Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von KKMU durch Innovations- und Entrepreneurshipförderung (ProSME)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von KKMU durch Innovations- und Entrepreneurshipförderung (ProSME)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, Handel und Unternehmertum,
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation

Albanien erhielt am 24. Juni 2014 von der EU den Status als Beitrittskandidat. Die Grundlagen für eine funktionierende Marktwirtschaft müssen in Albanien erst noch geschaffen werden. Dies dient wiederum als Basis für eine weitere EU-Annäherung. Auch wenn sich durch Reformen im Bereich Unternehmensregistrierung, Landregistrierung und Baugenehmigungen das Geschäftsklima in Albanien laut dem Doing Business Report 2015 der Weltbank im letzten Jahr verbessert hat (von Platz 108 auf Platz 68), liegt das Land damit noch immer unter dem regionalen Durchschnitt. Trotz Fortschritten im Aufbau marktorientierter Institutionen steht Albanien nach wie vor erheblichen politischen, rechtlichen und institutionellen Herausforderungen, internationale und europäische Standards zu erfüllen.

Ziel

Die Wettbewerbsfähigkeit der kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) in wichtigen Sektoren ist gesteigert, indem Innovationen und das Unternehmertum gefördert werden.

Vorgehensweise

Das Vorhaben setzt auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene in drei Kernbereichen an, die auch im von der EU erstellten SME Policy Index 2012 als größte Herausforderungen für eine Entwicklung des KMU-Sektors identifiziert wurden. Dabei sollen das (Frauen-) Unternehmertum, Innovationen und eine ökologisch ausgerichtete Wirtschaft gefördert werden.

Die GIZ unterstützt die albanischen Partner in drei Handlungsfeldern:

  1. Stärkung von KKMU durch Existenzgründungsmaßnahmen, Betriebsberatung, Förderung ihrer Innovationsfähigkeit und Entwicklungspartnerschaften
  2. Stärkung der Leistungsfähigkeit nichtstaatlicher Organisationen, wie private Selbsthilfeorganisationen, Anbieter von KKMU Dienstleistungen (Pool an Betriebsberatern / Nukleus Albania) und Consultant-Netzwerke
  3. Aufbau und Weiterentwicklung von Know-how des Wirtschaftsministeriums, nachgelagerter Institutionen und der Teilnehmenden an öffentlich-privaten Dialogforen zur Umsetzung von KKMU-Förderstrategien

Wirkungen

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wurden folgende Wirkungen erzielt:

  • Mit Unterstützung der GIZ bezahlt und nutzt jedes fünfte Kleinunternehmen neue Dienstleistungen, beispielsweise ISO Zertifizierungskurse, Marktforschung, finanzielle Beratungsleistungen und Dienstleistungen bei Messeteilnahmen. Die Hälfte der befragten KKMU (49,06 Prozent) bestätigt externen Prüfern, dass sie ihre Organisations- und Managementkapazitäten zur Betriebsführung gestärkt haben.
  • Mehr als 60 Prozent der KKMU gaben an, dass sie neue beziehungsweise veränderte Betriebsabläufe und Verfahren in ihren Betrieben anwenden. Mehr als 75 Prozent haben eine bessere Marktübersicht. Ihre Produkte und Dienstleistungen sind bei den Kunden stärker bekannt geworden.
  • in Zusammenarbeit mit drei Verbänden/Kammern in Albanien wurden sogenannte Nukleus-Gruppen eingeführt. Dabei treffen sich KKMU in branchenspezifischen Gruppen, um sich kennenzulernen, gemeinsam Probleme zu identifizieren, Aktionspläne zu erstellen, Benchmarking-Aktivitäten durchzuführen, ihre Nachfrage nach Dienstleistungen selbst zu definieren und Selbstvertrauen zu entwickeln, um ihre Betriebe wettbewerbsfähiger zu machen.
  • 40 KKMU-Betriebsberater (Nukleus Counsellor) wurden ausgebildet. Sie bieten 130 KKMU aus den Branchen Hotel und Gaststättengewerbe, Olivenanbau und Olivenölproduktion, Kleintierhaltung und -vermarktung, Honigvertrieb, Tischlerei, Friseurhandwerk und Kunsthandwerk in zehn aktiven KKMU-Gruppen (Nuklei) ihre Dienstleistung gegen Bezahlung an.
  • Fünf albanische Verbände/Kammern haben gemeinsam die albanische, privatwirtschaftlich initiierte ‚Nucleus Albania‘ als Non-Profit-KKMU-Serviceorganisation gegründet.
  • Mit Unterstützung der GIZ wurde eine regulative Reform des privaten Sektors durchgeführt. Sie ermöglicht es, dass sich die Unternehmen in einem ‚One-Stop Shop‘-Verfahren zeitsparender registrieren und eine Lizenz erhalten können.
  • Der albanische Verband für Tourismus (ATA) trägt als ein Lobbyist des privaten Sektors dazu bei, ein wettbewerbsfähiges Tourismusgeschäft in Albanien zu fördern.
  • Die Gemeinden von Korça, Shkodra und Tirana haben Büros für lokale Wirtschaftsförderung und Tourismusentwicklung gegründet.
  • Ausgewählte albanische Textil- und Bekleidungsindustrieunternehmen wurden bei ihren ersten Schritten zur Entwicklung und Vermarktung albanischer Designerkollektionen erfolgreich unterstützt.