Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung (MoEU)
Land: Türkei
Laufzeit: August 2014 bis August 2018

Ausgangssituation

Die türkische Regierung will den Anteil des Energieverbrauchs im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bis 2023 um 30 Prozent reduzieren. Dafür sind umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienz erforderlich. Die rechtliche Basis bildet ein bestehendes Energieeffizienzgesetz. Im Fokus steht der Gebäudesektor, der neben Industrie und Transport einen hohen Verbrauch an Heizenergie und Strom aufweist. Der Energiebedarf der meist mehrere Jahrzehnte alten öffentlichen Gebäude ist mit etwa jährlich 350 Kilowattstunden pro Quadratmeder mehr als doppelt so hoch wie bei älteren Gebäuden in Deutschland.

Ziel

Durch das Vorhaben unter dem Dach der Deutschen Klimatechnologie-Initiative wird der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden um 20 Prozent gesenkt. Dafür sind rechtliche, technische und administrative Voraussetzungen geschaffen worden

Vorgehensweise

Die türkischen Behörden werden bei der Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes und des National Climate Change Action Plan 2011-2023 im Hinblick auf den öffentlichen Gebäudesektor unterstützt. Hierzu gehören die Identifizierung und Ausarbeitung notwendiger Durchführungsverordnungen, Verwaltungsvorschriften und Standards in Anlehnung an die Europäische Union.

Staatliche Stellen erfassen Gebäudedaten zum Energieverbrauch. Gemeinsam mit den Partnerministerien wird das Vorgehen für die Umsetzung des türkischen Gebäude-Codes und der Energieeffizienzstrategie in öffentlichen Gebäuden entwickelt. Ergänzend dazu werden in den Bereichen Bauplanung, Bauausführung und Bauaufsicht fachliche Kompetenzen und Ressourcen aufgebaut. Aus- und Fortbildungsprogramme für Energieauditoren, Energieberater und Handwerker im Gebäudebereich werden mit lokalen Partnern entwickelt und durchgeführt.

Die Förderung von Kooperationen zwischen Hochschulen sowie zwischen Firmen und Fachinstitutionen aus beiden Ländern ist ein weiterer Schwerpunkt. In diesem Zusammenhang werden besonders effiziente öffentliche Gebäude in Deutschland besucht und gemeinsame Forschungsprojekte angeregt.

Zur Verbesserung der Energieeffizienz sind Bewusstseinsbildungsprogramme mit Medien, in Schulveranstaltungen, „Energiesparwochen“ und Wettbewerben vorgesehen. Landesweite Informationskampagnen vermitteln öffentlichen und politischen Entscheidungsträgern die Vorteile energieeffizienten Handelns

Mitarbeiter von Energiedienstleistern erhalten Weiterbildungen zu Projektentwicklung und zu Aspekten wie dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Kalkulationen von Projekt- und Transaktionskosten oder Vertragsgestaltung. Sogenannte Fazilitatoren für Energiespar-Contracting-Projekte werden im Markt eingeführt und dahingehend ausgebildet werden, dass sie Projekte über öffentliche Ausschreibungen dem freien Markt übergeben können.

An ein bis zwei Schulungsgebäuden demonstriert das Vorhaben Technologien, Praktiken und Geschäftsmodelle, um die Leistungsfähigkeit von Durchführungspartnern und Multiplikatoren zu stärken.

Wirkung

Zusammen mit der Middle East Technical University und dem Partnerministerium hat das Vorhaben eine Methodologie für eine nationale Energieeffizienzdatenbank für öffentliche Gebäude erarbeitet. Dabei wurden Indikatoren zur Erfassung der Energie-Performance der Gebäude eingeführt, die mit EU-Datenbanken konform sind.

Für die Novellierung des bestehenden Energieeffizienzgesetzes und der Etablierung weiterer Standards in Anlehnung an EU-Direktiven entwickelt das Vorhaben im nächsten Schritt Empfehlungen.

Auf Basis einer Marktstudie über den türkischen Bausektor hat das Vorhaben mögliche Technologiekooperationen, zum Beispiel in der Dämmstoffindustrie, zwischen Deutschland, der EU und der Türkei aufgezeigt.

Mitarbeiter des Partnerministeriums haben die in Deutschland geltenden Verfahren für Baugenehmigungen und dezentrale Regionalplanungen sowie Standards des energieeffizienten Bauens, unabhängigen Energie-Agenturen sowie Energieeinspar-Contracting kennengelernt. Ende Februar 2015 nahmen 200 Personen an einer Fortbildung des Vorhabens in Ankara über energieeffiziente Bauplanung teil.