Förderung von Wildkaffee und Honig aus nachhaltiger Waldproduktion

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von nachhaltig produzierten Waldprodukten aus äthiopischen Biosphärenreservaten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Äthiopien
Partner: Original Food GmbH; Tuchel & Sohn GmbH
Politischer Träger: Kafa and Sheka Coffee and Honey Unions
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Äthiopien. Mengistu ist ein bekannter Honigproduzent in Sheka, der in seinem Laden Honig direkt an die Bewohner verkauft und Teil der Exportlieferkette werden möchte. © GIZ

Ausgangssituation

Aus Äthiopien, dem Ursprungsland der Kaffeepflanze, kommen einige der weltweit besten Kaffeesorten. Im Südwesten des Landes, in den Biosphärenreservaten Kafa und Sheka, gibt es einige der letzten Bergregenwälder Afrikas. Die Reservate sichern die Erhaltung Tausender wild wachsender Kaffeebäume und deren Artenvielfalt. Der diverse Genpool ist für die zukünftige Entwicklung belastbarer, produktiver Kaffeepflanzen äußerst wichtig. Aufgrund der Vielzahl und der Vielfalt der Pflanzenarten hat auch der Honig aus diesen Wäldern einen einzigartigen Geschmack und eine hohe Qualität.

Trotz des Biosphärenstatus lastet immenser Druck auf den Wäldern in Kafa und Sheka. Das rasche Bevölkerungswachstum führt zu erhöhter Armut der örtlichen Bevölkerung. Konsequenzen sind unter anderem die Degradierung von natürlichen Ressourcen und Limitierung der Biodiversität.

Eine vielversprechende Strategie, um diese Tendenzen aufzuhalten, ist es, den Wert bestehender Wälder durch Einkommensmöglichkeiten zu stärken, die auf die Nutzung von lokalen, nachhaltig beschaffenen Waldprodukten basieren. Die bekanntesten Produkte aus den Regionen sind Wildkaffee und Honig.

Ziel

Das Einkommen von Kleinbauern und ihren Familien aus Kafa und Sheka ist durch die Produktion und Weiterverarbeitung von Honig und wildem Kaffee erhöht und gesichert. Die Bergregenwälder in den äthiopischen Biosphärenreservaten sind besser geschützt.

Äthiopien. Der Wildkaffee wird von den Bauern in der Kooperative gemeinsam weiterverarbeitet und nach der traditionellen Methode in der Sonne getrocknet. © GIZ

Vorgehensweise

Die deutschen Unternehmen Original Food und Tuchel & Sohn haben gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein Projekt initiiert, das lokale Waldprodukte fördern und den weiteren Verlust der Artenvielfalt verhindern soll.

Hauptinteresse der privaten Unternehmer ist es, langfristige Lieferbeziehungen mit äthiopischen Bauern aufzubauen und deren Produkte auf dem EU-Markt zu etablieren. Die Kleinbauern erhalten so Zugang zum internationalen Exportmarkt, erzielen höhere Produktpreise und diversifizierte Einkommen.

Das Projekt fördert die Entwicklung der Geschäftsbeziehungen, Produktzertifizierung (Wild, Bio, Fair Trade), Wertschöpfung und Qualitätssteigerung. Außerdem unterstützt es den Ausbau von Kompetenzen bei den lokalen Bauernverbänden, um den Exportprozess selbstständig zu managen.

Wirkung

Mit einem Vorgängerprojekt hat Original Food erreicht, dass rund 6.000 Bauern und ihre Familien in Kafa ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Wildkaffee verdienen. Im Biosphärenreservat sind 20 kleinbäuerliche Kooperativen am Handel mit Wildkaffee beteiligt. Der Verband der Kaffeebauern hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem verlässlichen Geschäftspartner entwickelt. Er wird in Kafa weiterhin unterstützt; Praxiserfahrungen und bewährte Verfahren werden auf andere Regionen, wie Sheka, übertragen.

Die Projektpartner haben dazu beigetragen, dass die örtliche Wirtschaft gestärkt und die biologische Vielfalt der Wildkaffeepflanzen erhalten wurde. Einer der größten Beiträge des Projekts für die Region ist 2009 die Entstehung eines UNESCO-Biosphärenreservats. 13 Prozent des Reservats, das mehr als eine halbe Million Hektar umfasst, werden von der lokalen Bevölkerung nachhaltig genutzt. Die Hälfte der Kooperativen, die Wildkaffee verkaufen, gehört dazu.

Um den Honighandel als weitere Einkommensquelle zu entwickeln, unterstützt das Projekt die lokale Wertschöpfung und die Qualitätssicherung. Mehr als 1.300 Kleinbauern aus 10 Kooperativen wurden bereits geschult und erhalten Materialien, Verpackungen und Beratung bei der Honigweiterverarbeitung.

Das Sheka-Biosphärenreservat umfasst nahezu eine Viertel Million Hektar, von denen ungefähr ein Viertel nachhaltig genutzt wird. Die Mehrheit der ausgewählten Kooperativen hat einen nachhaltigen Waldnutzungsstatus und wird erfolgreich in den Exporthandel integriert. 

Äthiopien. Die Bergregenwälder im südwestlichen Äthiopien sind als Ursprungsort der Kaffeepflanze bekannt und beherbergen eine unzählige Pflanzen und Tieren. © GIZ