Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung in benachteiligten Gebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung in benachteiligten Gebieten Marokkos (PEDEL)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Marokko
Politischer Träger: Ministère de l’Interieur
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017 

Ausgangssituation

Das Königreich Marokko befindet sich im Umbruch. Das Land hat mit Reformen auf die Forderungen nach stärkerer politischer Teilhabe und wirtschaftlicher Gerechtigkeit reagiert, die im Rahmen des „arabischen Frühlings“ in Nordafrika laut wurden. Diese Maßnahmen müssen nun nachhaltig umgesetzt werden. Zudem gilt es, eine wirtschaftliche Grundlage für die gesamte Bevölkerung zu schaffen. Bislang sind jedoch insbesondere die ländlichen Provinzen Marokkos vom wirtschaftlichen Wachstum ausgeschlossen. Dieses findet vornehmlich in den dynamischen Regionen an der Küste und im Norden des Landes statt. Dieses wirtschaftliche Gefälle bietet Konfliktpotenzial und könnte bei weiterem Fortschreiten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die politische Stabilität des Landes gefährden.

Zwar wurde in den letzten Jahren die Infrastruktur umfassend verbessert, vor allem in den Bereichen Straßenbau, Elektrifizierung und Trinkwasserversorgung. Dennoch ist in den ländlichen Provinzen die Landwirtschaft weiterhin der bedeutendste Wirtschaftszweig. Sie stellt jedoch keine ausreichenden Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten bereit. Großes Potenzial hierfür bietet die lokale Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und somit die Wertschöpfung vor Ort. Allerdings findet diese bisher nur in sehr geringem Umfang statt. Zudem sind die bestehenden Absatzmärkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse sehr begrenzt: Die große räumliche Distanz zu den Wirtschaftszentren in Küstennähe vermindert die Absatzmöglichkeiten für die Produkte.

Ziel

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Beschäftigungssituation lokaler Akteure – unter anderem von Kleinbauern oder Bauernverbänden – verbessern sich. Umsätze und Rentabilität steigen und neue Märkte werden erschlossen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben zielt hauptsächlich darauf ab, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit lokaler Akteure, wie landwirtschaftlicher Produzentengruppen, Genossenschaften, Handwerker, verarbeitender Betriebe oder Handelsunternehmen, in ausgewählten Provinzen zu verbessern. Dabei werden sie zunächst dabei unterstützt, Wirtschaftssektoren mit Wachstums- und Beschäftigungspotenzial zu identifizieren. Darauf aufbauend wird der Bedarf an Fördermaßnahmen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen ermittelt – etwa technischen Trainings oder Managementkursen, die für eine Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte vor Ort notwendig sind. Die Akteure sollen insgesamt in die Lage versetzt werden, vorhandene wirtschaftliche Potenziale zu erkennen, zu nutzen und somit ihre wirtschaftliche Leistung zu verbessern.

Das Vorhaben konzentriert sich zunächst auf fünf wirtschaftlich schwache ländliche Regionen im Süden Marokkos: die Provinzen Midelt, Ouarzazate, Tata, Tinghir und Zagora. Damit steht es im Einklang mit den Zielen der marokkanischen Regierung. Diese möchte nicht nur die politische Eigenständigkeit der Regionen stärken, sondern durch den sogenannten „Plan Maroc Vert“ auch deren wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessern. Zudem unterstützt das Vorhaben bereits bestehende Initiativen zur Steigerung des Wirtschaftswachstums und zur besseren Vernetzung der Akteure untereinander, etwa durch Handelskammern oder kleinbäuerliche Kooperativen. Mittelfristiges Ziel der Regierung ist es, den Projektansatz auf das gesamte Land auszudehnen.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen stehen für Vorhaben der GIZ und anderer Durchführungsorganisationen in den Jahren 2014 bis 2019 bisher mehr als 200 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Die Consultingfirma AFC unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.