Unterstützung jordanischer Gemeinden bei der syrischen Flüchtlingsproblematik durch Klempnerausbildung (Water Wise Plumbers)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung jordanischer Gemeinden bei der syrischen Flüchtlingsproblematik durch Klempnerausbildung (Water Wise Plumbers)
Auftraggeber: BMZ
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministry of Water and Irrigation (MWI)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation
Gemessen an der Pro-Kopf-Verfügbarkeit von Wasser gilt Jordanien als eines der wasserärmsten Länder der Welt. Durch die Flüchtlingskrise müssen die knappen Wasserressourcen täglich für noch mehr Menschen reichen. Das Land mit seinen 6,3 Millionen Einwohnern hat inzwischen mehr als 625.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge sind in jordanischen Städten und Gemeinden untergekommen. Die Einwohnerzahlen in vielen dieser Gemeinden haben sich entsprechend verdoppelt. Die ohnehin unzureichende Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung mit Energie, Bildung, Gesundheit und vor allem Wasser erreicht damit die Grenzen der Belastbarkeit. Insbesondere in den Gouvernoraten Amman und Irbid mit derzeit mehr als 300.000 registrierten syrischen Flüchtlingen ist der Druck auf die lokalen Wasserressourcen stark angestiegen.

Erschlossen sind praktisch alle direkt verfügbaren Wasserressourcen – sie werden aber häufig nur begrenzt oder sehr ineffizient genutzt. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Wasserverluste aufgrund von maroden, teilweise unfachmännisch verlegten und nachlässig gewarteten Leitungen landesweit auf bis zu 40 Prozent des transportierten Wassers belaufen. Die Leitungen sind alt, außerdem fehlen qualifizierte Fachkräfte, die Leitungen installieren, warten und reparieren können. Auch in den Wohnhäusern sind unsachgemäß installierte und reparierte Wasseranschluss- und Leitungsinfrastruktur und der gleichzeitige Engpass an qualifizierten Klempnern und Klempnerinnen die Ursache für Wasserverluste.

Ziel
In den beiden Gouvernoraten Amman und Irbid werden die Wasserleitungen in Wohngebäuden durch neu ausgebildete Klempner und Klempnerinnen instand gesetzt. Die Wasserverluste in privaten Haushalten werden eingedämmt.

Vorgehensweise
Das Vorhaben „Unterstützung jordanischer Gemeinden bei der syrischen Flüchtlingsproblematik durch Klempnerausbildung (Water Wise Plumbers)“ soll durch Aufklärungskampagnen sowie die Ausbildung von Klempnern und Klempnerinnen dazu beitragen, Wasserverluste in privaten Haushalten in den beiden Gouvernoraten Amman und Irbid einzudämmen. Auch Flüchtlingen aus Syrien soll eine entsprechende Ausbildung ermöglicht werden.

Wichtige Partner des Vorhabens sind die staatliche Berufsbildungsinstitution Vocational Training Corporation (VTC) und jeweils zwei Berufsschulen in den Gouvernoraten Amman und Irbid. VTC ist der landesweite Träger aller Berufsschulen, an denen die Ausbildung stattfindet. Das Vorhaben übernimmt die Finanzierung der Ausbildung für bis zu 150 Auszubildende. So wird sichergestellt, dass eine bedarfs- und gendergerechte Ausbildung erfolgt. Durch die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeitsabteilung des jordanischen Wasserministeriums und über gezielte Unterstützung von Medienkampagnen werden die Menschen auf die hohen Wasserverluste in privaten Haushalten aufmerksam gemacht und motiviert, Vorkehrungen zu treffen.

Kontakt

Thomas Schneider
thomas.schneider1@giz.de


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