Förderung der Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum (PEJ II)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum (PEJ II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministère du Travail et de l’Insertion Professionnelle (MTIP)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

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Ausgangssituation

Beschäftigungsförderung ist für die marokkanischen Behörden eines der wichtigsten Anliegen und von zentraler Bedeutung. Denn trotz des Wirtschaftswachstums in Marokko gelingt es nicht, genügend Arbeitsplätze zu schaffen, um die junge Bevölkerung in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Anfang 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 10,5 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit betrug 25 Prozent. Diese Zahlen spiegeln jedoch nicht die hohe Quote unterbeschäftigter und informeller Arbeitskräfte in der ländlichen Bevölkerung wider. Besonders die geringe Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen ist alarmierend: Aktuell haben nur 31,9 Prozent aller Frauen aus dem ländlichen Raum eine Arbeitsstelle.

Gründe dafür sind unter anderem große regionale Unterschiede des Arbeitsmarktes; im ländlichen Raum ist das Arbeitsangebot deutlich geringer als im städtischen Umfeld. Auch soziale Aspekte wie Geschlecht, Bildungsniveau und Alter spielen eine bedeutende Rolle und erschweren die Arbeitssuche.

Ziel

Die Beschäftigungssituation junger Frauen und Männer im Alter von 15 bis 35 Jahren in den Regionen Fès-Meknès und Béni Mellal-Khénifra ist verbessert.

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Vorgehensweise

Im Zuge der Dezentralisierungsbemühungen in der Beschäftigungspolitik hat das Projekt, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit und berufliche Eingliederung (Ministère du Travail et de l’Insertion Professionnelle, MTIP) und der Arbeitsvermittlungsagentur (Agence Nationale de Promotion de l’Emploi et des Compétences, ANAPEC) durchgeführt wird, einen integrierten Ansatz zur Beschäftigungsförderung in ländlichen Gebieten entwickelt. Dieser verknüpft folgende Maßnahmen:

  • lokale Arbeitsmarktbeobachtung und Dialog auf Provinzebene,
  • Ausweitung des Netzwerkes an Berufsberatungszentren zur Begleitung und Vermittlung jugendlicher Arbeitssuchender, sowie die Unterstützung für Jungunternehmerinnen und -unternehmer
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit, insbesondere durch an die ländliche Umgebung angepasste Kurzzeitausbildungen.

Um die Nachhaltigkeit des Projekts auf interregionaler und nationaler Ebene zu gewährleisten, unterstützt das Vorhaben die Schlüsselakteure in der Beschäftigungsförderung auf nationaler und regionaler Ebene. Dadurch soll sowohl die dauerhafte Einrichtung eines Dialogs für die Verbreitung des Modells als auch die Finanzierung durch nationale und regionale Partner sichergestellt werden.

Wirkungen

In der ersten Phase des Projekts von 2015 bis 2017 profitierten etwa 2.500 junge Frauen und Männer im Alter zwischen 15 und 35 Jahren von den Leistungen des Vorhabens. 47 Prozent der begleiteten Jugendlichen fanden einen Arbeitsplatz oder konnten ihr Einkommen erhöhen. Schwerpunkt der zweiten Phase des Vorhabens von 2018-2020 ist die Entwicklung eines nachhaltigen Modells zur Förderung der Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum und dessen Verbreitung. Durch den Einbezug weiterer Pilotprovinzen ist eine geographische Ausweitung zugunsten von 3.000 zusätzlichen Jugendlichen vorgesehen.