Deutsch-Chinesische Kooperation zu nachhaltiger Stadtentwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesische Urbanisierungspartnerschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: VR China
Politischer Träger: Ministerium für Bau und städtisch-ländliche Entwicklung (MoHURD)
Gesamtlaufzeit: Juni 2016 – Juli 2020

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (BMUB) und Minister Chen Zhenggao (MoHURD) unterschrieben die gemeinsame Absichtserklärung im November 2015 in Peking. ©BMUB/Inga Wagner
Ausgangssituation
Das rasante Wachstum der Städte in China, die vielfältigen Rückkopplungen dieser Entwicklung auf ländliche Räume, aber auch immer deutlicher zutage tretende wirtschaftliche, soziale und ökologische Auswirkungen der rapiden Urbanisierung stellen China vor enorme Herausforderungen. Auch in Deutschland stellen sich grundlegende soziale, ökologische und wirtschaftliche Fragen durch die Verstädterung und ihre Auswirkungen. China hat vor diesem Hintergrund den „Neuen chinesischen nationalen Urbanisationsplan (2014-2010)“ verabschiedet. Die ambitionierte Strategie zur Stadtentwicklung und -planung soll neben sozialen auch umwelt- und klimapolitische Aspekte der Verstädterung in China steuern. Zur Unterstützung dieses Planes bemüht sich China, internationale Partner zu gewinnen. So wurde neben der bereits bestehenden EU-China Urbanisierungspartnerschaft die Deutsch-Chinesische Urbanisierungspartnerschaft im Mai 2013 von Bundeskanzlerin Merkel und dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang vereinbart. Die Realisierung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erfolgt nun gemeinsam mit dem chinesischen Ministerium für Bau und städtisch-ländliche Entwicklung (MoHURD). Im November 2015 unterzeichneten Umwelt- und Bauministerin Dr. Barbara Hendricks und der chinesische Bauminister Chen Zhenggao die gemeinsame Absichtserklärung. Sie bildet die Grundlage des Projektes.


Ziel
Die chinesische Stadtentwicklungspolitik ist durch politischen Dialog, städteübergreifenden Erfahrungsaustausch und praxisnahe Ausbildung klimafreundlich, integriert und nachhaltig. Dies umfasst eine effektive Minderung von CO2-Emissionen, eine ausgewogenere Verteilung von städtischen Ballungsräumen sowie eine Steigerung der Lebensqualität in chinesischen Städten.

Vorgehensweise
Das Projektteam unterstützt den Politikdialog zwischen dem deutschen Umweltministerium und dem chinesischen Ministerium für städtisch-ländliche Entwicklung durch die Organisation einer interministeriellen Arbeitsgruppe. An städteübergreifenden Dialogveranstaltungen zu innovativen Ansätzen für eine klimagerechte Stadtentwicklung nehmen neben Städtevertretern, Architekten und Stadtplanern auch Wissenschaftler und Vertreter der Industrie teil.

Seit 1982 besteht das Deutsch-Chinesische Bürgermeisterprogramm mit seinem einmal im Jahr stattfindenden Bürgermeistergipfel. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den städteübergreifenden Dialogveranstaltungen und dem Bürgermeistergipfel speisen die Mitarbeitenden des Projekts in den Politikdialog zwischen Deutschland und China ein. Sie erarbeiten auf dieser Basis Politikempfehlungen für Entscheidungsträger auf nationaler Ebene, aber auch für diejenigen in Provinzen, Städten und Kommunen.

Für die in Chinas Städten lebenden Menschen bedeutet die hohe Luftverschmutzung eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Aus diesem Grund arbeitet das Projektteam mit verschiedenen Think Tanks und regierungsnahen Organisationen intensiv zu klimagerechter und umweltfreundlicher Stadtentwicklung zusammen. Praxisnahe Aus- und Fortbildungen für die verantwortlichen Mitarbeitenden in Stadt- und Provinzregierungen sowie Architektur- und Stadtplanungsbüros machen diese fit, CO2- und Emissionsminderungsmaßnahmen in ihren Städten zu planen, zu optimieren und zu verwirklichen. Die durch die Lern- und Austauschformate generierten praxisbezogenen Erfahrungen aus chinesischen und deutschen Städten fließen in Handlungsempfehlungen für politikgestaltende Akteure auf nationaler Ebene in China und Deutschland ein.

Kontakt

Peter Sailer (Peking)
peter.sailer@giz.de


Sandra Müller (Bonn)
sandra.mueller@giz.de