Stärkung der fachärztlichen medizinischen Versorgung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Re-Integration von Fachärzten in das malawische Gesundheitssystem
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Europäische Union (EU)
Land: Malawi
Politischer Träger: Ministry of Health (MoH)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016 

Malawi. Dr Patrick Noah trained as a head and neck specialist in South Africa. He returned home with the support of the project and now runs Queen Elizabeth Central Hospital's head and neck unit.  © GIZ

Ausgangssituation

Obwohl sich die ärztliche Versorgung zwischen 2005 und 2010 von 1,6 auf 2,9 Ärzte pro 100.000 Einwohner verbessert hat, leidet das malawische Gesundheitssystem weiterhin an einem erheblichen Fachkräftemangel. Laut dem Gesundheitsministerium sind derzeit (Oktober 2014) lediglich 35 von 222 Planstellen des Gesundheitsministeriums für Fachärztinnen und Fachärzte besetzt. Gründe für die Nichtbesetzung liegen darin, dass die finanziellen Mittel knapp sind, qualifizierte Ärztinnen und Ärzte ins Ausland abwandern, Arbeitsplätze unzureichend ausgestattet sind und Karriereperspektiven in Malawi fehlen. Hinzu kommen eine im Vergleich zum Ausland sehr viel niedrigere monatliche Entlohnung, fehlende Dienstwohnungen und ungenügende oder zu teure Schulungsmöglichkeiten. Bestimmte Facharztausbildungen werden nicht in Malawi angeboten, sodass junge Ärztinnen und Ärzte ihr Studium in Südafrika fortsetzen. Danach kehren sie als ausgebildete Fachärztinnen und Fachärzte aufgrund fehlender Anreize häufig nicht nach Malawi zurück.

Ziel

Die malawische Regierung setzt Fachärztinnen und Fachärzte bedarfsgerecht in einem verbesserten Arbeitsumfeld ein. Durch die verbesserte Facharztausbildung ist die Versorgung der malawischen Bevölkerung mit Gesundheitsdienstleistungen von hoher Qualität gewährleistet.

Malawi GIZ has contracted kidney specialist Dr Valerie Luyckx to teach at Queen Elizabeth Central Hospital. As part of her role, she advises renal registrar Dr Mwayiwathu Mtekateka (right) on dialysis. © GIZ

Vorgehensweise

Die GIZ berät das Gesundheitsministerium und sieben Fakultäten der medizinischen Fakultät der Universität Malawis. Ziel ist die Qualitätssicherung von fachärztlichen Diensten. Dies geschieht einerseits durch die Rekrutierung von bis zu zehn malawischen Fachärztinnen und Fachärzten aus der Diaspora in das nationale Gesundheitssystem. Des Weiteren finanziert das Vorhaben temporäre Lehreinsätze, um Engpässe im fachärztlichen Lehrplan zu schließen. Die Qualität von Studienabschlüssen wird verbessert, indem für ausgewählte Studierende zeitlich befristete Studienauslandsaufenthalte finanziert und organisiert werden. Für bereits in Malawi praktizierende Fachärztinnen und Fachärzte werden Auslandssaufenthalte für eine weitere fachliche Spezialisierung finanziert.

Schließlich unterstützt das Vorhaben das Gesundheitsministerium und das College of Medicine darin, institutionelle Partnerschaften und fachärztliche Netzwerke zu stärken und die Datenlage zur Diaspora im Bereich der Fachärzteschaft zu verbessern. Dies wird insbesondere über die Entwicklung einer webbasierten Plattform erreicht.

Die Einzelmaßnahme wird von der GIZ in enger Zusammenarbeit mit CoM implementiert und von der Europäischen Union in erheblichem Umfang mitfinanziert.

Wirkungen

Durch die Einstellung von malawischen Fachärztinnen und Fachärzten aus dem Ausland verbessert sich die Versorgungslage und in Folge der Gesundheitszustand der malawischen Bevölkerung. Bislang wurde das Ziel, zehn malawische Ärzte zu rekrutieren, zu 60 Prozent erfüllt.

Durch die Unterstützung von fachärztlichen Weiterbildungen von bis zu zwölf bereits in Malawi praktizierenden Fachärztinnen und Fachärzten wirkt die Einzelmaßnahme zudem neuen Abwanderungen entgegen. Sechs Einsätze zur Weiterbildung wurden bereits initiiert.

Die Qualität der fachärztlichen Ausbildung konnte 2014 durch die Finanzierung von vier Lehreinsätzen in den Bereichen Innere Medizin, Pädiatrie und Pharmazie gestärkt werden. Zehn weitere Lehreinsätze sind geplant. Durch die Entsendung von 19 Studentinnen und Studenten stärkt das Vorhaben Bereiche der Facharztausbildung, die in Malawi noch nicht angeboten werden. Bisher profitierten neun Studentinnen und Studenten der Fachbereiche Pädiatrie, Radiologie, Innere Medizin und Chirurgie von dieser Unterstützung.

Malawi Two Malawian medical specialists during a surgery at Central Government Hospital (a tertiary health facility). © GIZ

Schließlich kooperiert das Vorhaben eng mit sektorübergreifenden Migrationsvorhaben, wie dem EU-Projekt Migration EU eXpertise (MIEUX). MIEUX berät die malawische Regierung in der Entwicklung einer nationalen Migration and Citizenship Policy. Die GIZ steht in engem Dialog mit MIEUX und liefert so einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Malawis nationaler Migrationspolitik.