Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: DKTI-Programm Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden in der Türkei
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Politischer Träger: Ministry of Environment and Urbanisation (MoEU)
Land: Türkei
Laufzeit: 2014 bis 2018

Ausgangssituation

Angesichts der weltweiten Sorge um den Klimawandel und die Energiesicherheit will die Türkei ihren Energieverbrauch deutlich senken: In allen strategischen Sektoren, Gebäude, Industrie und Verkehr, sollen auf breiter Basis Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt werden. Die Türkei hat bereits mehrere Schritte in diese Richtung getan und beispielsweise 2007 ein Gesetz über Energieeffizienz erlassen. Auch der 10. Entwicklungsplan, den das türkische Parlament 2013 verabschiedet hat, sieht umfangreiche Programme vor, durch die die Energieintensität bis 2023 um mindestens 20 Prozent gegenüber dem Niveau von 2010 gesenkt werden soll. Das nationale Strategiepapier zur Energieeffizienz schreibt für den Gebäudesektor vor, dass bis 2023 mindestens 25 Prozent des Gebäudebestands auf eine moderne, nachhaltige Energieversorgung umgestellt sein müssen. Da der öffentliche Sektor eine Vorreiterfunktion hat, ist zur Einhaltung der Vorgaben des nationalen Klimaschutzplans 2011 geplant, den Jahresenergieverbrauch in öffentlichen Gebäuden und Anlagen im selben Zeitraum um 20 Prozent zu senken.

Ziel

Die gesetzlichen, technischen und administrativen Rahmenbedingungen für die Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt im Rahmen der Deutschen Klimatechnologieinitiative (DKTI) unterstützt eine nachhaltige wirtschaftliche und technologische Entwicklung der Türkei. Es konzentriert sich auf vier spezifische Komponenten:

  1. Unterstützung des Partnerministeriums beim Aufbau der erforderlichen Kompetenzen und Ressourcen, um die bestehenden Rechtsvorschriften wirkungsvoll durchzusetzen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Steigerung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden zu verbessern
  2. Unterstützung beim Aufbau eines Datenmanagementsystem zur Verwaltung der Energieeffizienzdaten von öffentlichen Gebäuden als Grundlage für Aktionspläne des Ministeriums
  3. Förderung der technischen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Deutschland / den EU-Mitgliedstaaten im Sinne einer Ausweitung des Technologietransfers im privaten Sektor
  4. Demonstration von energieeffizienten Technologien in öffentlichen Gebäuden, um a) das Bewusstsein für die Vorteile eines effizienten Umgangs mit Energie zu schärfen, b) die mit der energetischen Sanierung und Nachrüstung von Gebäuden beauftragten Stellen bei der Entwicklung einer Nachrüstungsstrategie zu beraten, die künftig bei zahlreichen ähnlichen Vorhaben angewendet werden kann.

Wirkungen

  • In Komponente A wurde vom 20. bis 24. Februar 2017 eine erste Training of Trainers (TOT)-Veranstaltung durchgeführt, in der Experten für energetische Gebäudebewertungen das BEP-TR-System des Ministeriums für Umwelt und Stadtplanung vermittelt wurde. In diesem Zusammenhang wurden auch Online-Schulungsmaterialien erstellt.
  • In Komponente B hat das Projekt gemeinsam mit der Middle East Technical University, dem türkischen Forschungszentrum MATPUM und dem Partnerministerium eine Vorstudie zur geeigneten Methodik für ein Datenerhebungssystem für öffentliche Gebäude in der Türkei durchgeführt.
    Anschließend organisierte das Projekt eine zweitägige Veranstaltung für das Partnerministerium und andere maßgebliche staatliche Stellen und Interessenvertreter. Dort wurden die verschiedenen Datenmanagementstrategien vorgestellt und eine erste Bewertung der für die Anforderungen der Türkei am besten geeigneten Modelle wurde vorgenommen.
  • In Komponente C hat das Projekt eine allgemeine Marktstudie zu Energieeffizienztechnologien durchgeführt. Dazu wurden Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit der verschiedenen Technologien bewertet und eine Liste potenzieller Lieferanten erstellt. In der Studie wurden nicht nur die Schwächen und Risiken der jeweiligen Technologie untersucht, sondern auch die potenziellen Auswirkungen auf den künftigen Gesamtenergieverbrauch. Abschließend haben die Verfasser der Studie das gesamte Mittelvolumen berechnet, das über spezialisierte Finanzierungslösungen bereitgestellt werden könnte. Der nächste Schritt ist eine Detailstudie mit dem Titel „Energieeffizienzatlas für den türkischen Gebäudesektor“, in der Kooperationsmöglichkeiten zwischen den jeweiligen Technologiesektoren Deutschlands, anderer EU-Mitgliedstaaten und der Türkei aufgezeigt werden sollen. Zusammen mit dem Ministerium für Umwelt und Stadtplanung nahmen Vertreter des Vorhabens am 8. Energieeffizienzforum und der zugehörigen Messe teil, die vom 11. bis 12. Januar 2017 in Istanbul stattfanden. Dabei organisierte das Vorhaben ein Panel, als Startschuss für die Detailstudie, bei dem das Konzept des Energieeffizienzatlas vorgestellt und Feedback eingeholt wurde.
  • In Komponente D nahmen Mitarbeiter des Partnerministeriums vom 16. bis 22. November 2014 an einer Studienreise nach Deutschland teil, um sich aus erster Hand darüber zu informieren, wie deutsche Kommunen Energieeffizienzprojekte für öffentliche Gebäude angehen. Außerdem veranstaltete das Projekt im Februar 2015 in Ankara einen Workshop für mehr als 200 Teilnehmende, um die Energieeffizienzstandards für öffentliche Gebäude in Deutschland zu präsentieren. Die Teilnehmenden konnten sich über die Vorbereitungs-, Planungs-, Umsetzungs- und Monitoringphasen informieren, die bei energieeffizienten Neubauten oder bei der energetischen Gebäudesanierung eine Rolle spielen. Der Informationsaustausch beim Workshop sowie weitergehende Gespräche mit dem Ministerium für Umwelt und Stadtplanung führten dazu, dass das Projekt mit der Planung und Konzeption der energetischen Sanierung eines öffentlichen Schulgebäudes beauftragt wurde.