Monitoring und Evaluierung der nationalen Strategie für Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung 

Bezeichnung: Monitoring und Evaluierung der nationalen Wachstumsstrategie SCAPE
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministerium für Planung, Entwicklung und Raumordnung
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Togo. Monsieur Sania Salou ist GIZ-Berater der Maßnahme im Planungsministerium. © GIZ

Ausgangssituation

Trotz verschiedener Reformen und eines leichten Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren sind die Lebensbedingungen der togoischen Bevölkerung weiterhin prekär. Mit rund 62 Prozent leben annähernd zwei Drittel der Menschen in dem westafrikanischen Land unterhalb der Armutsgrenze. Ein Drittel der 15-25-Jährigen ist arbeitslos. Die Berufschancen sind ungleich verteilt. Damit geht die Entwicklung des Landes nur schleppend voran.

Um diese Situation zu verbessern, verfolgt die Regierung des westafrikanischen Landes seit 2013 eine nationale Wachstums- und Beschäftigungsstrategie (Stratégie de Croissance Accéléree et de Promotion de l’Emploi, SCAPE). Bis 2017 will sie zunächst wachstumsstarke Wirtschaftszweige fördern sowie Regierungsführung und Infrastruktur verbessern. Daneben will sie Bildungsangebote und die Beschäftigungsrate erhöhen sowie Umweltressourcen nachhaltiger nutzen.

Bereits 2010 hat die Regierung Togos ein Steuergremium mit nationalen, sektoralen, regionalen und lokalen Gremien eingerichtet. Es soll dafür sorgen, dass alle entwicklungspolitischen Aktivitäten landesweit sinnvoll ineinandergreifen und die beteiligten Akteure in partnerschaftlicher Dynamik und gemäß der Gesetzgebung zu Dezentralisierung und Dekonzentration zusammenarbeiten.

Damit die Fortschritte regelmäßig überprüft werden können, unterstützt die GIZ mit ihrer Pilotmaßnahme die togoische Regierung und die Verantwortlichen der nationalen Entwicklungsplanung, ein partizipatives Monitoring- und Evaluierungssystem der Strategie (SCAPE) in den Regionen Centrale und Maritime Togos umzusetzen.

Ziel

Die Partner haben Umsetzungserfahrungen mit einem partizipativen Monitoring- und Evaluierungssystem gemacht. Die ersten Ergebnisse sind in das Dezentralisierungsprogramm ProDeG eingebunden worden.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt die für das Monitoring und Evaluierung der Wachstumsstrategie zuständige nationale Stabstelle, die im togoischen Planungsministerium angesiedelt ist. Eine regionale Fachkraft, ein Ökonom, berät die Mitarbeitenden dieser Stabstelle hinsichtlich eines partizipativen Ansatzes für das Monitoring der Wachstumsstrategie. Dazu arbeitet der Berater eng mit Komitees in den Zielregionen Centrale und Maritime zusammen. Er fördert die Kommunikation zwischen allen an der Entwicklungsplanung Beteiligten, berät sie zu organisatorischen Abläufen und vermittelt fachspezifisches Know-how für die Wirkungsbeobachtung der SCAPE. Zusätzlich unterstützt er die beteiligten Institutionen dabei, ein Kommunikationssystem sowohl zwischen den nationalen und sektoralen Ebenen, als auch in den einzelnen Regionen, Kommunen und Präfekturen einzurichten.

Wirkungen

Im August 2014 erarbeiteten 65 Vertreterinnen und Vertreter aus Präfekturen, Gemeindeverwaltungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen konkrete Handlungsanleitungen für eine gute Zusammenarbeit mit den nationalen Steuerungsorganen. Für ihre effektive Mitgestaltung eines partizipativen Monitoringsystems definierten sie folgende Punkte: verlässliche Informationen, Planungssicherheit, effektive Instrumente, die Einrichtung von Arbeitsgruppen und eine Kommunikationsstrategie.

Daraufhin haben diese dezentrale Akteure (Männer und Frauen) in verschiedenen Arbeitsgruppen eine Kommunikationsstrategie und einen Aktionsplan für partizipatives Monitoring für die Regionen Centrale und Maritime erarbeitet.

Auf nationaler Ebene erhielten die zuständigen Ministerien für Dezentralisierung, Umwelt, Basisentwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufsbildung fachliche Unterstützung bei der Einrichtung ihres Monitoringsystems.

Togo. Wirtschaftlich fördern: Frauen lernen in einem Training der GIZ, wie sie Ananasfrüchte zu Saftprodukten weiterverarbeiten können. © GIZ

Die verantwortlichen Ansprechpartner in diesen Ministerien wurden geschult, regelmäßige Monitoring- und Performance-Berichte zu erstellen. Darüber hinaus haben sie sich darin fortgebildet, wie partizipative Ansätze und dazugehörige Instrumente und Methoden angewendet werden.

Weiterer Beratungsbedarf für partizipatives Monitoring wurde bei elf Sektorministerien erhoben, die zukünftig von der GIZ unterstützt werden sollen.