Forum Nachhaltiges Palmöl

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Forum Nachhaltiges Palmöl e.V.
Auftraggeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur “Nachwachsende Rohstoffe”
Land: Überregional
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

Schätzungen der Umweltorganisation WWF zufolge enthält rund die Hälfte aller Produkte im Supermarkt Palmöl – von Waschmittel und Lippenstift über Eiscreme bis hin zu Wurst. Ein großer Teil des global produzierten Palmöls landet zudem als Biokraftstoff in unseren Tanks. Der Rohstoff steht oft in der Kritik, da die Ölpalme in Regenwaldgebieten angebaut wird. Die Zerstörung des Waldes und der Anbau auf Torfböden verursachen hohe Treibhausgasemissionen und gehen häufig mit der Ausbeutung und Vertreibung lokaler Gemeinden und Kleinbauern sowie Verlust der Artenvielfalt einher.

Gleichzeitig stellt die Ölpalme mit etwa 32 Prozent den größten Anteil der weltweiten Produktion an Pflanzenfetten. Ein Ersatz durch andere Pflanzenöle zum Beispiel aus Sonnenblumen, Kokos, Raps oder Soja würde die steigende globale Nachfrage nicht decken. .

Eine Zertifizierung von Palmöl nach international anerkannten Zertifizierungssystemen wie ISCC (International Sustainability Carbon Certification) oder RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) kann eine nachhaltigere Produktion in den Produzentenländern sicherstellen und gewährleisten.

Dazu gehören Garantien, dass Regenwälder oder schützenswerte Gebiete nicht in Palmöl-Plantagen umgewandelt werden. Grundrechte der indigenen Landbesitzer, der Gemeinden vor Ort sowie von Mitarbeitern in den Anbaubetrieben, Kleinbauern und deren Familien werden respektiert und berücksichtigt. Darüber hinaus dürfen Pestizide künftig nur in einem sehr geringen Maße eingesetzt werden. Mühlen und Anbaubetriebe müssen ihre Umweltbelastungen so niedrig wie möglich halten.

Ziel

Die verstärkte Nachfrage nach nachhaltig erzeugtem und zertifiziertem Palmöl führt langfristig zu Veränderungen der Praktiken im Palmölsektor, insbesondere in den Produktionsländern.

Ziel des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) ist es, den Anteil von zertifiziertem Palmöl und Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt deutlich zu erhöhen. 

Vorgehensweise

Das Forum Nachhaltiges Palmöl unterstützt Unternehmen bei der Umstellung auf zertifiziertes Palmöl. Zusammen arbeiten die Mitglieder des Forums daran, die Folgen des konventionellen Anbaus von Palmöl langfristig zu verändern. Dazu gehören unter anderem folgende Aktivitäten:

  • Weiterentwicklung und Verbesserung der bestehenden Zertifizierungssysteme,
  • Transparenz, welches zertifizierte Palmöl es auf dem deutschen, österreichischen und Schweizer Markt gibt,
  • Vernetzung mit Initiativen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen in Europa,
  • Information der Öffentlichkeit rund um eine nachhaltigere Palmölproduktion und den Anbaubedingungen in den Produktionsländern.

Neben dem Zugang zu Best Practices und Erfahrungswissen bietet das FONAP seinen Mitgliedern regelmäßig Fortbildungen und Seminare an. Darüber hinaus profitieren kleine und mittlere Unternehmen von Orientierungshilfen für die Beschaffung von zertifiziertem Palmöl.

Wirkungen

2015 stammten rund 72 Prozent des in Deutschland verwendeten Palmöls aus nachhaltiger Produktion. Klammert man den Energiesektor – hier liegt der Anteil zertifizierten Palmöls aufgrund gesetzlicher Vorschriften bei 100 Prozent – in den Berechnungen aus, beträgt der Anteil von nachhaltigem Palmöl 47 Prozent.

Gegenüber 2013 ist dies eine deutliche Steigerung um zwölf Prozent. Alle Mitglieder des FONAP haben eine öffentliche Selbstverpflichtung abgegeben und setzen sich für die Nutzung nachhaltig zertifizierten Palmöls ein. Darüber hinaus streben sie eine Rückverfolgbarkeit des verwendeten Palmöls sowie die Einhaltung bestimmter Zusatzkriterien an, die noch nicht durch die Zertifizierungssysteme abgedeckt sind.

Weitere Informationen

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