Grüne Moscheen und Gebäude

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Moscheen und Gebäuden
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministère de l’Energie, des Mines et du Développement Durable (MEMDD)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

Marokko, Grüne Moscheen. Moschee Moulay Yazid. (Foto Adnane Azizi) © GIZ

Ausgangssituation

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbreitung energieeffizienter Technologien zählen zu den obersten Prioritäten der marokkanischen Politik. Bislang werden Geschäfts- und Beschäftigungspotenziale in diesen Bereichen nicht voll ausgeschöpft. Viele Entscheidungsträger*innen, potenzielle Kund*innen und die Bevölkerung kennen die Vorteile erneuerbarer Energien und die bestehenden Energiesparpotenziale nicht. Die Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen ist daher bislang gering. Fachkräfte sind zudem vielfach nicht ausreichend qualifiziert.

Mit dem Programm zur Entwicklung „Grüner Moscheen und Gebäude" will die marokkanische Regierung die Verbreitung von Technologien für Energieeffizienz und erneuerbare Energien fördern und Arbeitsplätze schaffen. Die Basis dieses Vorhabens ist das marokkanische Programm zur Entwicklung „Grüner Moscheen“, das 2014 vom Ministerium für Energie und dem Ministerium für religiöse Angelegenheiten, in Kooperation mit der staatlichen Energieinvestitionsgesellschaft (SIE) und der marokkanischen Agentur für Energieeffizienz (AMEE) gestartet wurde.

Ziel

Marokkanische Unternehmen profitieren von neuen Marktchancen. Zusätzliche Arbeitsplätze für Fachkräfte sind vorhanden. Die Bevölkerung ist für die Vorteile von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien sensibilisiert.

Marokko, Grüne Moscheen. Religiöse Akteure diskutieren über Argumente für Umweltschutz. (Foto Noëlie Vegas) © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben „Grüne Moscheen" trägt mit einem dreiteiligen Ansatz zur marokkanischen Energiewende und zum Klimaschutz bei.

Zunächst muss der Energieverbrauch von Moscheen und anderen öffentlichen Gebäuden sinken.

Dafür führen öffentliche Institutionen Energiemanagementsysteme ein und modernisieren ihre Gebäude energetisch, beispielsweise durch Einführung von LED-Beleuchtung oder Solarthermie. Ihre Entscheidungen über vorrangige Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs werden sie zukünftig auf der Basis einer systematischen Datenerhebung und -analyse treffen. Beim Bau neuer Gebäude integrieren die Bauherren*innen Standards der Energieeffizienz.

Außerdem wird die Bevölkerung für die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien sensibilisiert. Das sollen vor allem Mitarbeiter*innen der sanierten Gebäude, also unter anderem Imame und weibliche Religionsgelehrte in Moscheen, sowie die marokkanische Energieeffizienzagentur übernehmen.

Darüber hinaus sollen neue Arbeitsplätze entstehen. Marokkanische Unternehmer*innen erhalten technische und unternehmerische Fortbildungen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in dem neuen Geschäftszweig zu erhöhen und neue Marktsegmente zu erschließen. Gleichzeitig werden Arbeitssuchende gezielt qualifiziert und weitergebildet, um Stellen erfolgreich zu besetzen oder sich selbständig zu machen

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen werden in den Jahren 2014 bis 2022 mehr als 70 zusätzliche Entwicklungsprojekte durchgeführt. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Wirkung

  • Bislang sind durch die Unterstützung des Vorhabens 262 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.
  • 100 Moscheen wurden bereits energetisch modernisiert und über 40 Prozent der Energiekosten werden nun eingespart.
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  • In dem Dorf Tadmamt wurde der Bau einer Plus-Energie-Moschee unterstützt – sie erzeugt mehr Strom, als sie verbraucht.
  • Zur Vorbereitung kommender Ausschreibungen wurden energetische Bestandaufnahmen in fast 1.000 Moscheen durch Mitarbeiter*innen des Religionsministeriums durchgeführt.
  • Vier weitere Institutionen, darunter die Post, mehrere Studierendenwohnheime sowie das Energie- und Wirtschaftsministerium führen Energiemanagementsysteme ein und haben erste Einsparmaßnahmen umgesetzt. Bei der Post wurden so erste Reduzierungen der Energieverbräuche registriert.
  • Das Religionsministerium und die Energieeffizienzagentur haben mit Unterstützung des Projekts einen Leitfaden erarbeitet. Er enthält Argumente für Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien mit religiösem Bezug. Mehr als 600 Imame und weibliche Religionsgelehrte nutzen diesen, um die erworbenen Kenntnisse über Energieeffizienz nun in ihrem Umfeld weiterzugeben.
  • Zur weiteren Verbreitung sind Websites sowie Facebook-Seiten mit 20.000 Followern entstanden.