Dreieckskooperation Mexiko, Panama, Nicaragua, Deutschland: Entwicklung von Alternativen für wirtschaftliche Nachhaltigkeit im Mesoamerikanischen Biokorridor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionaler Fonds zur Förderung der Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik – Einzelmaßnahme: Entwicklung von Alternativen für wirtschaftliche Nachhaltigkeit im Mesoamerikanischen Biokorridor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nicaragua (Empfängerland), Mexiko und Panama (Partnerländer)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Ausgangssituation

Der Mesoamerikanische Biokorridor ist eine in den 1990er-Jahren gegründete multinationale Initiative zum Schutz einer zusammenhängenden Region mit hoher Biodiversität vom Süden Mexikos bis nach Panama. Das Gebiet beherbergt wertvolle Waldzonen sowie viele seltene Tier- und Pflanzenarten und ist eine wichtige natürliche Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Zentralamerika. Es umfasst eine Reihe von besonderen Nutzungszonen und Naturschutzgebieten. Die übrigen naturnahen, außerhalb der Nutzungszonen und Naturschutzgebiete unter Schutz gestellten Flächen leiden trotz Schutzmaßnahmen unter anhaltender Abholzung, Umwandlung von Wald- in Agrarfläche und zunehmender Umweltverschmutzung. Die Ökosysteme und ihre Leistungen zu bewahren, und gleichzeitig Einkommensmöglichkeiten für die dort lebenden Menschen zu schaffen, ist eine große Herausforderung.

Die mexikanische Biodiversitätskommission CONABIO und die nationale Umweltbehörde Panamas ANAM haben zahlreiche Projekte zu nachhaltigen Produktionssystemen in Gebieten mit hoher biologischer Vielfalt erfolgreich umgesetzt. Nicaragua hat großes Interesse an den Ansätzen.

Ziel

Das Projekt entwickelt Modelle für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, die sich an den Bedarfen der Schutzgebiete des Mesoamerikanischen Biokorridors in Nicaragua orientieren. Es setzt die Modelle praktisch um und trägt so zum Erhalt des Naturerbes bei, zur Armutsbekämpfung in der ländlichen Bevölkerung und zur Anpassung an den Klimawandel.

Vorgehensweise

Die Dreieckskooperation nutzt das sich ergänzende Zusammenwirken der bewährten Initiativen aus Mexiko und Panama und passt es an die Notwendigkeiten in Nicaragua an. Sie fördert das Wissen und die Fähigkeiten der lokalen Produzenten, damit diese ihre wirtschaftlichen Bedürfnisse mit der Erhaltung der Umwelt in Einklang bringen können. CONABIO, ANAM und die GIZ beraten in der Auswahl und nachhaltigen Herstellung von Produkten, die den Naturschutz besonders unterstützen. Die Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Bienenzucht, gleichzeitig werden auch andere alternative Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Vieh und Wald umgesetzt.

Die Projektpartner schulen die lokalen Erzeuger auch in Vermarktung und Vertrieb. So werden Erfahrungen über unterschiedliche Möglichkeiten der Produktdifferenzierung ausgetauscht – wie Herkunftsbezeichnungen, Zertifizierungen und Eco-Label –, die den Produkten einen Mehrwert und damit bessere Absatzchancen geben. Außerdem macht das Projekt innovative Instrumente bekannt, wie ökologische Investitionen, Systeme zur Zahlung von Umweltdienstleistungen und Maßnahmen, die die Umweltverantwortung der Unternehmen fördern.

Bei allen Aktivitäten arbeiten CONABIO, ANAM und GIZ mit dem Netzwerk privater Schutzgebiete in Nicaragua zusammen. Das Netzwerk richtet ein Monitoringsystem für freiwillige Naturschutzmaßnahmen ein und arbeitet wichtige Erfahrungen in der Dreiecks- und Süd-Süd-Kooperation auf. Erfolgreiche Pilotprojekte sollen in anderen Gemeinden Nicaraguas wiederholt werden.

Durch die starke Beteiligung von Frauen an der Herstellung und Vermarktung der Produkte und Dienstleistungen trägt das Programm zur Gleichberechtigung der Geschlechter im Mesoamerikanischen Biokorridor bei.

Wirkungen

Die Dreieckskooperation konnte bereits erste Ergebnisse erzielen. Nicaraguanische Bienenzüchter besuchten im Frühjahr 2015 den Neunten Mesoamerikanischen Kongress zum Thema einheimische Bienen im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Die Gruppe nahm am Erfahrungs- und Wissensaustausch teil und besuchte Schulungen zu Produktionsmethoden und Techniken. Die Veranstaltung diente als Auftakt für den Weiterbildungsprozess und gab starke Impulse, auch für die praktische Anwendung in Nicaragua.