Einführung von Sozialstandards in der Textil- und Bekleidungsindustrie von Punjab

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung bei der Umsetzung von Sozialstandards in der Textil- und Bekleidungsindustrie von Punjab, Pakistan
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Labour and Human Resource Department, Regierung der pakistanischen Provinz Punjab
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist der größte Wirtschaftszweig Pakistans und das Rückgrat der pakistanischen Wirtschaft. Sie produziert 54 Prozent der gesamten Exportgüter des Landes und beschäftigt 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Industrie. Obwohl die Textil- und Bekleidungsindustrie der wichtigste Zweig des verarbeitenden Gewerbes ist, sind die Arbeitsbedingungen in der Branche problematisch. Sie sind gekennzeichnet durch geringe Arbeitsplatzsicherheit, niedrige Löhne, fehlenden Dialog zwischen Arbeitgebern und Belegschaft sowie fehlende Mitbestimmungsrechte.

Im Rahmen des Allgemeinen Zollpräferenzsystems der Europäischen Union (APSplus), das Ländern, die ihre Waren in die EU exportieren, vollständige Zollbefreiung bietet, wurde Pakistan ein erweiterter Zugang zum europäischen Markt eingeräumt. Beim APSplus-System handelt es sich um ein Präferenzsystem der Europäischen Union, mit dem nachhaltige Entwicklung und gute Regierungsführung in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt gefördert werden sollen. Um sich für den APSplus-Status zu qualifizieren, müssen Länder die Kernarbeitsnormen und andere Übereinkommen in Bezug auf nachhaltige Entwicklung und gute Regierungsführung ratifizieren und umsetzen. Pakistan hat entsprechende Konventionen zwar ratifiziert, unternimmt jedoch nicht genug, um sie umzusetzen. Damit Pakistan seinen APSplus-Status halten kann, sind deutliche Fortschritte bei der Umsetzung der Konventionen notwendig.

Ziel

Staat und Wirtschaft setzen in der Textil- und Bekleidungsindustrie Punjabs die im Kontext von APSplus ratifizierten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) um.

Unter aktiver Beteiligung und Kooperation nationaler Akteure werden, wie von APSplus gefordert, Lösungsansätze zur verbesserten Einhaltung von Sozialstandards in der Textil- und Bekleidungsindustrie Punjabs entwickelt. Sie werden unter aktiver Beteiligung und Mitwirkung nationaler Stakeholder umgesetzt.

Vorgehensweise

Das Projekt ist in den folgenden Bereichen tätig, um die Regierung des Punjab bei effektiven Veränderungen zu unterstützen:

  • Aufbau einer geeigneten Plattform für Dreiparteiendialoge sowie geeigneter Strukturen für die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Akteuren, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften, um die gemeinsame Entwicklung von Strategien zur Einführung der Arbeitsnormen zu fördern
  • Unterstützung gemeinsamer Pilotmaßnahmen, um die Einführung von Arbeitsnormen zu fördern, beispielsweise durch die Entwicklung von Konzepten zur Stärkung von Gewerbeaufsicht oder zur Verbesserung bei der Gleichstellung der Geschlechter
  • Entwicklung maßgeschneiderter Lern-, Austausch- und Vernetzungslösungen zur Förderung des Wissensaustausches
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Steigerung der Produktivität in ausgewählten Fabriken unter Nutzung einer dialogbasierten Methodik

Neben Pilotprojekten und Dialogworkshops umfassen die Projektmaßnahmen Informationsveranstaltungen, Schulungsprogramme und Beratung. Weitere internationale Akteure und Initiativen werden eng eingebunden, darunter das Pakistan Garment & Textiles Buyers’ Forum, das von der ILO und der niederländischen Botschaft gegründet wurde.

Die GIZ fördert die Prozesse und unterstützt die mit den Partnerinstitutionen vereinbarten Pilotmaßnahmen. Sie stellt das erforderliche Know-how sowie Ressourcen zur Verfügung und bietet Maßnahmen zur Verbesserung der institutionellen Leistungsfähigkeit an.

Wirkung

Bei zwei einführenden Dialogveranstaltungen kamen maßgebliche staatliche, zivilgesellschaftliche und private Akteure zusammen, um über die Verbesserung von Sozialstandards zu diskutieren. Die Teilnehmenden entwickelten einen gemeinsamen Arbeitsplan für die Dialogplattform, bildeten ein Steuerungskomitee und definierten Kooperationsformen. Darüber hinaus analysierten sie systematisch die verschiedenen laufenden Initiativen auf diesem Gebiet, um Kooperationsmöglichkeiten zu ermitteln. Eine Studie als Messbasis für die Entwicklung der Produktivität und die Einhaltung von Sozialstandards wurde erstellt.