZ

Ausgangssituation

Als Folge des Klimawandels treten in Thailand häufig Überflutungen und Dürren auf. Den Mitarbeitenden in den zuständigen Wassermanagementinstitutionen fehlen oft das Know-how und innovative Konzepte zur Bewältigung solcher Extremereignisse. Für die Bevölkerung Thailands ist somit mit zunehmend großen ökonomischen Schäden infolge von Ernteverlusten und Produktionsausfällen zu rechnen. Durch Ökosystemdienstleistungen kann das Land die Folgen solcher Extremereignisse besser bewältigen. Diese kostengünstigen und nachhaltigen Maßnahmen zur Vorbeugung nutzt Thailand bislang noch nicht aus.

Ziel


Die zuständigen Behörden beugen in den Wassereinzugsgebieten Thailands vermehrten Hochwasser- und Dürre-Schäden durch die Umsetzung von ökosystemaren Anpassungsmaßnahmen vor.

Besuch eines sogenannten „lebenden Wehres“, das von der Zivilbevölkerung entwicklt wurde und nur aus organischen Materialen besteht und Fischdurchlässig ist. Foto: GIZ

Vorgehensweise


Das Projekt arbeitet in drei von den Auswirkungen des Klimawandels bedrohten Pilot-Wassereinzugsgebieten. Es berät Fachkräfte aus Behörden, Universitäten und andere Verantwortliche, ihr Wissen, ihre Aktivitäten und Informationsquellen zu bündeln. Die Zusammenarbeit erzeugt Synergien, so dass alle Beteiligten das Wassermanagement im entsprechenden Einzugsgebiet effizienter gestalten und über ein gemeinsames Informationsmanagement verbessern können.

Schon jetzt bestehen in Thailand an vielen Flüssen von den Wasserinstitutionen organisierte Managementkomitees. In diesen sind Repräsentanten der öffentlichen und privaten Hand sowie Vertreter der Zivilbevölkerung eingebunden. Das Projektteam organisiert mit den Komitees und Institutionen Austausch-Plattformen.

Zugeschnitten auf die spezifischen Bedingungen und Herausforderungen eines jeden Einzugsgebietes hat das Projektteam konkrete Anpassungsmaßnahmen zu Demonstrationszwecken verwirklicht. Es hat die Mitglieder der Komitees, Mitarbeitende aus Institutionen und der Wissenschaft zu dem Thema ökosystemare Anpassungsansätze geschult und fortgebildet. Partnerorganisationen sowie alle anderen wichtigen Beteiligten hat es in den Planungsprozess einbezogen. Traditionelle und state-of-the-art Analyse- und Planungsprozesse wurden durch den Einsatz von Drohnentechnologie innovativ ergänzt.

Ausgehend von den Erfahrungen in den Pilotgebieten werden die Ansätze der ökosystemaren Anpassung in die Entwicklung von Anpassungskonzepten auf nationaler Ebene eingespeist. Gleichzeitig sollen Aus- und Fortbildungsformate zum Thema ökosystemare Anpassung/ökologischer Wasserbau in den Projektregionen und auf nationaler Ebene verankert werden.


Wirkungen


Die zuständigen Wasserwirtschaftsabteilungen haben ökosystemare Anpassungsmaßnahmen zum Schutz vor den Auswirkungen von Extremereignissen datenbasiert und unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung geplant. Die Abteilung für Wasser-Ressourcen des Umweltministeriums priorisiert nun ökosystemare Anpassungsmaßnahmen in der Wasserplanung.

Eine der wichtigsten Wasserinstitutionen Thailands, die königliche Bewässerungsabteilung des Landwirtschaftsministeriums, prüft bei 20 mittleren Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 100 Millionen Euro, wie sie ökosystemare Ansätze einbinden kann.

Ein Training für „Klimawandel und ökosystemare Dienstleistungen im Wassersektor“ wurde in der Landessprache entwickelt. Die ständig steigende Nachfrage führte dazu, dass inzwischen 400 Personen aus den Wasserorganisationen und der Zivilbevölkerung das Training absolviert haben.

An der Walailak Universität wurde ein Curriculum für den Einsatz von Drohnen im Wassermanagement entwickelt. An dem ersten Kurs haben bereits 20 Studierende teilgenommen.

Es wurden sieben wissenschaftliche Aufsätze zu den Themen Drohnenanwendung, Planungsprozess und ökonomische Analysen erfolgreich eingereicht und auf internationalen Konferenzen in Australien, Südafrika, Holland und Thailand präsentiert.

Drohnenlehrgang. © GIZ