Berufliche Bildung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Berufliche Bildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: überregional
Politischer Träger: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Brasilien. Mädchen in ‚Männerberufen‘: Auszubildende Mädchen in einer Schreinerei in Rio de Janeiro. © GIZ

Ausgangssituation

Berufliche Bildung umfasst sowohl berufliche Erstausbildung als auch berufliche Weiterbildung. Eine arbeitsmarktorientierte Aus- und Weiterbildung erhöht die Beschäftigungsfähigkeit und fördert politische und gesellschaftliche Teilhabe. Die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ist eine wichtige Voraussetzung für die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung eines Landes.

Die Berufsbildungssysteme vieler Kooperationsländer der GIZ sind bisher kaum an den Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtet; Berufsausbildungen sind oft wenig praxisorientiert. Qualifiziertes Bildungspersonal und Infrastruktur fehlen. Zudem ist berufliche Bildung in vielen Partnerländern gesellschaftlich wenig angesehen.

Aus dieser Situation erwächst steigender Bedarf der Partnerländer nach Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Berufsbildungssysteme. Deutschland hat langjährige, umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet, besonders hinsichtlich intensiver Kooperation und Beteiligung der Wirtschaft und engem Arbeitsmarktbezug. Deutsche Fachkenntnisse und Kompetenzen in der beruflichen Bildung sind in den Partnerländern stark gefragt.

Ziel

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verfügt über weiterentwickelte Strategien und Ansätze zur Berufsbildung für die deutsche und internationale Entwicklungspolitik.

Libanon. Junge Libanesen in der Berufsausbildung. © GIZ

Vorgehensweise

Das Sektorvorhaben „Berufliche Bildung“ unterstützt das BMZ dabei, Strategien und Ansätze zur Berufsbildung für die deutsche und internationale Entwicklungspolitik weiterzuentwickeln. Eine zentrale Aufgabe ist die umfassende Beratung des Ministeriums zu Themen der beruflichen Bildung. Methoden und Aktivitäten des Vorhabens sind auf die Weiterentwicklung vorhandener Strategien und Ansätze des BMZ in der Berufsbildung und deren verstärkte Positionierung in der deutschen und internationalen Entwicklungspolitik ausgerichtet.

Der Beratungsansatz des Sektorvorhabens baut auf Erkenntnissen und Erfahrungen aus der nationalen und internationalen Diskussion zur beruflichen Bildung sowie aus abgeschlossenen und laufenden Vorhaben zur Berufsbildung auf. Auf dieser Grundlage und in konzeptionellen Prozessen werden strategische Empfehlungen und innovative Themen entwickelt.

Das Sektorvorhaben berät in drei Handlungsfeldern:

  1. Erhöhte Sichtbarkeit der beruflichen Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit
  2. Entwicklung von zentralen, innovativen Themen zur beruflichen Bildung
  3. Mainstreaming der Themen in Berufsbildungsvorhaben

Seit 2010 hat die berufliche Bildung in der deutschen Entwicklungspolitik stetig an Bedeutung gewonnen. Dies spiegelt sich auch in den seitdem mehr als verdoppelten Zusagen des Ministeriums an die GIZ zu diesem Thema wider.

Deutschland ist derzeit weltweit der mit Abstand wichtigste bilaterale Geber zur Förderung der beruflichen Bildung. Die Mittel der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit für Berufsbildung überstiegen in den vergangenen Jahren sogar die entsprechenden Beiträge der EU-Kommission und der Weltbank.

Wirkungen

Das BMZ konnte sich mit Unterstützung des Sektorvohabens national und international zu innovativen Themen und Trends der beruflichen Bildung positionieren.

National erfolgte dies vor allem in der Ressortkooperation im Kontext der Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit. Die deutsche Position wurde darüber hinaus in multilateralen und internationalen Prozessen gestärkt, zum Beispiel im Rahmen der Diskurse um die Formulierung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), der Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank im Mai 2016 und der Personalentsendung zu UNESCO-UNEVOC und zur Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation (GOVET).

Das Vorhaben hat zu aktuellen Themen der beruflichen Bildung anwendungsorientierte Konzepte entwickelt, beispielsweise das Toolkit „Lernen und Arbeiten in der informellen Wirtschaft – Zugang, Qualifizierung und Übergang“. Die fachliche Unterstützung von BMZ-Länderreferaten, Referenten für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Nichtregierungsorganisationen, Durchführungsorganisationen und Mitarbeitern internationaler Organisationen konnte mithilfe des Toolkits verbessert werden.

Schwerpunkte des Engagements des BMZ in der beruflichen Bildung sind vor allem die Themen Informations- und Kommunikationstechnologien, Flucht und Migration, Qualifizierung in der informellen Wirtschaft, berufliche Bildung im ländlichen Raum sowie im Zusammenhang mit fragiler Staatlichkeit, sowie Gleichberechtigung der Geschlechter.

Bangladesch. Training für Teilnehmerinnen an Einkommen schaffenden Maßnahmen. Zwei junge Frauen bei Schneiderarbeiten. © GIZ