Aufbau von Energieagenturen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau von Energieagenturen in der Ukraine
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Regionale Entwicklung, Bauwesen und Kommunale Angelegenheiten
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ukraine. Entscheidungsträger der ukrainischen Energieagentur (OMEA) auf einer Studienreise 2015. © GIZ

Ausgangssituation

Energieeffizienz steigern – dieses Thema hat für die Ukraine einen hohen Stellenwert. Das „Staatliche Zielprogramm für Energieeffizienz 2010 bis 2015“ sieht vor, die Energieintensität um 20 Prozent gegenüber 2008 zu verringern und dem Niveau der westlichen Industrienationen und den EU-Standards anzugleichen. Mit dieser Vorgabe soll in erster Linie die Sicherheit der Energieversorgung erhöht, die Abhängigkeit der Ukraine von schwankenden Energieimporten sowie von fossilen Energieträgern verringert, Produktionskosten gesenkt und die Kosten der Energieversorgung reduziert werden. Damit die Energieeffizienzvorgaben erfüllt werden können, müssen Politikprogramme entsprechend gestaltet und Maßgaben für die praktische Umsetzung entwickelt werden. In den Regionen und Kommunen besteht großer Handlungsbedarf, Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen.

Ziel

Energiespar- und Energieeffizienzpotenziale in der Ukraine sind identifiziert, entsprechende Maßnahmen, um Energie einzusparen, sind durchgeführt. Damit verringert sich der Ausstoß klimaschädlicher Gase.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) berät die GIZ die ukrainische Regierung dabei, auf nationaler Ebene geeignete rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, mit denen kommunale Energieeffizienzmaßnahmen gefördert werden. Außerdem unterstützt die GIZ zwei Regionen dabei, Energieagenturen als Pilotprojekte aufzubauen. Sie sollen die Kommunen begleitend beraten, wie Energieeffizienz- und Energieeinsparmaßnahmen in ihren Gemeinden umgesetzt werden können.

Energieeffizienz wird in der Ukraine von staatlicher Seite zwar als wesentliches Handlungsfeld erkannt, für die Entwicklung von Richtlinien und Konzepten sowie für deren Umsetzung fehlt jedoch in allen Bereichen fachliches, institutionelles und individuelles Know-how. Die GIZ berät daher die Regierung dabei, die politischen Rahmenbedingungen für Energieeffizienz auf nationaler Ebene weiterzuentwickeln. Damit Energieeffizienzprojekte lokal realisiert werden können und die breite Öffentlichkeit für das Thema Energie sensibilisiert wird, werden die Partner beim Aufbau von Energieagenturen unterstützt.

Dringender Handlungsbedarf besteht nicht nur für die Industrie, sondern auch für die öffentliche Verwaltung und im Wohnbau. Entscheidungsträger wissen wenig über die Möglichkeiten, Energieeffizienz zu steigern und Energie einzusparen. Neutrale Beratungsmöglichkeiten fehlen, weder Anbieter noch Kunden wissen in der Regel, welche technisch und finanziell geeigneten Lösungen es in diesen Bereichen gibt. Finanzierungsmöglichkeiten fehlen oftmals oder können aufgrund mangelnder Erfahrung nicht voll ausgeschöpft werden. Das fehlende Wissen und die mangelnde Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten behindern die potenzielle Marktentwicklung in diesem Bereich.

Wirkung

Mithilfe des Vorhabens wurde in Odessa die erste kommunale Energieagentur der Ukraine (OMEA) aufgebaut. Im Auftrag der Stadt und mit Unterstützung des Vorhabens, führt OMEA ein städtisches Energiemonitoringsystem ein, das den Energieverbrauch von mehr als 500 kommunalen Liegenschaften misst. Die unmittelbaren Energieeinsparungen durch konsequentes Monitoring betragen rund 5 Prozent. Neben dem kommunalen Energiemanagement gelang es OMEA, unter anderem rund eine halbe Million Euro Fördermittel für die Modernisierung von drei Schulen und Kindergärten der Stadt einzuwerben.

Nationale Studien und Analysen des Vorhabens dienen als Grundlage für wichtige Reformen im Energieeffizienzbereich. Ministerien und das Ministerkabinett der Ukraine beziehen sich auf die erzielten Ergebnisse.