Costa Rica: Die Zukunft sichern – Biokorridore stärken

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umsetzung des Nationalen Biokorridor-Programms (PNCB) im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie Costa Ricas
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB); im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Costa Rica
Politischer Träger: Ministerio de Ambiente y Energía
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Ausgangssituation

Costa Rica will die Ziele der Biodiversitäts-Konvention 2020 als eines der ersten Länder weltweit zu erreichen. Bis Mitte 2015 sollen die neue Nationale Biodiversitätsstrategie und der Aktionsplan zur Anpassung des Biodiversitätssektors an den Klimawandel erarbeitet und so ein integriertes Konzept für Biodiversität fertiggestellt werden. Dabei werden bewährte Ansätze, wie Vulnerabilitätsanalysen und Klimaszenarien, und Ergebnisse anderer Projekte aufgenommen, etwa des BIOMARCC-Vorhabens.

In Costa Rica wurden 36 Gebiete im Rahmen des Strategischen Plans des Nationalen Biokorridor-Programms (Plan Estratégico del Programa Nacional de Corredores Biológicos, PNCB) als prioritäre Biokorridore eingestuft. Auf diesen 1,7 Millionen Hektar, das sind fast ein Drittel der Fläche des Landes, werden Vernetzungsstrukturen zwischen staatlichen Schutzgebieten, Ökosystemen und Habitaten eingerichtet.

Da das Nationale Biokorridor-Programm PNCB außerhalb des Schutzgebietssystems arbeitet, in das der größte Teil des staatlichen Haushaltsbudgets der Schutzgebietsbehörde fließt, leidet es unter Mittelknappheit. Nur wenige Korridore verfügen derzeit über einen mit den relevanten Akteuren abgestimmten Strategieplan, ein Schutz- und Managementkonzept. Lediglich 23 Korridore haben ein intersektoriell arbeitendes lokales Komitee, eine institutionalisierte Dialogplattform. Operative Budgets reichen derzeit nicht aus und die finanzielle Nachhaltigkeit für das Management ist in keinem der Korridore gegeben.

Zur Umsetzung des Nationalen Biokorridor-Programms benötigen das Umweltministerium MINAE, die Schutzgebietsbehörde SINAC und die lokalen Akteure darüber hinaus institutionalisierte Instrumente und Mechanismen zur Steuerung des Korridormanagements. Es fehlen Konzepte und Vorgehensweise, um die Lokalregierungen und den Privatsektor in das Management der Verbundsysteme einzubinden. Die Akteure benötigen außerdem Unterstützung bei der Einrichtung von Anreizsystemen und alternativen Einkommensmöglichkeiten, zum Beispiel im Rahmen lokaler Wirtschaftsförderung, sowie beim Aufbau administrativer Strukturen, die ihnen dabei helfen, das Korridorkonzept wirksam umzusetzen.

Ziel

Kompetenzen, Strukturen und Leistungsfähigkeit zum Erhalt der Biodiversität und zur Sicherung der Ökosystemdienstleistungen in den Biokorridoren Costa Ricas sind verbessert. Dies schließt die nachhaltige Nutzung der Biodiversität zur Verbesserung der sozioökonomischen Situation der Bevölkerung ein.

Vorgehensweise

Das Vorhaben umfasst vier Komponenten:

  1. Entwicklung von administrativen Strukturen und Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene
    Das Vorhaben unterstützt die nationale Schutzgebietsbehörde, Lokalregierungen und die Bevölkerung dabei, Strategiepläne zur Einrichtung und zum Management von Biotopverbundsystemen und Vernetzungsstrukturen partizipativ zu erarbeiten und umzusetzen.
  2. Förderung der lokalen Dialog- und Koordinationsforen
    Lokale Dialogplattformen und Korridorkomitees zur Abstimmung von Schutzmaßnahmen und korridorverträglichen Nutzungen werden in ihren Funktionen gestärkt. Maßnahmen zum Korridormanagement sowie Umstellungsprozesse auf nachhaltigere Produktionssysteme lokaler Landbesitzer, Klein- und Großbauern sowie Betreiber von Kleingewerbe werden mit Projektmitteln gefördert und finanziell unterstützt.
  3. Einrichtung von Finanzierungsinstrumenten und -mechanismen
    Durch die Einrichtung von lokalen Anreizsystemen und Finanzierungsmechanismen (PES, Kompensationszahlungen) wird die langfristige Finanzierung und Umsetzung der Strategiepläne angestrebt.
  4. Kommunikation und Wissensmanagement
    Erfahrungen und erfolgreiche Beispiele werden im Rahmen einer Kommunikationsstrategie und durch verbessertes Wissensmanagement in alle Korridorgebiete verbreitet und bei internationalen Veranstaltungen weltweit nutzbar gemacht.