Politikberatung zu den Themen Bevölkerungsentwicklung und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Bevölkerungsdynamik / Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (BD/SRGR)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Basisuntersuchung eines Kleinkindes. © GIZ

Ausgangssituation

Aktuell leben mehr als 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich auf 9,7 Milliarden Einwohner steigen, der größte Zuwachs ist in den Ländern Subsahara-Afrikas und Asiens zu erwarten. Während sich der demografische Alterungstrend global verstetigt, gibt es gerade in den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit oftmals einen überproportional hohen Anteil Jugendlicher und junger Erwachsener an der Bevölkerung. Migration und Urbanisierung haben starken Einfluss auf lokale, regionale und globale Entwicklungsprozesse.

Eine nachhaltige, gendersensible Politik auf der Grundlage der Menschenrechte kann nur durch die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern umgesetzt werden. Nie zuvor wurden so große Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit und der Verbesserung der Müttergesundheit erzielt wie in den letzten 15 Jahren.

Allerdings haben weltweit noch immer etwa 225 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Methoden der Familienplanung. Jedes Jahr kommt es zu etwa 100 Millionen ungewünschten Schwangerschaften. Etwa ein Drittel davon wird, oft unter riskanten Bedingungen, abgebrochen. Im Jahr 2013 starben 289.000 Frauen infolge von zumeist vermeidbaren Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, fast alle davon in Entwicklungsländern.

Ziel

Die Position der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele in den Bereichen Bevölkerungsdynamik (BD) und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) ist international und national gestärkt.

Gesellschaftliches Miteinander in einem ländlichen Gebiet Kenias. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist in drei Handlungsfeldern aktiv:

  1. Politik- und Fachberatung des BMZ-Sektorreferats
    Das Vorhaben berät das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) politisch und fachlich und stellt ihm Berichte und Konzepte zur Darstellung, Weiterentwicklung und Umsetzung seiner entwicklungspolitischen Strategien zur Verfügung. Im Fokus steht insbesondere die fortwährende Begleitung der BMZ-Initiative „Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit“.

  2. Fachliche Begleitung und Beratung der Umsetzung
    Das Vorhaben unterstützt die Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der Umsetzung von BMZ-Positionen, bewährten Konzepten und neuen Instrumenten in den Bereichen BD und SRGR. Gemeinsam mit den Programmen in den Partnerländern entwickelt das Vorhaben innovative Ansätze und begleitet ihre Umsetzung. Wirkungen und Lernerfahrungen werden ausgewertet und aufbereitet. Relevante Themen umfassen unter anderem die Verbesserung von Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, die sektorübergreifende Integration von BD-Ansätzen und die Verwirklichung des Menschenrechts auf Gesundheit. Dies trägt zur Stärkung des Gesundheitssystems bei.

  3. Strategische Ausrichtung mit zentralen nationalen und internationalen Partnern
    Das Vorhaben engagiert sich in strategischen Partnerschaften, um die internationale fachliche Diskussion zu den Themen SRGR, BD und zum Recht auf Gesundheit mitzugestalten und Know-how und Ressourcen für die Umsetzung zu stärken. Im Auftrag des BMZ arbeitet das Vorhaben unter anderem mit der Partnership for Maternal, Newborn and Child Health an der Globalen Strategie zur Mutter- und Kindgesundheit. Durch die Kooperation mit der International Confederation of Midwives stärkt das Vorhaben nationale Strukturen der Geburtshilfe.

Eine junge Frau bei der Registrierung persönlicher Daten. © GIZ

Wirkungen

In Togo hat eine Pilotmaßnahme zur Bevölkerungsdynamik dazu geführt, dass das Thema mit Unterstützung durch das Vorhaben erfolgreich in die nationalen Strategien für Landwirtschaft und für berufliche Bildung integriert wurde. Auf der Grundlage eines neu erstellten Handbuchs und sektorspezifischer Studien wird das Thema auch in die nächste nationale Entwicklungsstrategie aufgenommen werden.